Aspach bedient: "Elfmeter ist für den Schiedsrichter peinlich"

Mit Großaspach und Ingolstadt trafen am Sonntag zwei Mannschaften aufeinander, die beide jeden einzelnen Punkt brauchen, um ihre Ziele noch zu erreichen – im Falle von Ingolstadt den Aufstieg, während Großaspach um den Klassenerhalt kämpft. Kein Wunder also, dass Emotionen im Spiel waren, als es zu einer fehlerhaften Elfmeterentscheidung kam.

Gehring: "Muss aufpassen, was ich sage"

Gut zwölf Minuten lang hielt die Führung der SG Sonnenhof Großaspach, die Martinovic nach einer bissigen Anfangsphase als Schlusspunkt eines gelungenen Konters erzielt hatte (15.). Dann allerdings kam es zu einem Zweikampf im Großaspacher Strafraum zwischen Kai Gehring und Stefan Kutschke, bei dem der Ingolstädter Angreifer zu Boden ging. Das Problem: Ein Kontakt seitens Gehring war kaum vorhanden, eher hielt Kutschke noch Gehring. Auch liga3-online.de-Experte Babak Rafati kommt zur Einschätzung, das hier eine Fehlentscheidung vorliegt. Auf Elfmeter entschied der Schiedsrichter nämlich trotzdem – und Kutschke verwandelte zum Ausgleich.

Die Entscheidung sorgte nach der Partie für Zündstoff: "Unterm Strich muss ich aufpassen, was ich sag, weil mir platzt der Schlauch bald", machte Gehring am "Magenta"-Mikrofon seinem Ärger Luft und verwies auf eine ähnlich umstrittene Szene aus der Bundesliga zwischen Benjamin Hübner (Hoffenheim) und Kaan Ayhan (Düsseldorf): "Vor ein oder zwei Tagen war die Situation mit einem Düsseldorf-Spieler gegen Hoffenheim, wo er die gegnerische Hand nimmt. Jetzt haben wir die Situation, dass ein Kutschke in der 3. Liga mich am Trikot zieht und sich fallen lässt. Ich find’s einfach traurig, weil das macht den Fußball, den so viele Menschen lieben, einfach kaputt."

Koukoutrigas kritisch, Kutschke einsichtig

Sonnenhof-Vorstandsmitglied Joannis Koukoutrigas wählte in einer Vereinsmitteilung noch deutlichere Worte: "Der Elfmeter ist für den Schiedsrichter peinlich, für den Ingolstädter Spieler peinlich und für unsere Jungs einfach nur schade, sie wurden um den Sieg gebracht.“ In Richtung des DFB kritisierte er: "Wir spielen in Bayern und es wird seitens des DFB ein Schiedsrichter aus dem Bayerischen Landesverband eingeteilt, da tut man ihm keinen Gefallen und uns hat man den gestern sowieso nicht getan. Ich hoffe, dass das auch in Frankfurt mittlerweile angekommen ist." Dass Schiedsrichter aufgrund der aktuellen Situation aber auch in der Nähe ihres Heimatvereins angesetzt werden dürfen, wird der SG Sonnenhof aber bewusst gewesen sein.

Kutschke selbst zeigte sich derweil einsichtig: "Also wir sind hier in einer Situation, da gab es zum Anfang ein Halten. Aber wenn ich es in der Wiederholung sehe, ist es eher kein Elfmeter. Da muss ich mich auch bei dem Gegenspieler entschuldigen." Auch, wenn schwer einzuschätzen ist, wie die Partie ohne den Elfmeter ausgegangen wäre – die Punkte hätte Großaspach mit Sicherheit gut gebrauchen können, um sich aus dem Tabellenkeller zu arbeiten. Bei elf Punkten Rückstand und nur noch acht ausstehenden Partien sind die Chancen nun eher gering. Als nächstes geht es zum Keller-Konkurrenten Preußen Münster.

   
  • DM von 1907

    Heimmannschaft und Schiedsrichter kamen aus demselben Verband. So einen Unsinn hätte der DFB nie zulassen dürfen! Selbst Profiteur Kutschke hat sich bei seinem Gegenspieler fair entschuldigt.

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