Antwerpen schimpft über Schiri und Bayern-Coach Seitz

Das 1:1 gegen Bayern München II war für den 1. FC Kaiserslautern zu wenig. Zwar egalisierte das Team von Trainer Marco Antwerpen einen Rückstand, doch aufgrund vieler guter Chancen war ein Heimsieg durchaus möglich – zumal der FCK lange in Überzahl spielte. Entsprechend haderte Trainer Marco Antwerpen mit der Chancenverwertung, kritisierte aber auch den Schiedsrichter sowie Bayern-Coach Holger Seitz.

"Du hast uns im Spiel schon beleidigt"

Mit böser Miene stapfte Marco Antwerpen nach dem 1:1 über den in Mitleidenschaft gezogenen Rasen auf dem Betzenberg. Der Groll des FCK-Trainers galt in diesem Moment Holger Seitz, dem Trainer des FC Bayern München II. Beide Fußballlehrer werteten in einem Vier-Augengespräch Seitz' Verhalten aus, das Antwerpen während der Partie überhaupt nicht gepasst hatte: "Ich habe den Kollegen das erste Mal heute kennengelernt. Über sein Verhalten sollte er mal nachdenken, ob das so in Ordnung ist", kritisierte Antwerpen bei "MagentaSport". Weiter führte der 49-Jährige die Geschehnisse nicht aus, vor Beginn der Pressekonferenz meinte er in Richtung von Seitz aber: "Du hast uns im Spiel schon beleidigt". Immer wieder soll es zu Provokationen von Seiten des 46-Jährigen gekommen sein. Zudem war Seitz direkt nach Abpfiff jubelnd vor der FCK-Bank hergelaufen. "So sieht es aus", rief er dabei mehrmals.

Auf sein Verhalten angesprochen, sprach Seitz lediglich von einem intensiven und leidenschaftlichen Spiel, das auch Einfluss auf die Trainerbänke gehabt habe. "Aber ich würde das nicht überbewerten. Dass da ein paar Kommentare dabei waren, von beiden Seiten, kann ich bestätigen." Auf Antwerpens Äußerungen wollte er nicht eingehen: "Das muss er schon selbst erklären, was er meint. Ich habe nichts dazu zu sagen."

Mit Reaktion zufrieden

Dass Antwerpens Laune derweil nicht auf dem Höhepunkt war, lag freilich auch am Spielgeschehen. Zwar war der Treffer zum 1:1-Endstand durch Daniel Hanslik (73.) das erste Tor im heimischen Stadion seit vier Spielen, doch durch das Unentschieden können sich die Roten Teufel nicht weiter von der Abstiegsregion absetzen, stehen mit einem Punkt mehr vier Zähler vor Platz 17.  Dabei waren genug Möglichkeiten für einen Heimsieg vorhanden. "In der ersten Halbzeit hatten wir zwei hochkarätige Chancen, da müssen wir in Führung gehen", so Antwerpen nach seinem zweiten Spiel als FCK-Coach. Das erste wurde noch mit 2:0 bei Waldhof Mannheim gewonnen.

Doch es ging torlos in die Halbzeitpause und auch einen Platzverweis gegen die kleinen Bayern nach einer gelb-roten Karte gegen Bright Akwo Arrey-Mbi (51.) konnten die Pfälzer nicht zu ihrem Vorteil nutzen. Stattdessen gingen die dezimierten Gäste durch Dimitri Oberlin in Führung (67.). "Das 0:1 fällt aus dem Nichts heraus", urteilte Antwerpen, der jedoch mit der Reaktion seiner Mannschaft zufrieden war. Der Ausgleich ließ schließlich nur sechs Minuten auf sich warten. Aber: "Wir waren die spielbestimmende Mannschaft, haben viele Chancen gehabt und müssen das Spiel definitiv gewinnen."

"Schiri hat keinen guten Job gemacht"

Dies wäre beinahe auch der Fall gewesen. Allerdings verwehrte das Schiedsrichtergespann nach 75 Minuten einem Treffer von Kenny Prince Redondo die Anerkennung. Der Torschütze soll im Abseits gestanden haben – was jedoch nicht so war, wie die TV-Bilder bestätigten. Noch während des Spiels hatte Antwerpen das Gespräch mit dem Schiedsrichter-Assistenten gesucht: "Auf die Frage, ob er sich wirklich sicher war, meinte er, dass er die Szene nochmal Revue passieren lassen musste. Aber das hat er dann wohl nicht richtig gemacht. Wenn er sich nicht sicher ist, darf er die Fahne nicht heben", war der FCK-Coach bedient und schimpfte: "Da sind wir nicht enttäuscht, sondern sauer. Die Schiedsrichter haben keinen guten Job gemacht, wir fühlen uns benachteiligt." Denn auch in anderen Situationen sei immer wieder gegen seine Mannschaft entschieden worden. Auch Antwerpen selbst sah Gelb, nachdem er sich über den immer wieder reklamierenden Seitz aufgeregt hatte. "Aus meiner Sicht war das eine Fehlentscheidung". Doch bei allem Ärger über die Leistung des Unparteiischen musste der Lautrer Übungsleiter auch eingestehen: "Mit drei hochkarätigen Chancen musst du das Spiel gewinnen – auch ohne dieses Tor."

Dass die Leistung erneut gestimmt hat, kann der FCK nun aber für die kommenden Aufgaben mitnehmen: "Wir haben vor keinen Gegner Angst und haben eine hohe Qualität", sagte Torschütze Hanslik bei "MagentaSport". Man gehe jedes Spiel so an, "als wollten wir es gewinnen". Die nächste Chance dazu hat das Team am kommenden Samstag im Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt.

   
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