Analyse Offenbach: Der Aufstieg war greifbar

Vom Papier her hatten die Kickers aus Offenbach eigentlich den besten Kader der 3. Liga. Die Mischung aus alten und jungen Spielern schien zu stimmen. Diese Theorie galt nur leider nicht sehr lange. Zwischen dem 13. und 18. Spieltag stand man ununterbrochen auf dem ersten Tabellenplatz. Dann allerdings folgten ein paar unruhigen Wochen und man stürzte in das Tabellenniemandsland ab. Am Ende der Saison belegt der OFC nun mit 57 Punkten den 7. Tabellenplatz. Den 15 Siegen und 12 Unentschieden stehen 11 Niederlagen gegenüber. Die Tordifferenz ist mit 55:35 im positiven Bereich. Soviel also nun den Fakten. Im Folgenden möchte liga3-online.de etwas genau anhand verschiedener Standpunkte die Saison der Offenbacher Kickers erläutern. Kommen wir zunächst zu den Stärken. Wie man sicherlich an der Tordifferenz ablesen kann, stellen die Kickers eine sehr gute Abwehrreihe. In dieser Saison ist der hessische Club sogar Spitzenreiter, was die Defensive angeht. Dies ist wohl vor allem dem 32-jährigen Torwart Robert Wulnikowski zu verdanken, der eine herausragende Saison spielte. Was allerdings weniger herausragend in dieser Saison war – also die große Schwäche – ist die Tatsache, dass man in den Wintermonaten praktisch in einen Tiefschlaf gefallen war. Dies hängt wohl damit zusammen, dass der eigentlich sehr erfolgreiche Trainer Hans-Jürgen Boysen den Kickers plötzlich den Rücken kehrte und sich dem FSV Frankfurt anschloss, der in der 2. Liga praktisch keine Chance mehr auf den Klassenerhalt hatte. In dieser Übergangsphase spielte die Mannschaft von Woche zur Woche schlechter und holte somit zwischen Ende November und Mitte März aus 8 Spielen nur 4 Punkte. Viel zu wenig natürlich für einen Aufstiegsaspiranten. Weitgehend blicken wir nun auf die Entdeckung der Saison. Diesen Titel erhält ohne Zweifel der junge Steffen Haas. Der 22-jährige Mittelfeldspieler wurde unter Wolfgang Wolf zum neuen Kapitän. Die ganze Saison und speziell nach dieser Ernennung bot er eine sehr mannschaftsdienliche Leistung. Ein junger Mann mit großer Zukunft. Natürlich sind auch die Transfers vor und während einer Saison nicht unerheblich für die Qualität des Kaders. Zu Beginn der Spielzeit konnte man mit Haas den heutigen Kapitän verpflichten. Von einem guten Transfer kann also absolut die Rede sein. Die beiden Neuen, die in der Winterpause hinzu stießen (Hesse und Moosmayer) haben dagegen kaum überzeugt. Blicken wir nun an dieser Stelle einmal auf unsere Rückrundenvorschau von Anfang Februar zurück. Damals sagte liga3-online.de voraus, dass wenn der OFC nicht aus dem Formtief, mit dem man in den Wintermonaten zu kämpfen hatte, heraus kommt, der Verein sich am Ende zwischen Platz 6 und 9 wiederfinden würde –  dies ging mit Platz 7 auf. Fazit: Der Kader der Offenbacher war wie bereits oben schon erwähnt nicht schlecht besetzt. Die ersten Monate liefen aufgrund der langen Zeit als Tabellenführer absolut nach Plan. Doch dann rutschte das Team immer weiter ab und konnte schließlich auch unter dem neuen Trainer Wolfgang Wolf die Kurve nicht mehr bekommen. Der Aufstieg war greifbar – die nötige Konstanz dafür fehlte aber oft.

   

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