"An der Ehre gepackt": Ingolstadt rehabilitiert sich

Das Nachholspiel gegen den KFC Uerdingen nutzte der FC Ingolstadt am Mittwoch, um Wiedergutmachung für die herbe Pleite in Dresden zu betreiben. Erleichterung und auch ein wenig Trotz klangen nach dem überzeugenden 3:0 aus den Worten der FCI-Akteure. 

Schanzer bekämpfen die Zweifel

Tomas Oral blickte auf der Pressekonferenz zurück: "Nach dem Wochenende waren wir alle gespannt, wie wir heute in die Partie kommen – weil es keine übliche Niederlage war. Es war eine Niederlage, die richtig wehgetan hat." Zur Erinnerung: Am Samstag hatten sich die zweitplatzierten Ingolstädter bei Tabellenführer Dresden zum vermeintlichen Spitzenspiel eingefunden und waren mit 0:4 ordentlich durch die Mangel gedreht worden. Umgehend regten sich die Pessimisten und stellten das Saisonziel Aufstieg infrage. So kam es, dass am gestrigen Mittwoch gegen 19 Uhr ein kollektives Aufatmen aus dem Uerdinger Ausweichstadion in Lotte drang – das 3:0 der Schanzer bedeutete die Rehabilitation.

Dass am Ende des Abends ein deutlicher Auswärtssieg stehen würde, war 90 Minuten zuvor noch nicht abzusehen. "Es war am Anfang das erwartet schwere Spiel", berichtete Oral. Auf tiefem Geläuf erarbeitete sich der FCI zwar ein Übergewicht, kam allerdings selten in die gewünschten Räume. Stattdessen drosch Uerdingens Göbel einen Freistoß an die Latte des Ingolstädter Tores (39.). Die Szene wirkte wie ein Weckruf für die Oberbayern, noch vor der Pause köpfte Kutschke nach Bilbija-Freistoß zur Führung ein (43.). Als der Kapitän kurz nach Wiederbeginn im Strafraum zu Fall gebracht wurde und den Elfmeter selbst zum 2:0 verwandelte, bogen die Gäste endgültig auf die Siegerstraße ein (50.). Eckert Ayensa besorgte nach seiner Einwechslung den Endstand (85.). "So haben wir dann verdient gewonnen", freute sich Trainer Oral am "Telekom"-Mikrofon, "weil die Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute richtig souverän agiert hat".

"Ab und zu braucht man einen Nackenschlag"

Wie stark das Ingolstädter Selbstvertrauen durch das 0:4 in Sachsen erschüttert worden war, ließen nach der geglückten Wiedergutmachung die Aussagen des Spielführers erahnen. "An der Ehre gepackt" habe sich die Mannschaft nach der Lehrstunde gefühlt, so Doppeltorschütze Kutschke. "Das wollten wir einfach viel, viel besser machen und den anderen zeigen, dass es ein Ausrutscher war und eine richtige Ohrfeige." Gesagt, getan – Ingolstadt rückte mit dem Dreier wieder vor auf Rang zwei. Plötzlich erschien Kutschke auch die zuvor noch markerschütternde Pleite in einem ganz anderen Licht: "Ab und zu braucht man im Leben mal einen kleinen Nackenschlag. Der hat ganz gutgetan." Noch wohltuender dürfte die nun anstehende Pause wirken, erst am Montagabend steht für den FCI das Heimspiel gegen Türkgücü München auf dem Programm.

   
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