Alles, was ihr zum 37. Spieltag wissen müsst

Auf ins vorletzte Wochenende! Erneut ohne zeitgleiche Ansetzungen – die 3. Liga kennt das ja schon aus dem Vorjahr. Die wichtigste Entscheidung könnte in Meppen getroffen werden: Steigt Braunschweig vorzeitig auf oder bleibt eine Hintertür für den FCK? Beim Blick auf den 37. Spieltag schauen wir aber selbstverständlich auch ausgiebig auf den Abstiegskampf.

Die Ausgangslage

Lauter war es unter der Woche definitiv im Tabellenkeller. Dort ist eingetreten, was sich nach der 1:3-Niederlage in Mannheim beim MSV Duisburg schon angebahnt hatte: Der Verein zog abermals die Notbremse, entließ Hagen Schmidt als Trainer und präsentierte Torsten Ziegner als dritten Mann an der Seitenlinie in dieser Saison. Ein Schritt, der sich schon beim Heimspiel gegen Freiburg II auszahlen muss, schließlich könnte ein Sieg die Zebras schon retten. Am Schlussspieltag wartet sonst ein Endspiel gegen Verl. Die legen Freitagabend womöglich in Dortmund schon vor. Viktoria Berlin hat spielfrei, Halle (in Würzburg) und Köln (gegen Kaiserslautern) brauchen noch letzte Punkte für den sicheren Ligaverbleib.

Womit wir sogleich oben angekommen sind: Schafft Lautern am Sonntag die Trendwende und im letzten Punktspiel der Saison damit ein gutes Gefühl für die wahrscheinliche Relegation gegen Dynamo Dresden? Erneut werden viele tausend Fans mitreisen, die Rahmenbedingungen hatten sie sich vor zwei Wochen aber noch ganz anders vorgestellt – mit zwei Niederlagen ist der direkte Aufstieg fast schon verspielt. Kaum einer erwartet, dass die Braunschweiger Eintracht tags zuvor bei Rückrunden-Schlusslicht Meppen noch stolpert. Übrigens braucht der FCK mindestens einen Punkt oder ein Stolpern von Verfolger 1860 München bei Meister Magdeburg, sonst könnte die Saison noch ein ganz übles Ende nehmen…

 

Fünf Spiele im Fokus

SCV auf den Punkt in Form: Borussia Dortmund II gegen den SC Verl

Nach dem Favoritenschock auf dem Betzenberg sieht vieles danach aus, als würde die BVB-Reserve der beste Aufsteiger werden. Ein Grund, weshalb am Freitagabend so mancher Dortmunder Fan erwartet wird, der der "Zwoten" einen schönen Saisonausklang bescheren möchte – zumal die Bundesliga-Mannschaft erst samstags kickt. Um viel mehr geht es noch beim Verler Sportclub, der sich zuletzt beeindruckend gegen den drohenden Abstieg wehrte und erst Saarbrücken (2:1), dann Wiesbaden (3:0) besiegte. Sollten die Ostwestfalen trotz bereits 53 (!) erzielter Treffer wirklich den Gang in die Regionalliga antreten müssen? Die Entscheidung liegt in ihren Händen, vier Punkte aus den letzten beiden Spielen – zum Abschluss wartet wie erwähnt der taumelnde MSV Duisburg – werden für Platz 16 reichen. Ein kleines Störfeuer auf dem Weg dorthin war die Bekanntgabe des Wechsels von Ron Berlinski zum Regionalliga-Zweiten Rot-Weiss Essen – Berlinski war zuletzt zuverlässigster Torschütze.

Ziegners Feuertaufe: MSV Duisburg gegen den SC Freiburg II

Viel wurde über den MSV Duisburg gespottet: 20 Niederlagen, 70 Gegentore, eine horrende Finalform und eine Mannschaft, in der es offenbar nicht genug Charaktere mit dem unbedingten Siegeswillen gibt – das bietet allerdings auch viel Angriffsfläche. Hagen Schmidt scheiterte an dieser schwierigen Aufgabe, seinen Nachfolger hatten die Zebras hinter den Kulissen schnell organisiert: Torsten Ziegner soll es sein, notfalls auch in der Regionalliga, für die sein bis 2024 anberaumter Vertrag ebenfalls gültig ist. Reicht ein neues Gesicht und der Impuls von anderthalb Trainingstagen für das Heimspiel gegen Freiburg? Kaum einer auf den Tribünen fühlt sich bereit für ein echtes Endspiel beim SC Verl, der ganz anders in Form ist. Die Tore erzielen muss wohl einer, der zuletzt nur noch Joker war: Orhan Ademi dürfte den gelbgesperrten Aziz Bouhaddouz in der Sturmspitze ersetzen. Apropos Offensive: Was wäre es für eine Geschichte, wenn Freiburgs Ex-MSVler Vincent Vermeij die Meidericher dem Abstieg nochmals näher schießt…

BTSV vor der Kür: SV Meppen gegen Eintracht Braunschweig

Manchmal braucht es auch einfach das Quäntchen Glück. Fünf der vergangenen sechs Spiele hat Eintracht Braunschweig gewonnen, bei jedem Erfolg machte ein Tor den Unterschied, selbst bei den Heimspielen gegen vermeintlich klar schlechtere Vereine wie Würzburg und Havelse. Dass die Elf von Michael Schiele vergangenen Freitag den FCM irgendwie mit 2:1 niederrang, wurde erst durch die anschließende Lautern-Niederlage so richtig bedeutsam. Plötzlich ist eingetreten, was vor wenigen Wochen keiner für möglich gehalten hat: Der direkte Aufstieg liegt nicht nur in den Händen des BTSV, er kann auch schon am 37. Spieltag eintreten!

Alles, was nötig ist, ist ein Auswärtssieg in Meppen. Beim schwächsten Rückrundenteam – im Dezember waren die niedersächsischen Klubs noch auf Augenhöhe! – klingt das nach einer Routineaufgabe, zumal bis zu 2.500 Fans für die nötige Akustik sorgen. Doch warum sollte nur Lautern im Endspurt das Flattern kriegen?

Zünglein trotz Party: 1. FC Magdeburg gegen 1860 München

Einmal noch die Abreise aus der 3. Liga feiern – das steht primär auf der Agenda derer, die es mit dem 1. FC Magdeburg halten. Gegen 1860 München will sich die Mannschaft um Trainer Christian Titz aber nochmal an der Ehre packen, eine zweite Niederlage wie jene in Braunschweig soll es nicht geben. Vielleicht hatte der FCM dort ein wenig den Fokus verloren, zu viele Nerven gelassen an Schiedsrichter-Entscheidungen, die aus objektiver Sicht durchaus nachvollziehbar waren.

Ob es die eine oder andere Nachricht aus der Pfalz gab? Jetzt kann Magdeburg dem FCK zumindest die Relegationsteilnahme sichern, wenn die Elbestädter einen Sieg der Münchner Löwen verhindern. Helfen würde dabei sicherlich eine Rückkehr von Baris Atik, der in Braunschweig aufgrund von Knöchelproblemen fehlte. Sechzig gewann die vergangenen beiden Spiele mit 9:0 Toren, erinnert sich aber ungern ans Hinspiel: Da führte Magdeburg zur Pause mit 5:0 (!), siegte schlussendlich mit 5:2. Es werde "kein Saufgelage", vermutet Sechzig-Coach Michael Köllner über den Gegner, der am Freitagabend ins Goldene Buch der Stadt eintragen wird. Aufgrund des Aus im Landespokal wäre für den TSV schon das Halten von Platz 4 und die DFB-Pokalteilnahme ein Erfolg.

Lauterns komisches Finale: Viktoria Köln gegen den 1. FC Kaiserslautern

Ein plötzlicher Spannungsabfall bei dem einen oder anderen Spieler des 1. FC Kaiserslautern wäre menschlich nur verständlich. Wie groß der Frust nach den vergangenen beiden Niederlagen und dem Herschenken der tollen Tabellenposition sein muss – jeder, der im Leistungs- oder Hobbysport mal eine ähnliche Situation erlebt hat, kennt das Gefühl genau. Doch es hilft nichts: Der FCK muss seinen Saisonabschluss in Köln ordentlich bestreiten, mit einem Punktgewinn wenigstens den Relegationsplatz sichern. Dann würde Dresden warten, eine spektakuläre Paarung, zwei Highlights zum Finale. Viele tausend Fans reisen nochmals mit, es waren tolle Bilder, die der Pfälzer Anhang in den vergangenen Wochen geliefert hat. Sie haben ein versöhnliches Ende verdient. Gegner Köln, der sich unter der Woche überraschend von Geschäftsführer Andreas Rettig getrennt hat, muss allerdings auch noch den Klassenerhalt absichern.

 
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