Alles, was ihr zum 31. Spieltag wissen müsst

Zehn Mannschaften im Kampf gegen den Abstieg, vier mit Ambitionen auf die 2. Bundesliga: Vor dem 31. Spieltag geht es in fast allen Partien um jede Menge. Im Fokus stehen unter anderem ein unglaublich wichtiges Kellerduell sowie ein Ostduell – hier ist unser Vorausblick auf die achtletzte Spielrunde der Saison 2020/21.

Die Ausgangslage

Es ist auch für uns Reporter ein schöner Zustand, nach vielen Monaten endlich wieder auf eine begradigte Tabelle schauen und uns nicht in Rechnungen über Nachholspiele verstricken zu müssen. Das Klassement lügt jetzt nicht, auch der 1. FC Kaiserslautern hat nach dem turbulenten 2:2-Remis gegen Zwickau jetzt Gewissheit, wie viele Zähler er noch aufholen muss – drei sind es, das klingt machbar. Doch nun folgt die Reise nach Lübeck, Platz 18 gastiert beim Neunzehnten, der Sieger wird dem Verlierer wehtun. Ein Charaktertest für die Roten Teufel, und natürlich ein ebenso wichtiges Spiel für den VfB.

Es gibt viele weitere Spielpaarungen, die Aufmerksamkeit verdient haben. Schon am Freitag empfängt der kriselnde Hallesche FC den KFC Uerdingen, auch dort geht es um jede Menge. Aus der Kategorie "Oben gegen unten" hätten wir Dynamo Dresden in Unterhaching, Ingolstadt gegen den FC Bayern II sowie Hansa gegen den 1. FC Magdeburg anzubieten. Und selbst beim Spiel zwischen Duisburg (11.) und Waldhof (12.) muss zumindest der Verlierer noch einige Wochen Abstiegskampf in Betracht ziehen. Wer gewinnt, macht einen ganz großen Schritt. Und damit ab in die Detailanalyse.

 

Fünf Spiele im Fokus

Schnorrenberg unter Druck: Hallescher FC gegen den KFC Uerdingen

Der Hallesche FC hat sich in eine schwierige Lage manövriert. So hat Trainer Florian Schnorrenberg nicht nur mit zuletzt fünf sieglosen Spielen wenige Argumente für sich gesammelt, sein Vertrag läuft auch noch aus – der Klub treibt ohne langfristigen Steuermann etwas ziellos in Richtung Hafen, während andere zielstrebiger unterwegs sind. Aber wie das so ist im Fußball: Ein Sieg, in diesem Falle daheim gegen Mitkonkurrent Uerdingen, und die plötzlich aufkommende Abstiegsangst ist erst einmal wieder verflogen. Das sollte doch machbar sein, zumal das Ausmaß des künftigen Sparkurses beim KFC noch gar nicht bekannt ist, mehrere Kündigungen sollen aber bereits ausgesprochen worden sein – und Coach Stefan Krämer hat ebenfalls nur bis Juni einen Vertrag. So stellt sich beim Dreizehnten Halle wie beim Siebzehnten aus Krefeld die Frage: Wie lange funktioniert dieses fragile Gebilde noch? Und können sich bis zum Saisonende alle auf das gemeinsame Ziel einschwören? Freitagabend werden wir mehr wissen.

"Endspiel" an der Lohmühle: VfB Lübeck gegen den 1. FC Kaiserslautern

Nun, da fast 80 Prozent der Saison absolviert sind, braucht nicht mehr viel schöngeredet werden: Höchstwahrscheinlich spielt einer der beiden Kontrahenten, die am Samstag im Abstiegskrimi aufeinandertreffen, kommendes Jahr nicht mehr drittklassig, vielleicht sogar beide. Beide haben sich zuletzt einen Aufwärtstrend erarbeitet, wobei sich der FCK durch den späten Verlust von zwei Punkten gegen Zwickau unter der Woche als Verlierer fühlte – was schon in den emotionalen Interviews nach Abpfiff den Beteiligten anzumerken war. Lübeck schaffte mit dem 3:2-Sieg beim FC Bayern II einen Coup, jetzt ist die Chance da, nach vier Spielen ohne Niederlage weiter nachzulegen und sich im Idealfall auf einen Punkt den Nichtabstiegsrängen anzunähern. Wer sich diese drei Punkte holt, kriegt den ultimativen Anschub für das Saisonfinale. Wer verliert, wird es noch viel schwieriger haben, sich zu retten.

Drei Pflichtaufgaben im Aufstiegsdreikampf: Hansa Rostock gegen den 1. FC Magdeburg

Warum mögen wir die 3. Liga? Weil wir nie so ganz genau wissen, was passiert. Und daher ist – das geben wir zu – der Ausdruck "Pflichtaufgabe" trotz tabellarisch eindeutiger Lage ein gewagter. Hansa empfängt als Zweiter den mittlerweile auf Rang 15 vormarschierten 1. FC Magdeburg – eine Entwicklung, die insgeheim vielleicht auch Rostocks Trainer Jens Härtel, selbst ja eine lange Zeit beim FCM angestellt, gefallen wird. Doch ob bei ihm oder all seinen früheren Mitstreitern Nils Butzen, Jan Löhmannsröben, Björn Rother, Philip Türpitz, Tobias Schwede und Manuel Farrona Pulido zählen nach dem 0:0 in Dresden nun nur Punkte für den Aufstieg in die zweite Liga. Leicht wird das für die beste Rückrundenmannschaft nicht, trifft sie im FCM um Trainer Christian Titz auf pure Formstärke (13 Punkte aus fünf Spielen). Nicht nur in Dresden würde man sich freuen, wenn Ex-Dynamo und nun Magdeburger Winter-Glücksgriff Baris Atik sich in Rostock so treffsicher wie zuletzt präsentiert.

FC Ingolstadt gegen den FC Bayern II

Zeitgleich wird auch in Ingolstadt gekickt. Hier heißt es: Platz 3 gegen Platz 16, die Favoritenrolle ist ebenso klar verteilt. In Magdeburg zerbrach Ingolstadt noch an dieser Rolle, nun müssen es Tomas Oral und Co. besser machen. Vermeintlich ist der Gegner ein dankbarer, denn so furios, wie die Bayern-Reserve vor knapp einem Jahr aufspielte, so gefangen scheint sie in diesem Jahr in der Negativspirale. Nur der designierte Absteiger Haching (4) hat in der Rückrunde weniger Punkte geholt als die FCB-Talente (7), die zwar fast immer knapp, aber eben doch unterlegen sind. So zuletzt gegen Lübeck – ein Spiel, das schlicht nicht verloren werden sollte. Ob das neue Trainerduo Martin Demichelis und Danny Schwarz die Bayern-Amateure aus dem Abwärtstrend holen kann? Ansonsten könnte die Regionalliga Bayern schon bald doppelter Zuwachs aus der 3. Liga erwarten.

SpVgg Unterhaching gegen Dynamo Dresden

34 Punkte trennen das Schlusslicht Unterhaching und Spitzenreiter Dynamo Dresden vor dem 31. Spieltag. Klarer kann eine Ausgangslage kaum sein, doch die SGD tut gut daran, den Gegner ernstzunehmen, auch wenn er dem Abstieg entgegentaumelt. Haching um Coach Arie van Lent hat auf das 3:0 gegen Halle vor fünf Wochen nicht mehr nachlegen können, auch nicht zuletzt bei Viktoria Köln, als es trotz Überzahl noch den späten 1:1-Ausgleich gab. Das theoretische Punktemaximum liegt noch bei 49 Zählern – acht Siege vorausgesetzt. Sechs davon müsste van Lent nun holen. Nicht ausgeschlossen, dass Dynamo, deren Lage nach dem 0:0 gegen Rostock weiterhin sehr ordentlich ist, auch noch satte Punkte braucht, um die ungeliebte Relegation gegen Gegner wie Osnabrück, Braunschweig oder Sandhausen zu vermeiden. Mit dem Punkt gegen Hansa konnte Trainer Markus Kauczinski "leben", in Haching darf es gerne mehr sein.

   
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