Alles, was ihr zum 17. Spieltag wissen müsst

Ein letztes Mal raffen sich die Drittliga-Profis an diesem Wochenende hoch. 17 Spieltage werden sie nach diesem Wochenende binnen drei Monaten durchgebracht haben, Meppen und Türkgücü treffen sich kurz vor Heiligabend noch zum Nachholspiel. Die dreiwöchige Winterpause danach kommt allen Beteiligten sehr gelegen. Doch lasst uns zuvor auf den 17. Spieltag schauen.

Der Spieltag

Die Ausgangslage

Eine gute Halbzeit genügte Dynamo Dresden gegen Verl, um sich den Titel des Wintermeisters zu sichern – herzlichen Glückwunsch! Auch die Schwäche der Verfolger, die mit dem Zwei-Punkte-Schnitt der Sachsen derzeit nicht mithalten können, tut ihr Übriges. Immerhin kristallisieren sich mittlerweile zwei, drei Anwärter heraus, die sich mit guter Form oben festsetzen könnten, allen voran der FC Ingolstadt und der zuletzt bockstarke TSV 1860 (zwei Siege, 8:0 Tore) gehen mit viel Rückenwind ins vierte Adventswochenende. Andere müssen abreißen lassen: Hansa Rostock kassierte beim FCI die dritte Niederlage in Folge, Viktoria Köln holte nur einen Erfolg aus den vergangenen sieben Partien. Prompt geht es zurück ins Mittelfeld, der Abstand auf einen Aufstiegsrang hält sich allerdings noch in Grenzen.

In der unteren Hälfte verschiebt sich das Bild munter von Woche zu Woche. So meldete sich der FSV Zwickau nach Corona-Zwangspause und dem Absturz auf den letzten Platz sogleich mit einem Auswärtssieg in Meppen zurück. Damit ist das Trio am falschen Tabellenende so prominent besetzt wie selten zuvor: Kaiserslautern, Duisburg und Schlusslicht Magdeburg müssen weiter erhebliche Sorgen vor einem Abstieg in die Regionalliga haben – die beiden Letztgenannten haben dabei aufgrund der FCM-Quarantäne schon Winterpause. Der Kellergipfel am Montagabend entfällt, gleiches gilt für die Partie zwischen Halle und Mannheim am Samstag.

 

Vier Spiele im Fokus

Spitzenspiel am Freitag: 1860 München gegen den SV Wehen Wiesbaden

Dass diese beiden Mannschaften Kandidaten für das obere Drittel sein könnten, ahnte mancher wohl bereits vor der Saison. Und tatsächlich haben sich 1860 München als auch der SVWW recht weit vorne etabliert, wenn auch die vergangenen Monate für beide mit holprigen Phasen verbunden waren. Nun ist der TSV Dritter, Wiesbaden Fünfter, die Löwen haben noch dazu das beste Torverhältnis der Liga – nicht zuletzt dank des in überragender Form befindlichen Sascha Mölders, der kurzerhand ankündigte, im Sommer noch (mindestens) ein Jahr dranzuhängen. Damit ihm der letzte Karrieretraum eines weiteren Zweitliga-Jahres erfüllt wird, sollten solche Partien wie jene am Freitagabend gewonnen werden.

Spitzenspiel am Samstag: 1. FC Saarbrücken gegen den FC Ingolstadt

Zwar verläuft die ganze Saison für den FC Ingolstadt ein bisschen holprig, doch letztlich ist der Verein doch irgendwie auf Kurs. Wobei die Schanzer nach den unliebsamen Erinnerungen an den vergangenen Sommer auf ihrer Mission, in die 2. Bundesliga zurückzukehren, um jeden Preis die Extrarunde Relegation umschiffen würden. Da tun Siege wie das absolut verdiente 1:0 gegen Hansa Rostock zuletzt besonders gut. Die nächste Aufgabe heißt Saarbrücken – ein Gegner, den vor vier Wochen kaum ein Drittligist gerne bespielt hätte. Mittlerweile aber durchlebt der FCS seine erste Ergebniskrise, hat fünf Spiele am Stück nicht gewonnen, in dieser Zeit zu viele Gegentore kassiert. Der Konditionsvorteil dürfte aber bei der Mannschaft von Lukas Kwasniok liegen, ihr Spiel in Magdeburg, das unter der Woche hätte stattfinden sollen, wurde corona-bedingt schließlich abgesagt.

Revival eines Nord-Klassikers: VfB Lübeck gegen den SV Meppen

Gut, vielleicht haben wir ein bisschen hoch gegriffen bei der Wortwahl. Ganz so oft sind sich Lübeck und Meppen bislang nicht begegnet, insgesamt 17 Mal in ihrer Historie – zuletzt meist in der Regionalliga, manchmal aber auch in der 2. Bundesliga. Und doch ist es eines der Spiele, bei dem wir sofort einschalten würden, erst recht, wenn Zuschauer im Stadion wären. Beide Klubs haben ihren ganz eigenen Charme, die Stadien sind alt und einzigartig, böse Zungen werden behaupten, die Vereine wären ein wenig angestaubt, für Traditionalisten besteht darin wiederum der besondere Reiz. Sportlich schenken sich die Teams derzeit nicht viel: Lübeck ist auf Platz 14, Meppen auf Rang 16, nur ein Tor trennt die beiden, das Ziel beider ist klar: Drinbleiben. Wer am Samstag an der Lohmühle den besseren Tag hat und die Punkte mitnimmt – in der Regionalliga-Vergangenheit war das dreimal in Folge der SVM – macht einen guten Schritt voran in Richtung Klassenerhalt.

FCK im Abstiegskampf: KFC Uerdingen gegen den 1. FC Kaiserslautern

Es ist eine unheimlich diffizile Lage, in die sich der 1. FC Kaiserslautern manövriert hat. Zwischenzeitlich war der Klub über viele Wochen ungeschlagen – eine trügerische Ruhe stellte sich ein, denn aufgrund vieler Remis ging es in der Tabelle kaum voran. Jetzt schlägt das Pendel mit Wucht in die andere Richtung aus: 0:2 in Unterhaching, 0:3 daheim gegen 1860 München, dazu die Rote Karte gegen Janik Bachmann: 180 Minuten genügten, um den FCK zurück in den Krisenmodus zu bringen. Trainer Jeff Saibene kündigte an, statt draufzuhauen lieber Gespräche suchen zu wollen, auch er weiß: Ohne Selbstvertrauen seiner Spieler wird sich der Erfolg in seiner Amtszeit nicht mehr einstellen. Mit dem KFC Uerdingen kommt nun ein Gegner, der viele überrascht: Trotz Chaos im Umfeld und offenbar ausbleibender Gehälter zeigten die Krefelder zuletzt starke Leistungen (sieben Punkte aus drei Spielen) und klopfen bereits sachte im erweiterten Umfeld der Spitze an.

 

Die mögliche Überraschung:

FSV Zwickau gegen Hansa Rostock

Nochmal der FSV? Nochmal der FSV! Mit dem 2:1-Auswärtssieg in Meppen ist unsere wagemutige Prognose vor einigen Tagen aufgegangen, drum setzen wir ein zweites Mal aufs gleiche Pferd. Dieses Mal empfangen die Westsachsen um Trainer Joe Enochs Hansa Rostock, das seinerseits nominell favorisiert sein mag, aber zuletzt dreimal unterlegen war und überhaupt seit dem 5:1-Kantersieg über Viktoria Köln deutlich nachgelassen hat. Jetzt folgen die ersten nervösen Blicke auf die Tabelle, plötzlich ist Dynamo Dresden schon auf neun Punkte enteilt, andere könnten nachziehen. Hansa ist unter Zugzwang, während der FSV die Statistik hinter sich weiß: Zuletzt ein Heimspiel verloren hat Zwickau gegen Rostock in der DDR-Oberliga 1982.

 
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