Alles, was ihr zum 13. Spieltag wissen müsst

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze, doch in der 3. Liga weht bekanntlich noch ein ganz anderer Wind. Der Liga-Wahnsinn schließt das erste Drittel der Saison schon mit dem 13. Spieltag ab. Elversberg an der Spitze? Bayreuth ganz unten? Eine Momentaufnahme – abgesetzt hat sich noch keiner, abgeschlagen ist noch niemand! Unsere Vorschau zeigt, was am kommenden Wochenende wieder möglich ist.

Die Ausgangslage

Zwei packende Heimspiele im DFB-Pokal haben der SV Waldhof Mannheim (0:1 gegen den 1. FC Nürnberg) und die SV Elversberg (0:1 gegen den VfL Bochum) hinter sich gebracht. Durch die knappen wie beherzten Auftritte haben die Drittligisten einmal mehr Werbung für die niedrigste Profi-Spielklasse im deutschen Fußball gemacht – und nach den kniffligen Herausforderungen im Pokal-Wettbewerb sind beide Klubs nun wieder als vermeintliche Favoriten im Liga-Alltag gefragt.

Mit Spannung wird außerdem verfolgt, wie sich wohl der 1. FC Saarbrücken unter Rüdiger Ziehl im Auswärtsspiel bei der SGD präsentieren wird. Die Trainersuche bei den Saarländern dauert nämlich weiter an. Wird nach der Partie in Dresden vielleicht SGD-Abstiegscoach Guerino Capretti folgen? Oder setzen sich die Saarbrücker im Werben um Patrick Glöckner gegen den kriselnden Zweitligisten aus Fürth durch? Bestätigt Interimscoach Ziehl die Leistung der Vorwoche, dann kann der FCS mit sportlichen Argumenten durchaus argumentieren.

 

Fünf Spiele im Fokus

Duisburg gegen Köln: Wem gelingt die Trendwende?

So manches Krisenduell haben Duisburger und Kölner bereits miteinander bestritten, doch zumeist war da der "Effzeh" irgendwo involviert. Das heißt aber nicht, dass die Viktoria aus Köln nicht längst ihre eigenen Erfahrungen im nordrhein-westfälischen Nachbarschaftsduell gemacht hat – im vergangenen März gab es zwar eine Niederlage beim MSV, doch dafür holte sich die Janßen-Elf zuvor vier Erfolge in Serie gegen die Meidericher. Am Samstag (14 Uhr) kommt es drauf an, denn nach acht sieglosen Spielen will sich die Viktoria aus der Krise schießen.

In Spielen gegen die direkte Konkurrenz waren Ziegners Zebras zu Saisonbeginn äußerst wachsam, doch mittlerweile hat sich der Negativtrend wieder an der Westender Straße eingenistet. Aus den letzten acht Pflichtspielen gab es nur noch einen Sieg – und da soll auch an der Wedau endlich wieder der berüchtigte Bock umgestoßen werden. Eine Redewendung, der bei vielen Fans wohl längst in die MSV-Anarchen eingegangen sein dürfte.

1860 lädt zum Topspiel mit Wiesbaden: Dem Sieger winkt ein Aufstiegsplatz

Der große Kontrast zur Krise folgt auf Giesings Höhen. Dort empfangen die Münchner Löwen eines der formstärksten Teams der Liga, denn der SV Wehen Wiesbaden ist zu einem Top-Team der Liga gereift. Deswegen ist es auch gar nicht überraschend, dass die Hessen mit einem Sieg bei Sechzig sogar in der Tabelle vorbeiziehen können. Dabei muss SVWW-Cheftrainer Markus Kauczinski seit Wochen auf zahlreiche Stammspieler verzichten – auch Benedict Hollerbach (Adduktorenverletzung) kommt nun wohl hinzu.

Vom Verletzungspech kann auch Michael Köllner ein Liedchen singen, obwohl sich das Löwen-Lazarett pünktlich zum Top-Spiel gelichtet hat. Was die Rückkehr von eingespielten Kräften bewirken kann, haben Vizekapitän Phillipp Steinhart und seine Teamkollegen zuletzt an der Bremer Brücke bewiesen, als trotz optischer Problematiken ein kaltschnäuziger 2:0-Sieg gezogen wurde.

Neidhart gegen den Ex-Klub: Essen gastiert in Mannheim

Stimmungsvoll dürfte es im Carl-Benz-Stadion werden, obwohl der SV Waldhof im Pokal das erste Heimspiel in dieser Saison verloren hat. Im Liga-Alltag ist die Serie jedoch weiter makellos – und muss es auch bleiben, wenn Mannheim seine Chancen wahren und ein Abrutschen ins Tabellen-Mittelfeld verhindern will. Der siebte Sieg im siebten Heimspiel winkt. Für Trainer Christian Neidhart wird es das Wiedersehen mit dem Ex-Klub.

Die Essener sind dagegen nach langem Anlauf in der Liga angekommen und wollen ihren positiven Trend von sieben Punkten aus den letzten vier Spielen fortsetzen. Allerdings kommt auch RWE-Coach Christoph Dabrowski ein Personalpuzzle zu, das durch Sperren von Andreas Wiegel (rote Karte) und Felix Götze (fünfte gelbe Karte) nicht einfacher wird. Insgesamt fallen bis zu neun Spieler aus. Überrascht der Revierklub, indem er die Mannheimer Festung einnimmt, wird es beim Waldhof noch unruhiger.

Verfolgerduell in Dresden: Setzt Ziehl den FCS-Aufwind fort?

SGD-Cheftrainer Markus Anfang ist die Kritik im sächsischen Umfeld derzeit "zu negativ". Immerhin können die Dresdner auf eine Serie von sieben Spielen ohne Niederlage zurückblicken. Allerdings bedurfte es gegen Osnabrück (3:2) und Essen (1:1) ein bisschen Spektakel und Spielglück, um den erfolgreichen Lauf fortzusetzen. Gelingt das auch gegen Saarbrücken, dann gibt es vielleicht wieder ein paar graue Haare mehr, aber dagegen dürfte niemand etwas einzuwenden haben.

Saarbrücken will hingegen weitere sportliche Argumente für einen neuen Coach sammeln. Oder wird das am Ende gar nicht nötig sein? Zwei Siege in Folge unter der Regie von Rüdiger Ziehl würden den Klub vielleicht nachdenklich machen, ob eine Lösung auf dem Trainerposten nicht intern gefunden wird. Aber klar ist auch: Wenn ein neuer Übungsleiter kommt, dann ist Ziehl ja nicht weg – und der FCS könnte auf die Expertise von zwei erfolgreichen Coaches aufbauen. Doch dazu bedarf es zunächst einmal ein passendes Ergebnis in Dresden.

Zum dritten Mal in Folge: HFC im Kellerduell mit Bayreuth

Zum Abschluss grüßt das Murmeltier: Der Hallesche FC trifft zum dritten Mal in Folge auf einen Gegner, der gemeinsam mit den Saalestädtern in der Gefahrenzone steht. Läuft es gegen die SpVgg Bayreuth besser als gegen Dortmund II (0:0) und Aue (1:1), dann könnte schon wieder der Sprung aus den Abstiegsrängen gelingen. Läuft es schlechter, dann ist das wohl auch für HFC-Trainer André Meyer schlecht. Im Kellerduell fordern die Fans – wieder einmal – nichts anderes, als einen Sieg.

Nur die Spielvereinigung aus Bayreuth dürfte da kräftig etwas dagegen haben. Die Altstädter hatten gerade erst den zweiten Saisonsieg eingetütet und witterten Morgenluft, da folgte auch schon wieder der Rückschlag gegen Verl (1:3) – obwohl die "Oldschdod" augenscheinlich nicht das schlechtere Team war, wie auch der gegnerische Trainer zugab. "Ich weiß es ehrlich gesagt nicht", antwortete Michél Kniat von den Verlern auf die Frage, warum sein Team in Bayreuth siegreich war. Für den HFC dürfte das Warnung genug sein.

   
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