Alles, was ihr zum 11. Spieltag wissen müsst

Diese 3. Liga haut rein. Sie ist an der Spitze spannend, sie ist im Keller spannend – und sie ist unberechenbar. Am 11. Spieltag haben wir alles im Topf, was ein unterhaltsames Wochenende ausmacht: Traditionsduelle, ein Ostderby, ein Spitzenspiel, Abstiegskampf und mehr. Hier ist alles, was ihr zu den zehn Matches von Freitag bis Montag wissen müsst.

Die Ausgangslage

Zehn Spieltage sind absolviert, allerdings nicht für jeden Drittligisten. Energie Cottbus und Hansa Rostock haben ein Spiel weniger, der Hallesche FC gar zwei – denn beide Ostduelle mit HFC-Beteiligung waren aufgrund von Sicherheitsbedenken verlegt worden. Damit steht Halle ein intensiver Oktober bevor, in dem die Mannschaft von Torsten Ziegner ganz nebenbei in die Spitzengruppe vorstoßen könnte, denn das Team war zuletzt gut in Form. Cottbus (gegen Zwickau) und Hansa (gegen Karlsruhe) geht es übrigens anders, auf Rang 16 respektive 18 regiert vorerst der Abstiegskampf.

Besonders unter Druck stehen Eintracht Braunschweig (gegen Lotte), der VfR Aalen (gegen Fortuna Köln) und Sonnenhof Großaspach (in Würzburg) – die drei Genannten stecken nicht nur ebenso im Abstiegskampf, sondern sind am Mittwoch außerdem bei unterklassigen Mannschaften im Landespokal ausgeschieden.

 

Und sonst so?

Selbstverständlich dreht sich das Wochenende in der 3. Liga nicht nur um die Kellerkinder, ganz im Gegenteil. So kommt etwa der Karlsruher SC mit dem Rückenwind von vier Erfolgen nach Rostock, Preußen Münster fährt mit drei Siegen im Gepäck zum vierfach sieglosen Unterhaching. Besonders stimmungsvoll wird es an der Bremer Brücke in Osnabrück, wo der Spitzenreiter aus Niedersachsen gegen den zuletzt im Fahrt gekommenen 1. FC Kaiserslautern antreten wird.

Einen schweren personellen Verlust hat der KFC Uerdingen einstecken müssen. Mario Erb, Innenverteidiger und Kapitän, fällt mit einem gebrochenen Schienbeinkopf für den Rest der Hinrunde aus. Zum Glück hatten sich die Krefelder schon vorab mit dem bundesliga-erfahrenen Dominic Maroh eingedeckt.

 

Vier Spiele im Fokus

Sorgenfalten treffen auf Topform: Hansa Rostock gegen den Karlsruher SC

Ein Umfeld wie das von Hansa Rostock wird schnell unruhig. Seit 2012 in der 3. Liga, war das Ziel in fast jedem Jahr, um die Zweitliga-Rückkehr mitzuspielen – öfter aber fand sich Rostock mindestens einmal pro Saison im Abstiegskampf wieder, feuerte Trainer, musste zigfach nachjustieren. 2017/18 war das anders, da spielte die Kogge gut mit, wenn es auch nicht für den Aufstieg reichte. Der nächste Angriff sollte eigentlich genau jetzt erfolgen, doch Pavel Dotchev und Co. haben offensichtliche Probleme in mehreren Mannschaftsteilen, allen voran aber in der Defensive. Will dem FCH die Saison nicht frühzeitig entgleiten, sollte am Freitagabend ein Erfolg her. Das Problem: Es kommt Karlsruhe. Ähnlich gehandelt wie Hansa, aber bedeutend besser drauf und vor allem viel, viel stabiler. Dieses gute Gefühl könnte dem KSC an der Ostsee noch viel nützen.

Spitzenreiter fordert Topfavoriten: VfL Osnabrück gegen den 1. FC Kaiserslautern

Dass der KSC erst sieben Gegentreffer kassiert hat, ist aufgrund der Erfahrungen aus der Vorsaison irgendwie nicht überraschend. Dass der VfL Osnabrück, der sich satte 67 Gegentore – bei Karlsruhe waren es 29 – in der Spielzeit 2017/18 eingefangen hatte, aber sein Konto erst auf fünf kassierte Treffer gestellt hat, ist beeindruckend. Die Folge: Trainer Daniel Thioune darf sich weiterhin über die Tabellenführung freuen, auch wenn der Atem der Verfolger gut zu spüren ist. Einer davon könnte bald auch der 1. FC Kaiserslautern werden, wenn dieser den Schwung aus seiner Sieben-Punkte-Woche mitnimmt. Es ist allemal eine weitere Prüfung für das lila-weiße Bollwerk, weil die Roten Teufel auswärts im Schnitt fast zweimal pro Partie treffen.

Endspiel für Pedersen: Eintracht Braunschweig gegen die Sportfreunde Lotte

Der tiefe Fall von Eintracht Braunschweig setzt sich weiter fort. War das 2:4 gegen den SV Meppen der vorläufige Gipfel, legten die Löwen unter der Woche eindrucksvoll nach und schieden auch im Landespokal beim SV Drochtersen/Assel nach Elfmeterschießen aus. Die Konsequenz: Kein DFB-Pokal im kommenden Jahr für den BTSV. Es sei denn, er holt sich mindestens den vierten Platz – das sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Vor dem Heimspiel gegen die SF Lotte hat Braunschweig jedenfalls als Letzter ganz andere Sorgen. Trainer Henrik Pedersen ist längst von allen Fronten angezählt, und die Szenarien, in denen er wenigstens die kommenden Wochen übersteht, werden immer weniger. Ein Heimsieg ist Pflicht, die Last zentnerschwer. Das wissen die Lotter natürlich – und werden auf jeden Fehler lauern, denn die Eintracht anbietet.

Ostduell mit Würze: Energie Cottbus gegen den FSV Zwickau

Etwas mehr als 200 Kilometer legen die Fans des FSV Zwickau auf dem Weg nach Cottbus zurück, ein echtes Derby ist es also in der Lausitz nicht. Dennoch sind die Voraussetzungen nicht ohne: Die Gastgeber sind seit mittlerweile sieben Partien sieglos, können nach abgelaufener Sperre aber wieder auf ihren zuletzt etwas formschwachen Torjäger Streli Mamba zählen. Zwickau hat nur eines der vergangenen sechs Spiele gewonnen, und das ausgerechnet beim vermeintlich besten Gegner in Uerdingen. Joe Enochs wird weiterhin vertraut, und doch sind die anstehenden Wochen eminent wichtig. Es warten Duelle mit Rostock, Wiesbaden, Unterhaching und Würzburg – das klingt auf dem Papier nicht unbedingt nach einer FSV-Siegesserie.

 

Drei Spieler im Fokus

Anton Fink, Karlsruher SC. Der Altmeister erlebt seinen dritten Frühling, erwischte eine überragende Englische Woche mit zwei Toren und zwei Vorlagen. Seine Routine und das immer bessere Zusammenspiel mit Sturmpartner Marvin Pourié werden dem KSC auch in Rostock helfen.

Rufat Dadashov, Preußen Münster. Er traf dreimal in Rostock und wenige Tage später herrlich zum 1:0-Führungstreffer gegen Wiesbaden. Er steht sinnbildlich für den Aufschwung bei Preußen Münster, der auch nach dem Gastspiel in Unterhaching Bestand haben soll.

Lukas Kruse, Eintracht Braunschweig: Der jüngst verpflichtete 35-jährige Torhüter wird den wackelnden Schlussmann Marcel Engelhardt wohl umgehend ersetzen. Kann er der taumelnden Eintracht gegen Lotte Sicherheit bringen?

 

Wer könnte überraschen?

Der SV Meppen!

Die Überraschung des Spieltags könnte der SV Meppen gegen 1860 München werden. Klingt komisch, trifft doch ein etablierter Drittligist auf einen Aufsteiger – doch Tabellensituation und Buchmacher schätzen die Löwen als Favorit ein. Allerdings hat die Englische Woche merklich an der Kondition der Sechziger gezehrt, die am Montag von Würzburg zum Ende hin in Unterzahl noch stark bespielt, fast sogar dominiert wurden. Wir glauben: Meppen holt sich den nächsten Heimsieg und stürmt von den Abstiegsplätzen.

   
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