Alles, was ihr zum 1. Spieltag wissen müsst

Fußball! Vor Fans! Wir staunen selbst noch ein wenig, alles fühlt sich ein wenig unwirklich an. Doch ab Freitagabend rollt der Ball wieder, es gibt Stimmung in den Arenen, diverse Standorte können sogar mehr Tickets verkaufen, als tatsächlich Zuschauer kommen werden. Wir rücken näher an die Normalität! Und freuen uns umso mehr auf den Start der Drittliga-Saison 2021/22.

Die Ausgangslage

Eine Tabelle haben wir noch nicht, Favoriten und Außenseiter gibt es ausschließlich auf dem Papier. Klar ist: Die Aufsteiger müssen sich ihren Namen erst erarbeiten, einzig Borussia Dortmund II – das in der Marktwerttabelle gleich mal als Spitzenreiter einsteigt – verfügt aus dem Quartett bereits über Drittliga-Erfahrung. Besonders krass ist die Rolle des Underdogs an den TSV Havelse verteilt, dessen Mannschaftsetat Berichten zufolge nur etwas mehr als eine Million Euro beträgt. Andere Klubs kommen auf ein Vier- bis Fünffaches dieser Summe!

Vorne dagegen haben die Trainer fast die Hälfte der Liga als Aufstiegskandidaten genannt. Besonders heiße Optionen: 1860 München und Eintracht Braunschweig, dahinter folgen der 1. FC Kaiserslautern, der 1. FC Magdeburg und der 1. FC Saarbrücken. Doch wer würde Mannschaft wie Wehen Wiesbaden, Würzburg, Osnabrück oder Duisburg vorab aussortieren? Die beiden Letztgenannten absolvieren Freitagabend sogar das Eröffnungsspiel an der Bremer Brücke – Zweitliga-Feeling pur in einer Liga, die sich auch nach dem Abgang der Ost-Schwergewichte aus Rostock und Dresden längst nicht verstecken muss.

 

Vier Spiele im Fokus

Die Ouvertüre: VfL Osnabrück gegen den MSV Duisburg

Man kann es kaum anders sagen: Die 3. Liga verdient es, an der Bremer Brücke in Osnabrück starten zu dürfen. Mehr noch: Eigentlich kann eine Saison, die hier beginnt, nur gut werden. Zumal wir endlich wieder – und hoffentlich regelmäßig – Zuschauer sehen werden. 5.000 Fans dürfen vor Ort sein, gut ein Drittel der gesamten Stadionkapazität, die in "normalen" Jahren wohl gut und gerne vollständig hätte ausgeschöpft werden können. So gingen am Donnerstag die letzten Karten in den Verkauf, darunter als kleines, aber feines Detail auch 400 Gästefans – die waren seit Beginn der Corona-Pandemie ausgeschlossen. Apropos Corona: Sportlich bleibt das Virus leider Thema, denn die Gäste vom Rhein müssen auf ihren Stürmer Aziz Bouhaddouz nach dessen Covid-19-Infektion verzichten. Auch Neuzugang Marvin Bakalorz wird aufgrund einem grippalen Infekt fehlen. Osnabrück um Kapitän Marc Heider fehlt allerdings auch ihr bester Stürmer: US-Amerikaner Andrew Wooten laboriert an einer Bänderverletzung.

Das Favoritenduell: 1. FC Kaiserslautern gegen Eintracht Braunschweig

Nein, es ist ganz sicherlich nicht normal, ein Team als Favoriten zu benennen, das seit drei Jahren im grauen Mittelfeld mit Tendenz zum Abstiegskampf umherstrampelt. Kaiserslautern aber könnte nun den Anlauf wagen, wurde gerade von den Übungsleitern der vermeintlichen Mitkonkurrenten oft als Anwärter in den Raum geworfen. Marco Antwerpen weiß jedenfalls, wie es geht. Und freut sich vor 15.000 Fans (250 Gästetickets) wohl ganz besonders auf das bittersüße Wiedersehen mit jenem Klub, den er 2020 in die 2. Bundesliga führte, dort aber gar nicht mit der Eintracht antreten durfte – sein Vertrag war nicht verlängert worden. Braunschweig schaffte den Klassenerhalt dennoch nicht, ist aber unter Michael Schiele – den Antwerpen auf dem zuweilenden absurden Trainer-Karussell vor zehn Monaten mal in Würzburg beerbte – noch heißerer Kandidat auf die direkte Rückkehr. Das könnte ein kurzweiliges Spielchen geben!

Hält die FCM-Frühjahrsform? Waldhof Mannheim gegen den 1. FC Magdeburg

Und ein drittes Mal treffen "Schwergewichte" der 3. Liga aufeinander, wenn im Mannheimer Carl-Benz-Stadion der SV Waldhof am Samstag dem 1. FC Magdeburg begegnet. 14.500 Fans, darunter 1.500 Gäste dürfen dabei sein – höchstwahrscheinlich mehr, als tatsächlich kommen. Und doch freut man sich auch in Baden auf die Rückkehr der Blau-Schwarzen im Stadion. Zumal die Anhängerschaft benötigt wird: Mit dem FCM kommt das Team der vergangenen Rückrunde, das seinen Kader für das neue Jahr frühzeitig zusammenstellte, in der Vorbereitung zuletzt die Zweitligisten Aue und Hannover besiegte und für entsprechend hohe Erwartungen sorgt. Waldhof aber hat einen neuen Schlüsselspieler, der sich im Spätherbst seiner Karriere nochmals beweisen will: Heidenheims ehemalige Vereinsikone Marc Schnatterer könnte seine Stärken als Standardspezialist ein erstes Mal ausspielen.

Bayern-Duell zum Beginn: 1860 München gegen die Würzburger Kickers

Ohne die Reserve des FC Bayern, die SpVgg Unterhaching und selbst den FC Ingolstadt gehen dem TSV 1860 München die Derbys ein wenig aus. Die Würzburger Kickers fallen sicherlich nicht in diese Kategorie, dafür liegen die Unterfranken dann doch etwas zu weit entfernt. Und doch birgt ein bayern-internes Spiel vor 5.250 Besuchern seinen Reiz. Sechzig ist der Topfavorit auf die 2. Bundesliga und nimmt diese Rolle auch an, es soll endlich zurückgehen auf die große Bühne. Der nur sehr punktuell verstärkte Kader ist so eingespielt wie kaum ein Kontrahent – und das soll nun der Zweitliga-Absteiger zu spüren bekommen, der seine Mannschaft ziemlich umkrempeln musste und an sich selbst eher nicht den Anspruch stellt, von Beginn an oben mitzumischen. Einer aber wird heiß sein: Torsten Ziegner, der fast anderthalb Jahre nach seinem Aus beim Halleschen FC den FWK wieder auf Kurs bringen will.

 

Die erste Überraschung

TSV Havelse gegen den 1. FC Saarbrücken

Auch in diesem Jahr prognostizieren wir wieder Überraschungen – auch wenn das besonders schwer ist, solange in der Tabelle zwanzig Mal die Null aufblitzt. Doch wen betitelten wir vorhin noch gleich als klarsten Außenseiter? Der TSV Havelse aus Garbsen bei Hannover versucht es mit Feierabend-Fußballern im Profigeschäft, die sich aber aufgrund des unvermeidbaren Umzugs im WM-Stadion von Hannover austoben dürfen. Was für ein Kontrast! Gegen den 1. FC Saarbrücken, der aus seinem Interesse an einem Zweitliga-Aufstieg auch nach der Verpflichtung von Coach Uwe Koschinat keinen Hehl macht, kommen die Liganeulinge um Trainer Rüdiger Ziehl gleich zur Feuertaufe. Da wir wissen, wie unangenehm Aufsteiger zu bespielen sind, trauen wir Havelse – das theoretisch vor 15.000 Fans auflaufen dürfte – mindestens einen Punktgewinn zu.

 

   
  • gwisdek

    Wieso schafft es Kaiserslautern nur so wenige Gästefans in diesem riesigen Stadion unterzubringen? An der Blockgröße wird es doch wohl kaum liegen können, oder?
    Nur 1.7%!
    Im Vergleich dazu in Osnabrück 8% und in Mannheim >10% (Daumen hoch)

    • Günther1987

      Denk das dies mit dem Inzidenz Wert von Kaiserslautern zusammen hängt

    • KL-Ost

      Ist doch sowieso alles Willkür. Der Depp aus Mainz darf seine Arena zu 50 % auslasten, obwohl gleiches Bundesland und ähnliche Inzidenz.

  • Stefan Kranzberg

    Bei 1860 werden nur ca. 3700 Zuschauer im Stadion sein.

    • 60er aus Straubing

      Nope, werden mehr als 5000

  • Nordhessenzebra

    Endlich geht es wieder los. Jetzt zählt es nur noch auf dem Platz. Hoffen wir auf eine spannende und untereinander faire Saison. Hoffentlich ohne größere Auswirkungen von diesem verdammtem Virus.

    • Phillip

      Blöd, wenn der eigene Vereine direkt wieder davon betroffen ist…

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