Alles, was ihr zu den Spieltagen 29 und 30 wissen müsst

Besondere Zeiten erfordern besondere Umstände: In fünf Englischen Wochen wird die Drittliga-Saison vor leeren Rängen zu Ende gespielt, fast täglich wird uns bis Anfang Juli Fußball serviert. Um euch nicht mit Vorberichten zu überfrachten, werden wir ab sofort einmal pro Woche auf die wichtigsten Spiele schauen – den Anfang machen die Spieltage 29 und 30.

Die Ausgangslage

So spannend wie derzeit war es wohl noch nie: Zehn Spieltage vor dem Saisonende besitzen zehn Mannschaften sehr realistische Chancen, in die 2. Bundesliga aufzusteigen – den Ersten trennen nur fünf Punkte vom Elften. Verrückt: Mit dem FC Bayern II marschiert eine Mannschaft außer Konkurrenz in Tabelle voran, steht kurz davor, auf einen Aufstiegsplatz zu springen, den die Talente des Rekordmeisters als Reserveteam natürlich nicht wahrnehmen dürften. Verlierer des vergangenen Spieltags waren in der oberen Tabellenhälfte eindeutig der SV Waldhof Mannheim, der einen Saisonabbruch erzwingen wollte – er purzelte vom zweiten Rang auf Platz 4 zurück. Den SV Meppen erwischte es mit einem 1:3 gegen Würzburg noch härter, er ist nur noch Achter. Der MSV Duisburg verbleibt zwar an der Spitze, hat aber durch das 2:3 bei 1860 München nach Zwei-Tore-Vorsprung eine riesige Chance vergeben, dem üppigen Verfolgerfeld zu entfliehen.

Im Abstiegskampf haben Chemnitz und Lautern Big Points gesammelt, aber auch Preußen Münster, das mit dem 4:2 über Halle die Krise des HFC aus dem Spätwinter nahtlos fortsetzte. Klar scheint in dieser Liga nur der Abstieg von Sonnenhof Großaspach als auch Carl Zeiss Jena – die abgeschlagenen Letzten verloren ihre Partien und haben zwölf respektive 16 Punkte Rückstand.

In den folgenden Kategorien schauen wir ab sofort regelmäßig auf die Begegnungen mit der größten sportlichen Relevanz, ist diese doch mangels Zuschauern im Stadion derzeit das wichtigste Kriterium, die Spiele zu verfolgen.

 

Die Spitzenspiele der Woche

KFC Uerdingen – SV Meppen (Dienstag, 19 Uhr)

Das Hinspiel gewann der KFC mit 2:1, und mit dem gleichen Ergebnis glückte auch der neuerliche Einstand von Trainer Stefan Krämer in seiner zweiten Uerdinger Amtszeit. Damit haben die Krefelder nicht nur zur Spitzengruppe aufgeschlossen – obwohl sie immer noch in der unteren Tabellenhälfte stehen! – sondern auch nach Punkten mit dem SV Meppen gleichgezogen. Der wurde von Würzburg am Samstag kalt erwischt, allerdings auch, weil die eigene Chancenverwertung nicht stimmte.

SpVgg Unterhaching – FC Ingolstadt (Dienstag, 20.30 Uhr)

Haching empfängt als Zweiter den auf Platz 9 abgerutschten FC Ingolstadt, der unter Trainer Tomas Oral seine schwache Form aus der Zeit vor der Corona-Pause bestätigte und daheim der Bayern-Reserve mit 1:2 unterlag. Wo der sportliche Druck liegt, ist also klar. Der Anreiz für die Gastgeber ist, schon mit einem Punktgewinn für zumindest eine Nacht die Tabellenführung übernehmen zu können. Und Spitzenreiter Duisburg muss ja sein Duell mit Jena auch erst gewinnen.

Hansa Rostock – Waldhof Mannheim (Dienstag, 20.30 Uhr)

Wären wir nicht in einer Pandemie, dieses Duell sähe aus wie ein prall gedeckter Tisch zum Sonntagsfrühstück: Rostock gegen Mannheim, noch dazu beide im Aufstiegskampf: Das Ostseestadion wäre voll, der Gästeblock trotz weiter Anreise wahrscheinlich auch. Noch dazu können beide Klubs durchaus attraktiven Fußball spielen, wenn sie nur wollen. Zumindest diesen erhoffen wir uns trotz des tristen Geisterspiels vor den heimischen Bildschirmen.

1860 München gegen Würzburg (Samstag, 14 Uhr)

Im Bayern-Derby kann sich 1860 zumindest auf jene drei Fans in der „VIP-Lounge Giesing“ verlassen, die das fulminante 3:2 über den MSV Duisburg im ersten Geister-Heimspiel vom eigenen Balkon hoch über den Tribünen des Grünwalder Stadions verfolgten – ein Hoch auf unüberdachte Ränge, die so etwas ermöglichen. Sechzig, obgleich durch das Fehlen des obligatorischen ausverkauften Stadions klar im Nachteil, hat seine Rolle als Geheimfavorit zuletzt untermauert. Ob unter Michael Köllner der große Coup gelingt? Aber Obacht: Würzburg trifft auswärts im Durchschnitt fast zweimal pro Spiel.

Eintracht Braunschweig – FC Bayern II (Samstag, 14 Uhr)

Während der Bayern-Reserve der fehlende Druck im für sie unbedeutenden Aufstiegsrennen zum Trumpf wird, hofft man in Braunschweig auf mehr Konstanz, um die Saison womöglich doch noch mit dem großen Erfolg zu beenden. Dafür sollten aus dem Auswärtsspiel in Halle (Mittwoch) sowie dem Spitzenspiel am Samstag aber mindestens vier Punkte her.

 

Die Abstiegsduelle der Woche

Viktoria Köln – FSV Zwickau (Dienstag, 19 Uhr)

Köln unterlag Braunschweig mit 2:4 und stockte sein Gegentor-Konto nach 28 Spielen auf 57 auf – auch nach der langen Pause bleiben die Sorgen am Rhein die gleichen. Der FSV hat sich gegen Rostock einen womöglich noch wichtigen Punkt erarbeitet und aus einem 0:2 ein 2:2 gemacht. Insgesamt war die Form mit zwei Siegen aus nun zwölf Spielen aber schon vor Corona nicht berauschend. Ewig wird man nicht auf die Schwächen von Magdeburg und Halle zählen können, das gilt für beide Teams.

Chemnitzer FC – Sonnenhof Großaspach (Mittwoch, 19 Uhr)

Schier beeindruckend ist, wie sich Chemnitz aus dem Dilemma befreit hat. In den letzten sechs Spielen seit Anfang Februar holte der CFC satte 13 Punkte und hat sich in die beste Ausgangslage aller abstiegsbedrohten Vereine gebracht: Vier Zähler vor Rang 17, dazu sogar ein positives Torverhältnis. Nachdem Großaspach das Hinspiel mit 2:0 gewann, hatte der Dorfklub fünf Punkte Vorsprung auf die Sachsen – jetzt liegt er 16 (!) hinter Chemnitz. Ein Wunder muss her: Wahrscheinlich braucht die SGS gut 25 Punkte aus den letzten zehn Spielen, um den Klassenerhalt noch zu schaffen.

FSV Zwickau – Hallescher FC (Samstag, 14 Uhr)

Für Zwickau geht es binnen vier Tagen in das zweite Sechs-Punkte-Spiel. Aktuell, also noch vor dem Spieltag unter der Woche, trennt die beiden mitteldeutschen Klubs nur genau ein Tor Differenz! Aber dass selbst dieses entscheidend werden kann, wissen Drittliga-Erfahrene aus gleich mehreren dramatischen Abstiegsentscheidungen der vergangenen Jahre. Doppelt profitiert also, wer hier gewinnt und an seinem Torverhältnis arbeitet. Und auch die Konkurrenz aus Magdeburg, Münster und Köln wird auf dieses Duell sehr genau schauen…

   
  • griesgramix

    Chemnitz hat vier, nicht sieben Punkte Vorsprung vor Platz 17…

    • liga3-online.de

      Danke, ist korrigiert.

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