Alles oder nichts: Cottbus blickt dem Endspiel ins Auge

Es ist nichts anderes als ein Endspiel, das dem FC Energie Cottbus am Samstagnachmittag bevorsteht: Ein Sieg gegen den FSV Mainz 05 II, und der FCE ist gerettet – zumindest in diesem Jahr. Ein Remis oder eine Niederlage bedeuten dagegen womöglich den Abstieg, es müsste zumindest gehörig gezittert und gebangt werden, was die Konkurrenz macht. Das soll um jeden Preis verhindert werden.

Wollitz rechnet mit Siegen der Konkurrenz

Nein, ein normales Saisonfinale ist das mit Sicherheit nicht. Kann Energie Cottbus nach diesem Saisonfinale nun froh sein, durch zwei Siege aus den letzten drei Spielen überhaupt den Showdown nach 37 Spieltagen erreicht zu haben? Klar ist: Wäre die unter Vasile Miriuta begonnene Negativserie auch nur annähernd so fortgeführt worden, wäre die Lausitz schon jetzt mausetot. Gleichwohl ist Ausruhen verboten, und das weiß Pele Wollitz ganz genau. "Ich gehe stark davon aus, dass auch der SV Wehen Wiesbaden und Werder Bremen II ihre Spiele gewinnen werden“, mutmaßt der Übungsleiter der Cottbusser, "aber das Gute ist: Siegen wir auch, kann uns das zum Glück komplett egal sein.“ Es wäre eine abenteuerliche, aber gar nicht einmal unrealistische Vorstellung, dass sämtliche drei Rivalen mit sechs erzielten Punkten aus den letzten beiden Wochenenden gehen – und dennoch zwei von ihnen mit der Punktzahl von 43 (!) Zählern absteigen müssen.

Ohne Schorch und Zickert gegen Mainz

Einen Spaziergang darf Cottbus auf keinen Fall erwarten, auch wenn die Mainzer Reserve am vergangenen Spieltag endgültig den Klassenerhalt sichern konnte. "Mainz besitzt eine extrem gute Vorstellung vom Fußball und setzt diese auch exzellent um“, lobte Wollitz auf der Pressekonferenz vor dem abschließenden Spiel, "denn sie können attackieren, sie können Gegenpressing spielen, sie besitzen hinten wie vorne Akteure mit großer Qualität.“ Wollitz selbst muss derweil mit Christopher Schorch und Jonas Zickert auf zwei Stützen der letzten Wochen verzichten: Schorch handelte sich die fünfte Gelbe Karte ein und wird das Geschehen von der Energie-Fantribüne aus verfolgen, Zickert muss sich einer Verletzung am Knie beugen. "Die, die spielen, müssen alle Patronen heraushauen“, kennt Wollitz am Samstag keine Tabus mehr und gibt vor: "Wir dürfen unter keinen Umständen in Rückstand geraten.“ Niemandem gönne man dem Abstieg, "aber uns selbst erst recht nicht!“, unterstrich der gebürtige Ostwestfale.

Wollitz: "Wollen den letzten Schritt gehen“

Neben der Besinnung auf die eigenen Stärken hofft Energie Cottbus dabei vor allem auf die Unterstützung der gesamten Region: Die Lausitz bangt um ihr fußballerisches Aushängeschild und wird dementsprechend zahlreich im Stadion erwartet. "Der Verein hat eine bombastische Unterstützung erfahren, seit ich hier mein Amt angetreten habe“, blickt Wollitz zurück, "selbst nach der Niederlage gegen Würzburg wurden wir aufmunternd verabschiedet.“ Gegen Mainz wird eine fünfstellige Zuschauerzahl erwartet, alle mobilisieren sich nochmals für den FCE. Nun wolle man den Fans den Support zurückzahlen und, Zitat Wollitz, "den letzten Schritt gehen“. Mit der Unbekümmertheit der jungen Spieler, der Erfahrung der alten Haudegen und dem Rückenwind der roten Fanschar soll das gelingen, was die verkorkste Cottbusser Saison irgendwie noch retten könnte: Der Klassenerhalt.

 
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