Aosman im Interview: "Dynamo hat unheimlich viel Potential"

Mit elf Toren und vier Vorlagen in 34 Einsätzen empfahl sich Aias Aosman beim SSV Jahn Regensburg in der vergangenen Saison für höhere Aufgaben. Die Bundesligisten Mainz und Köln waren interessiert, zuletzt bestritt er ein Probetraining bei 1860 München. Als dann jedoch die Anfrage von Dynamo Dresden kam, entschied sich Aosman für einen Verbleib in der 3. Liga. Im Interview mit liga3-online.de erklärt der 22-Jährige, warum er die Angebote der höherklassigen Vereine abgelehnt hat, warum er nur für ein Jahr unterschrieb und wie er die Dynamo-Fans in Erinnerung hat.

liga3-online.de: Hallo Herr Aosman. In den letzten Wochen haben Sie ein Probetraining bei 1860 München absolviert und auch mehrere Testspiele bei den Löwen bestritten. Wieso haben Sie dem Zweitligisten letztendlich abgesagt?

Aias Aosman: Ich habe lange abgewartet, aber der Verein hat sich  letztendlich nicht so um mich bemüht, wie ich mir das vorgestellt hatte. Deswegen habe ich beschlossen, dem Verein abzusagen, um zu Dynamo Dresden zu wechseln.

Nach Ihrem Abschied aus Regensburg sollen auch die Bundesligisten aus Mainz und Köln großes Interesse an Ihnen gehabt haben.

Ich wollte aber lieber spielen, das wäre in Mainz und Köln schwer geworden, deswegen habe ich nach einer Alternative gesucht. Für meine Entwicklung wäre die zweite Liga vielleicht besser gewesen, jetzt gehe ich aber erst mal einen anderen Weg. Hier in Dresden gibt es unheimlich viel Potenzial, deshalb habe ich hier bei Dynamo unterschrieben.

Wie kam der Kontakt zu Dynamo zu Stande? Wäre auch ein anderer Drittliga-Verein in Frage gekommen?

Als ich in der vergangenen Saison mit Regensburg in Dresden gespielt habe, zeigte anschließend Dynamo bereits großes Interesse an mir. Dresden ist eine coole Stadt, der Verein hat richtig gute Fans. Als Herr Minge (Sportdirektor, Anm. d. Red.) mich dann angerufen hat, war ich mir daher ziemlich sicher, dass ich hier hin wechseln möchte. Es haben einige Vereine aus der Dritten Liga angefragt, aber ich habe mich mit Überzeugung für Dresden entschieden.

Die Laufzeit Ihres Arbeitspapiers beträgt nur ein Jahr plus Option. Sehen Sie Dresden also eher als Übergangsstation oder planen Sie auch längerfristig mit einem Engagement bei Dynamo?

Mir ist es wichtig, hier den nächsten Schritt zu machen und mich zu beweisen, deswegen habe ich erst mal nur für ein Jahr unterschrieben. Natürlich wäre es ein Traum, mit Dynamo nächstes Jahr in der 2. Liga zu spielen.

Die SGD ist in der kommenden Saison – gerade auch in der Offensive – stark besetzt. Wie hoch sehen Sie Ihre Chance auf einen Stammplatz?

Ich werde alles geben, um zu überzeugen. Ich glaube, viele kennen mich und wissen um mein Potenzial. Mein Anspruch ist ein Stammplatz, sonst wäre ich ja nicht hier hin gewechselt. Ich will spielen.

Mit elf Toren und vier Vorlagen wussten Sie in der Vorsaison bei Jahn Regensburg durchaus zu überzeugen. Wie bitter ist es da, dass Sie den Abstieg am Ende nicht verhindern konnten? Woran ist der Klassenerhalt gescheitert?

Am Anfang der Saison hatten wir die Qualität einfach nicht. Wir waren eine junge, relativ unerfahrene Mannschaft und hatten nicht genügend Potenzial, um die Liga zu halten. Die vielen Abgänge in der Winterpause habe dies ja noch einmal unterstrichen.

Was erwarten Sie nun von der neuen Saison? Der Aufstieg muss in Dresden bei diesen stark besetzten Kader und auch einem Trainer wie Uwe Neuhaus das Ziel sein, oder?

Der Aufstieg wäre natürlich schön, wir wollen so weit wie möglich nach oben in der Tabelle. Ein konkretes Ziel oder eine Verpflichtung ist der Aufstieg jedoch nicht.

Sie haben nun bereits zwei Spielzeiten in der Dritten Liga hinter sich und kennen den Großteil der Gegner. Wen sehen Sie in der kommenden Saison im Aufstiegsrennen?

Ich denke Kiel wird wieder oben dabei sein, auch Wehen Wiesbaden und Chemnitz. Wir wollen es auch versuchen.

Das Stadion von Dynamo Dresden kennen Sie ja bereits aus vergangenen Gastspielen. Aber wie sehr ist Ihnen die Fankultur und Tradition Ihres neuen Arbeitsgebers vertraut? Und spielen solche Werte für Sie eine Rolle bei der Wahl des Vereins?

Das war auch der Grund, warum ich hierhin wollte, weil es in der Dritten Liga keinen Verein gibt, der so geile Fans hat wie Dresden. Wenn es hier gut läuft, schwebt man, glaube ich, auf Wolke sieben. Wenn es schlecht läuft, weiß ich noch nicht, wie die Fans dann reagieren. Aber wir haben es in der Hand, unsere Fans mit Leistung auf unsere Seite zu ziehen. Ich habe die Dresdner jedenfalls nur feiernd in Erinnerung.

Sie sind in Syrien geboren und bislang noch ohne Auswahlspiel. Haben Sie auch die Ambition, für Ihr Geburtsland aufzulaufen oder gab es sogar schon Kontakte in diese Richtung?

Im August werde ich für die syrische A-Nationalmannschaft auflaufen und mein Debüt geben.

 

 

Mitarbeit: Tommy Könnel/Tobias Braun

   
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