Ahlschwede: "Unterstützung der Fans ist eine große Hilfe"

Maximilian Ahlschwede vom F.C. Hansa Rostock spricht im Interview mit liga3-online.de über die Chancen der Kogge in den kommenden Partien, die Hansa-Fans und deren Wirkung auf das Team und über den Luxus, in Rostock zu wohnen.

[box type="info"]Beim NTSV Strand 08 (Schleswig-Holstein-Liga) begann die Karriere des Rechtsverteidigers der Hanseaten Maximilian Ahlschwede. Über den VfB Lübeck, die Jugend des VfL Wolfsburg, Arminia Bielefeld und Kickers Offenbach landete er beim SV Wehen Wiesbaden. Anfang des Jahres zog es den 25-Jährigen dann wieder ein Stückchen in den Norden gen Heimat. Er unterschrieb beim F.C. Hansa Rostock und ist seitdem eine feste Größe in der Defensive. Nach 16 Einsätzen in der vergangenen Saison lief er in der aktuellen Spielzeit bisher in vier Partien auf.[/box]

liga3-online.de: Herr Ahlschwede, am Samstag spielt die Kogge bei Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue. Was rechnen Sie sich nach dem Unentschieden gegen Aalen dort aus?

Max Ahlschwede: Wir wollen nach Möglichkeit schon die drei Punkte mitnehmen. In Aalen wäre ja auch was drin gewesen.  Ich denke aber, dass Aue einen Tick schwerer zu bespielen sein wird und wir dort eine bessere Leistung brauchen als die vom vergangenen Wochenende.

Hängt der ungerechtfertigt verschuldete Elfmeter gegen den VfR persönlich noch nach oder streicht man solche Situationen schnell aus dem Gedächtnis?

Keine Frage, ich habe mich mächtig darüber aufgeregt, denn es war eine klare Fehlentscheidung. Aber ich bin mir keiner Schuld bewusst und würde wieder so handeln. Im Kopf ist diese Situation jedoch nicht mehr.

Das Team von Pavel Dotchev gilt als Minimalist der Liga: fünf erzielten Toren stehen zehn Punkte gegenüber. In den vergangenen vier Partien spielten sie ohne echten Stürmer, da Max Wegner und Nicky Adler verletzt waren. Gegen Hansa sind sie beide wieder fit und vermutlich auch heiß auf Tore. Noch ein Grund mehr gewarnt zu sein?

Ja, sie haben zwar eine ganz neue Mannschaft, aber sie machen nach den ersten Partien schon einen relativ gefestigten Eindruck. Für uns ist es eine Auswärtspartie; die Hansabilanz in Aue ist auch nicht die beste… Es wird Zeit, dass wir daran etwas ändern. (Anm. d. Red.: Von 36 Auswärtspartien gewannen die Hanseaten lediglich zwei. 22 Spiele gingen verloren.)

Mit Soufian Benyamina hat die Kogge nach Tobi Jänicke und Ihnen den dritten Spieler aus Wiesbaden verpflichtet. Standen Sie schon vor dem Wechsel in Kontakt und haben Sie ihm Hansa schmackhaft machen können?

Ja, wir haben kurz miteinander gesprochen und anscheinend hat das ja auch geholfen, um sich für Hansa zu entscheiden.

In einem Interview sagte er, dass Sportdirektor Uwe Klein ihn mit Strandfotos aus Warnemünde gelockt hätte. Sie sind im Januar 2015 nach Rostock gekommen. Was war bei Ihnen der ausschlaggebende Punkt?

Trotz der sportlichen Situation bei Hansa war es für mich die sportliche Perspektive. Ich wollte wieder mehr Einsatzzeiten haben. Die Hinrunde in Wiesbaden verlief für mich damals nicht gut und als sich die Möglichkeit mit Hansa auftat, musste ich nicht lange überlegen. Besser hätte es für mich nicht kommen können. Die geringe Entfernung zur Familie nach Timmendorf war dann das Sahnehäubchen.

Heißt also, Sie machen öfter mal rüber nach Schleswig-Holstein?

Ja, die ganze Familie kommt aus dem Norden; die Geschwister sind auch oft zu Hause. Wenn es die Zeit hergibt, dann fahre ich oft rüber.

Die geringe Entfernung zur Familie und den Eltern ist für einen Fußballer ja schon Luxus…

Ja absolut. Gerade in Wiesbaden war ich da locker mit fünf sechs Stunden Anreise dabei. Das lohnt sich dann eigentlich noch nicht mal für zwei freie Tage. Und wann hat man beim Fußball schon mal für zwei Tage frei…

Ihr Vertrag bei Hansa läuft noch bis 2016. Gab es im Sommer Anfragen oder Angebote von anderen Vereinen?

Ich habe relativ frühzeitig meinem Berater signalisiert, dass ich daran kein Interesse habe. Ich fühle mich hier in Rostock pudelwohl.

Mit Aue, Cottbus, Kiel und Magdeburg erwarten die Rostocker in den kommenden Spieltagen sogenannte Highlight-Spiele. Wie groß sind die Chancen des FCH hier erfolgreich zu sein?

So abgedroschen es auch klingt: Wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir gegen jedes Team gewinnen. Durch den Ausfall von Ziemer und den Abgang von Bickel waren wir doch recht dünn besetzt, das wurde durch die Neuzugänge korrigiert. Sie können uns sicher qualitativ weiterhelfen. Ich bin da recht optimistisch, dass wir in den nächsten Wochen unsere Punkte holen.

Diese Partien mobilisieren zahlreiche Fans. Die Unterstützung aber auch die Emotionen sind in Rostock immer groß. Ist das ein Pluspunkt?

Definitiv ist das eine große Hilfe! Gerade wenn man das vergangene Heimspiel betrachtet. Da kommen an einem Mittwochabend 17.000 Fans ins Ostseestadion. Das war der Wahnsinn. Das zeigt, was möglich ist. Auch wenn das Ergebnis nicht im Sinne aller Fans war, haben wir den Einsatz gezeigt, um die Leute wieder ins Stadion zu holen.

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