Abstiegskrimi zwischen Rot-Weiß Erfurt und Alemannia Aachen

Aller guten Dinge sind drei. Zum Einen bestreiten die Erfurter im Zuge ihrer "Englischen Wochen" morgen gegen Alemannia Aachen (19 Uhr) das dritte Heimspiel in Folge (und das sechste Pflichtspiel binnen 18 Tagen), zum Anderen ist es der dritte Versuch die Partie gegen die Alemannia aus Aachen anzupfeifen. Die Erinnerungen an die erste Absage der Partie bereitet den Anhängern des FC Rot-Weiß Erfurt noch immer Bauchschmerzen: Nach einer vermeintlichen Absage am Freitag, den 15. Februar, welche durch Erfurts Pressesprecher Wilfried Mohren kurz darauf widerrufen wurde, teilte der DFB am Vorabend der Austragung letztlich doch mit, dass der finanziell gebeutelte Verein aus Aachen aufgrund einer Vielzahl von grippeerkrankten Spielern (18) nicht in der Lage sei, die Partie ordnungsgemäß zu bestreiten und die Begegnung des 26. Spieltages nicht angepfiffen werden kann. Die Tatsache, welcher der Spielabsage einen so bitteren Nachgeschmack verlieh, war jene, dass die Kaiserstädter lediglich vier Tage später im Landespokal gegen den  TSV Germania Windeck spielen konnten, sich mit 2:0 durchsetzten und von einer Grippeerkrankung beim Großteil der Spieler offenbar nichts mehr zu sehen war.

Wenig Hoffnung bei Aachen

Seit dem wurde es im Umfeld der Alemannen nicht ruhiger. Wie im Laufe der vergangenen Woche (liga3-online.de berichtete) bekannt wurde, ist eine vorzeitige Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei absehbarem sportlichem Abstieg nicht mehr ausgeschlossen. Nach der Niederlage am vergangenen Freitag gegen Hansa Rostock (3:4) beträgt der Abstand auf das rettende Ufer bereits fünf Punkte bei zwei mehr absolvierten Spielen seitens des UEFA-Cup-Teilnehmers von 2005. Der jungen Mannschaft um Kapitän Sascha Herröder ist die Verunsicherung durch die Geschehnisse der letzten Wochen anzumerken. Lediglich ein Punkt konnte aus den letzten sieben Begegnungen geholt werden, gegen Rostock gab man eine 3:1-Führung noch aus der Hand.

"Wir wollen die Klasse sportlich halten und nicht über den grünen Tisch."

Genau dies möchten die Gastgeber aus Thüringen am Dienstag ausnutzen. Bei den Erfurtern beschäftigt man sich mit der drohenden vorzeitigen Insolvenz des Gegners und den damit einhergehenden Punktabzügen (alle Partien mit Beteiligung der Aachener würden annulliert werden) nicht: "Bei uns ist das kein Thema. Wir wollen die Klasse sportlich halten und nicht über den grünen Tisch", äußerte sich RWE-Kapitän Nils Pfingsten Reddig nach dem Spiel gegen Unterhaching. Nach dem knappen, aber dennoch verdienten 1:0-Erfolg gegen die Spielvereinigung Unterhaching am Samstag kann man sich mit dem zweiten Erfolg in Folge vor heimischem Publikum mit acht Punkten vom ersten Abstiegsplatz absetzen und einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Spielerisch wusste die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz zwar erneut nicht zu überzeugen, doch wichtig war, dass "wir mal wieder drei Punkte im Steigerwaldstadion behalten konnten", sagte Schwartz auf der Pressekonferenz nach der Partie.

Bei Erfurt alle Mann an Bord

Personell entspannte sich die Situation in den letzten Wochen, nun kann Alois Schwartz aus dem Vollen schöpfen. Nach seiner OP saß Andreas Sponsel am Samstag wieder auf der Bank, ist also voll einsatzbereit. Auch Ofosu-Ayeh hat die Sperre nach seiner fünften gelben Karte abgesessen und wird wohl wieder als rechter Verteidiger beginnen. Bei den Gästen muss Trainer René van Eck auf die verletzten Mark Flekken, Thomas Stehle, Aimen Demai, Florian Müller, Sascha Rösler und den rot-gesperrten Dario Schumacher verzichten. Des Weiteren stehen Armand Drevina und Phillip Simon nicht zur Verfügung. Unterstützung erhält der Kader durch Kazuya Odawara und Torhüter Kevin Rauhut aus der II. Mannschaft.

FOTO: Lennart Ebersbach

 

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