Abstiegskampf pur: Die halbe Liga zittert noch

So eng, so extrem, so nervenaufreibend war der Abstiegskampf in der 3. Liga noch nie! Vier Spieltage vor Saisonende liegen zwischen dem 12. und 19. Tabellenplatz gerade einmal sechs Punkte. Eine genaue Abtrennung der sicheren Zone ist kaum zu benennen. 

Haching hat zwei Kellerduelle

Der SV Waldhof Mannheim und der Chemnitzer FC sind nach aktuellem Stand die einzigen sicheren Teilnehmer der Drittliga-Saison 2019/20, wenn man auf die sportlichen Erfolge achtet. In der aktuellen Runde spielen die ersten Vier wohl bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg, darunter beginnt der Abstiegskampf! Rein theoretisch zumindest, denn für den sicheren Klassenerhalt braucht selbst der F.C. Hansa Rostock aus eigener Kraft noch zwei Punkte – und das bei 49 Zählern. Dass diese am Saisonende aber nicht reichen, ist kaum vorzustellen. Allerdings scheint in diesem Abstiegskampf nichts unmöglich.

Bei nur noch zwölf ausstehenden Punkten beginnt die Gefahrenzone bereits ab Platz 10, den aktuell der TSV 1860 München innehat – nur sechs Zähler trennen die Löwen vom ersten Abstiegsrang. Richtig gefährlich wird es ab Platz 13, auf dem die SpVgg Unterhaching rangiert. Bei nur vier Zählern Vorsprung zittern die Oberbayern besonders den direkten Kellerduellen mit Jena (35. Spieltag) und Lotte (37.) entgegen, dazwischen gibt es ein Duell mit Kaiserslautern und zum Schluss das letzte Drittliga-Heimspiel beim designierten Aufsteiger aus Osnabrück – ein Restprogramm, das schon bei einer Niederlage am kommenden Spieltag zum Pulverfass werden könnte.

Dreimal 38 Punkte

Eintracht Braunschweig dagegen reitet auf der Erfolgswelle von 27 Rückrunden-Punkten, muss aber auch in Aalen (36.) und gegen Cottbus (38.) zum großen Abstiegfinale am Saisonende ran. Im Duell mit Preußen Münster ist ein Sieg fast schon Pflicht, denn in Halle wird es den Löwen nicht leicht gemacht werden. Lotte konnte sich im Abstiegskracher gegen Aalen durchsetzen, kassierte im zweiten Kellerduell in Folge aber eine 0:3-Niederlage gegen Cottbus. Mit Rostock (35.) und Würzburg (38.) stehen zwei Spiele auf dem Plan, die Lotte für sich entscheiden muss – dann ist Wiesbaden zu Gast, ehe Lotte nach Unterhaching zum nächsten Kellergipfel muss.

Mit Großaspach, Cottbus und Köln tummeln sich gleich drei Mannschaften mit 38 Punkten auf einem Fleck, zwei von ihnen stehen aktuell unter dem Strich. Mit einem strammen Restprogramm gegen Halle und in Karlsruhe muss Großaspach das letzte Heimspiel gegen Zwickau wohl gewinnen, um sich Chancen im Finalduell mit Fortuna Köln zu bewahren. Cottbus dagegen empfängt Tabellenführer Osnabrück und muss danach zum Rückrunden-Letzten nach Uerdingen, anschließend stehen zwei echte Endspiele gegen Aalen (37.) und Braunschweig (38.) an.

Jena meldet sich stark zurück

Fortuna Köln hat vor den letzten vier Spielen noch einmal die Reißleine gezogen und Oliver Zapel für Tomasz Kaczmarek an der Seitenlinie installiert. Nach sieben sieglosen Spielen in Folge hat Köln mit Würzburg, Meppen und 1860 München drei Teams vor der Brust, bei denen es vermutlich nicht mehr um viel gehen wird. Das Abstiegs-Endspiel gegen Großaspach am letzten Spieltag können die Südstädter dann vor eigener Kulisse angehen.

Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Aalen im absoluten Kellerduell schien Carl Zeiss Jena bereits abgeschrieben zu sein, doch mit dem überraschenden Dreier gegen Wehen Wiesbaden holten die Thüringer zuletzt neun Punkte aus drei Spielen und sind wieder dran. Wie schon bei Köln gilt: Mit Würzburg, Meppen und 1860 müssen die Jenaer nach ihrem Duell mit Unterhaching nur noch gegen Teams ran, für die die Saison schon nahezu gelaufen ist. Mit dem aktuellen Rückenwind ist für Jena nichts mehr unmöglich.

Düster wird es dagegen schon in Aalen. Einziger Trumpf bei acht Punkten Rückstand: Das Team von Rico Schmitt darf in den letzten vier Spielen dreimal zuhause antreten. Bei Siegen in den Kellerduellen gegen Braunschweig und Cottbus könnte für die Aalener noch etwas möglich sein, aber eines ist gewiss – dem VfR helfen wenn überhaupt nur vier Siege. Doch selbst die könnten am Ende nicht reichen, sodass Aalen bereits mit einem Bein in der Regionalliga steht und schon am Samstag als erster Absteiger feststehen könnte.

   
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