15. Mai 2017 um 14:00 Uhr

Abstieg besiegelt: Mainz II verlässt die 3. Liga nach drei Jahren

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© imago/Hübner

Sie haben aufopferungsvoll gekämpft, die Aufholjagd wurde jedoch zu spät gestartet: Der FSV Mainz 05 II muss nach insgesamt drei Jahren in der 3. Liga den Abstieg in die Regionalliga Südwest hinnehmen. Bis zuletzt standen die Mannen vom Bruchweg für mutigen und offensiven Fußball, dennoch sind zahlreiche Fans anderer Vereine erleichtert. Ein Rückblick auf die FSV-Reserve in Liga 3.

Mainz 05 – kein Gegner, der vom Hocker riss

Nein, begeistert war zunächst kaum jemand, als Mainz 05 im Frühsommer 2014 den Aufstieg meisterte. Selbst die Relegationspaarung dürfte einigen entfallen sein, das ist keine Schande. Die TSG Neustrelitz unterlag damals mit 0:2 und 1:3, es war eine der deutlichsten Angelegenheiten in den Aufstiegsspielen. Mainz war drittklassig! Zunächst misslang der Start zwar, doch schnell akklimatisierten sich die jungen Spieler mit der neuen Zweikampfhärte, der neuen Spielkultur, den neuen Zuschauerkulissen. Sie genossen erst unter Martin Schmidt, dann unter Sandro Schwarz die Auswärtsspiele vor tausenden Zuschauern, während zum Mainzer Bruchweg meist nur einige Hundert Zuschauer pilgerten. Kleiner Fun Fact für zwischendurch: Falls sich jemals ein aufmerksamer Drittliga-Experte gefragt hat, warum die Zuschauerzahl zuletzt in auffällig vielen Begegnungen auf die Zahl 98 endet – der beauftragte Mitarbeiter ist schlicht und ergreifend glühender Anhänger von Darmstadt 98, besitzt aber dennoch ein Herz für Mainz. Bei meist nur 698, 898 oder 1198 Zuschauern störte sich an dieser kleinen Anekdote niemand.

Zweimal der Klassenerhalt – im dritten Jahr nicht

Das erste Jahr in der neuen Spielklasse schloss Mainz 05 schließlich auf dem 16. Tabellenplatz ab, kurz vor dem Saisonende wurde der Klassenerhalt gefeiert – das war eine große Sache für das junge Truppe, mehr wurde als Ziel ohnehin nie ausgegeben. Vielmehr wurde gefeiert, dass hin und wieder ein Talent den Sprung in den Bundesliga-Kader schaffte, die Rheinhessen entwickelten eine Schmiede für ihr Profiteam. Und dieses hielt sich auch im zweiten Jahr, dort sogar mit beachtlichen 48 Punkten in der Liga. Abstiegskandidat? Nicht mit Mainz! Stattdessen wurden die Nullfünfer mehr und mehr zum Favoritenschreck, waren immer mal wieder für einen Überraschungssieg gut. Unrühmlich gehen sie in die Geschichte von Energie Cottbus ein als jenes Team, das die Lausitzer im Mai 2016 in den letzten Minuten in die Regionalliga stieß.

Es fehlte Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit

2016/17 wurde erneut der Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Schnell wurde der FSV jedoch in die hintere Tabellenhälfte und schließlich in die Abstiegszone gespült, es fehlten die konstanten Leistungen und manchmal auch das Quäntchen Glück. Erst, als die Regionalliga bereits besiegelt schien, drehten Sandro Schwarz und Co. noch ein letztes Mal auf, gewannen urplötzlich drei Partien am Stück. Es war der Beweis: Auch Mainz 05 II war nach spielerischem Vermögen nie weit weg vom Rest der Liga, zu sehr fehlte aber die Erfahrung, die Kaltschnäuzigkeit, die Abgezocktheit. Auch in Lotte kämpfte die U23 bis zum Umfallen, drehte in Unterzahl einen Rückstand – kassierte dann aber das späte 3:3 und ist nun definitiv abgestiegen. Ein undankbares Schicksal für eines der wenigen Teams, das stets spielerisch versuchte, den Sieg zu erringen. Wie es nun in der Regionalliga weitergeht und ob der direkte Wiederaufstieg angepeilt werden kann, ist noch offen.

 

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