Abstieg besiegelt! 1. FC Kaiserslautern stürzt in die 3. Liga

Erstmals in seiner Vereinsgeschichte ist der 1. FC Kaiserslautern in die 3. Liga abgestiegen. Nach dem 2:3 gegen Arminia Bielefeld am Freitagabend ist der Klassenerhalt für die Roten Teufel nach dem 32. Spieltag angesichts von acht Punkten Rückstand auch rechnerisch nicht mehr möglich und das Ende der Zweitliga-Zeit beschlossene Sache. 

Frontzecks gute Bilanz reicht nicht

Am Ende hat auch Michael Frontzeck den 1. FC Kaiserslautern nicht mehr retten können: Obwohl der 54-jährige gebürtige Gladbacher seit seinem Amtsantritt im Februar als Trainer der Roten Teufel 18 Punkte aus zwölf Spielen holte (fünf Siege und drei Unentschieden), war die Hypothek der Hinrunde doch zu groß, um noch den Klassenerhalt zu verwirklichen. Gegen Bielefeld reichte dem FCK am Freitagabend auch eine 2:0-Führung nach 54 Minuten nicht zum Sieg – 2:3 hieß es am Ende, es war die 17. Niederlage im 32. Spiel.

Nur mickrige 12 Punkte hatte Kaiserslautern zur Winterpause auf dem Konto, bis zur Einstellung von Frontzeck vor dem 21. Spieltag kamen auch keine weiteren Zähler hinzu. Immerhin konnte der Nachfolger des erkrankten Jeff Strasser die Mannschaft stabilisieren und schaffte durch die kämpferischen Leistungen seines Teams den Schulterschluss mit den Fans. Hinab in die 3. Liga geht es jetzt aber trotzdem und das hat seine Konsequenzen.

Halbierung des Personaletats

Zuallererst wird sich der Personaletat des Vereins durch den Abstieg um etwa die Hälfte und damit auf knapp fünf Millionen Euro reduzieren. Wie Sportvorstand Martin Bader bereits vor einigen Wochen gegenüber dem "Kicker" erklärte, bedeutet das, dass die Mannschaft deutlich jünger und regionaler werden wird. Denn aus der derzeitigen Mannschaft werden die meisten Spieler den Verein wahrscheinlich verlassen, tatsächlich haben neben Winterzugang Halil Altintop nur noch drei weitere Jungendspieler ein Arbeitspapier, das auch für die 3. Liga eine Gültigkeit besitzt.

Auf der Suche nach Neuzugängen wird sich der Verein dabei in erster Linie im eigenen Nachwuchsbereich, also der U23 und der U19, nach möglichen Verstärkungen für die 3. Liga umsehen. Transfers von anderen Vereinen für eine Ablösesumme kämen höchstens in Frage, wenn auf der Mitgliederversammlung am 3. Juni die Ausgliederung der Profiabteilung beschlossen und damit durch externe Investoren auch Geld in die klammen Kassen fließen würde.

Stadionmiete wird gesenkt

Auch die Stadionmiete in der 3. Liga muss für den 1. FC Kaiserslautern angepasst werden. Bereits in der 2. Liga zahlt der FCK nur 2,4 Millionen Euro pro Saison an die städtische Stadiongesellschaft, obwohl ursprünglich eigentlich eine Mindestpacht von 3,2 Millionen Euro vereinbart worden war. Mit dem Abstieg muss die Pacht noch einmal gesenkt werden, damit der Verein weiterhin seiner Zahlungsschuldigkeit nachkommen kann. Verein und Stadt einigten sich nach zähen Verhandlungen schließlich auf eine Summe von 425 000 Euro pro Saison.

Den Mietausfall finanziert die Stadt aus dem Haushalt, ohne dabei aber Grund- oder Gewerbesteuer anheben zu müssen. Im Gegenzug würde der Verein bei einem Wiederaufstieg eine an die Fernsehgeldtabelle angepasste höhere Miete zahlen. Mit dem Abstieg hat der Verein, der viermalige Deutscher Meister und zweimal DFB-Pokalsieger wurde, nun seinen Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte erreicht – 20 Jahre nach der Meisterschaft als Aufsteiger.

 

   
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