KSC patzt gegen Aalen – Last-Minute-Sieg für Cottbus

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Der zweite Teil der Englischen Woche bot jede Menge Spannung: Sowohl Karlsruhe (0:3 gegen Aalen) als auch Halle (2:3 gegen Cottbus) stolperten bei Mannschaften aus dem Tabellenkeller. In Kaiserslautern stemmte sich Eintracht Braunschweig über eine Stunde lang in Unterzahl erfolgreich gegen die drohende Niederlage (0:0). Zudem spielten: Jena-Lotte (1:1) und Großaspach-Wiesbaden (2:3).

Karlsruhe 0:3 Aalen: Schlusslicht setzt Ausrufezeichen

Die Favoritenrollte war klar verteilt: Der VfR Aalen trat als Tabellenschlusslicht beim Zweitplatzierten KSC an, der bei einem Sieg bis auf einen Punkt an den VfL Osnabrück heranrücken könnte. Die Gäste ließen sich davon allerdings nicht beeindrucken: Mit viel Zug nach vorne legten die Aalener los und markierten früh die überraschende Führung: Nachdem ein vorheriger Angriff noch stark von KSC-Keeper Uphoff geklärt wurde, bekamen die Gäste einen Freistoß von rechts. Die Flanke fand den Kopf vom lauernden Schoppenhauer, der den Ball nochmal auf Luca Schnellbacher ablegte. Der Angreifer nutzte die Gelegenheit und verwandelte zum 0:1 aus Sicht der Karlsruher (12.). Und es kam noch dicker: Nur drei Zeigerumdrehungen waren die Gäste wieder zur Stelle, diesmal in Person von Thomas Geyer. Der Verteidiger schnappte sich einen Abpraller am Sechzehner und zog  direkt von der Strafraumkante ab. Uphoff erwischte den Ball nicht mehr – 0:2 (15.)! Der KSC war nun um Kontrolle bemüht, Aalen zog sich zurück. Dementsprechend kamen die Hausherren durch Lorenz (33.) und Wanitzek (39.) zu Möglichkeiten, konnten diese allerdings nicht nutzen. Somit ging es mit der Gästeführung in die Pause.

Der KSC kam mit dem klaren Ziel aus der Kabine, den Doppelschlag aus der ersten Hälfte möglichst schnell auszugleichen. Doch dafür brauchte es ein Tor – und trotz klarer Überlegenheit bei den Spielanteilen schaffte es der KSC es nicht, sich entscheidend vor das Tor des VfR Aalen zu spielen. Auch mit Standards war den Hausherren nicht geholfen: Bei der mittlerweile achten Ecke des KSC, ausgeführt von Lorenz, war kein Mitspieler zur Stelle (57.). Das Tabellenschlusslicht versuchte vor allem, die Gastgeber vom eigenen Kasten fernzuhalten, setzte aber beispielsweise durch Andrist (62.) immer wieder Nadelstiche nach vorne, die Entlastung verschafften. Dem KSC fehlte die entscheidende Idee, um sich zwingende Chancen zu erarbeiten – und bekam diese dann auf dem Silbertablett serviert. Pourié kam im Sechzehner zu Fall, der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter (71.). Der Gefoulte übernahm selbst die Verantwortung, zog im Duell mit VfR-Tohüter Bernhardt allerdings den Kürzeren (72.). Die Schlussphase brach an, und die Gäste schnupperten mittlerweile deutlich an der Überraschung. Und dann sorgte Andrist für Gewissheit: Diesmal ging der Konter der Gäste genau auf, Schnellbacher zog aus der Mitte ab und zwang Uphoff zu einer Parade, die genau auf dem Kopf von Andrist landete. Der nickte zum dritten Treffer ein, von dem sich der KSC nicht mehr erholen sollte. Die Partie endete 0:3 aus Sicht der KSC. Aalen schöpft derweil neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt und verkürzt den Rückstand zum rettenden Ufer auf sechs Punkte.

Kaiserslautern 0:0 Braunschweig: Eintracht-Bollwerk hält stand

Mit dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig trafen zwei Zweitliga-Absteiger aufeinander, die sich vor der Saison mehr von der Spielzeit erhofft hatten. Doch beide Teams zeigten sich zuletzt deutlich stabiler als noch in der Hinrunde. Die Partie begann auf Augenhöhe: Beide Mannschaften versuchten, über Passkombinationen in den gegnerischen Sechzehner zu kommen, wobei der FCK offensiv etwas aggressiver agierte. So etwa, als Thiele mit dem Ball in den Braunschweiger Strafraum zog – und von Nils Rütten per Foul zu Fall gebracht wurde. Der Defensivspezialist sah dafür die rote Karte, darüber hinaus gab es Elfmeter für die Hausherren (21.)! Mads Albaek trat an und schoss den Ball ins linke Eck, doch Keeper Fejzic war mit einer starken Parade zur Stelle. Glück im Unglück für Braunschweig, das nun allerdings über eine Stunde mit zehn Mann gegen angestachelte Rote Teufel bestehen musste. Der FCK drückte nun logischerweise auf die Führung, allerdings war am Sechzehner der konzentriert verteidigenden Löwen zumeist Endstation. Offensiv kam von den Gästen zwar nur wenig, doch der Abwehrriegel hielt – mit 0:0 ging es in die Pause.

Einen einzigen richtigen Torschuss hatte der FCK seit der Roten Karte zu Stande bekommen. Der zweite folgte direkt nach Anpfiff der zweiten Hälfte: Sternberg zielte aus der Distanz aber zu ungenau, Fejzic war zur Stelle (46.). Die Gäste konnten es nur über Konter versuchen, mussten aber aufpassen, nicht zu viel Räume zu öffnen. Vor allem FCK-Angreifer Thiele war immer wieder schnell zur Stelle, um mögliche Lücken zu nutzen: Im Sechzehner feuerte der Angreifer einen Schuss aufs kurze Eck ab, doch erneut parierte Fejzic glänzend (54.). Auch beim folgenden Freistoß von Sickinger hatte der Keeper die Übersicht und schnappte sich die Kugel aus der Luft (56.). Die Roten Teufel kamen einfach nicht durch – entweder scheiterte die FCK-Offensive am Braunschweiger Abwehrverbund oder an Torhüter Fejzic. Auch Mads Albaek versuchte es nochmal aus 17 Metern, konnte den Braunschweiger Keeper aber erneut nicht überwinden (78.) – wie auch in der Schlussminute: Aus kürzester Distanz verpasste Albaek die große Chance zum Sieg. Dann war Schluss: Trotz einer mehr als einstündigen Überzahl trennte sich der FCK nur mit 0:0 von Eintracht Braunschweig. In der Tabelle rutscht der BTSV auf Platz 18 ab, liegt aber nur noch einen Zähler hinter dem rettenden Ufer.

Halle 2:3 Cottbus: Matuwila macht’s in der Nachspielzeit

Im Ostduell zwischen Halle und Cottbus gestaltete sich die Favoritenlage ähnlich wie in Karlsruhe: Der Tabellendritte empfing mit dem FC Energie eine Mannschaft, die sich mitten im Abstiegskampf befindet. Doch in dieser Partie durfte der Favorit das erste Mal jubeln: Der HFC ging mit viel Druck in die ersten Minuten und belohnte sich früh. Da war allerdings Glück dabei: Einen Freistoß von Bahn fälschte die Mauer genau vor die Füße von Pascal Sohm ab, der aus wenigen Metern keine Probleme gegen Torhüter Rauhut hatte – 1:0 (12.). Auch in der Folge behielten die Hallenser die Kontrolle, kamen immer wieder zu Abschlüssen. Doch plötzlich schlugen die Gäste zu: Ein unzureichend geklärter Eckball landete bei Gjasula, der die Kugel direkt wieder ins Zentrum flankte. Dort stand Kevin Weidlich genau richtig und köpfte zum Ausgleich (28.).  Die Antwort ließ der HFC allerdings noch vor der Pause folgen – und auch die gestaltete sich kurios: Eine Ecke von Landgraf schätze Keeper Rauhut offenbar völlig falsch ein und ließ den Ball kurz vor dem Tor zu Moritz Heyer segeln, der aus kurzer Distanz vollendete (42.).  Mit dem Pausenstand von 2:1 ging es in die Kabinen.

Ohne einen Wechsel betraten die Mannschaften wieder den Platz. Cottbus musste nach dem zweiten Gegentor kurz vor der Pause reagieren – und ließ sich nicht allzu viel Zeit damit: Mit einem sehenswerten Dribbling setzte sich Streli Mamba gegen Landgraf durch und ließ HFC-Torhüter Eisele beim Abschluss keine Chance: Mit einem satten Linksschuss erzielte der Angreifer den Ausgleich zum 2:2 (50.). Halle zeigte sich allerdings nicht geschockt und wollte nachlegen: Fetsch nahm eine Flanke im Zentrum auf und schoss aus der Drehung auf den Kasten von Keeper Rauhut, der den Ball aber reflexartig zur Seite klärte (52.). Wenig später stand der Keeper erneut im Fokus: Manu setzte sich auf der rechten Seite durch und fand in der Mitte Bahn, der aus kurzer Distanz draufhielt, aber an Rauhuts Fußabwehr scheiterte (60.). Die Uhr tickte immer weiter, die Schlussphase brach an. Es sah nicht danach aus, dass sich noch eine der beiden Mannschaften durchsetzen würde – doch dann schlugen die Gäste in Person von Matuwila nochmal zu: In der zweiten Minute der Nachspielzeit schlug Gjasula eine Ecke in den Strafraum, wo Matuwila heranrauschte und eiskalt zum 2:3 Endstand verwandelte. Nach dem zweiten Sieg in Folge liegt Cottbus nur noch aufgrund der schlechteren Tordifferenz unter dem Strich, während Halle einen Rückschlag im Kampf um den Aufstieg hinnehmen muss.

Jena 1:1 Lotte: FCC sichert Punkt in letzter Minute

Am letzten Spieltag kassierten die Sportfreunde Lotte ihre erste Niederlage im Jahr 2019. Die Serie war zwar unterbrochen, dennoch gingen die Gäste mit einem Tabellenplatz im Mittelfeld als Favorit in die Partie gegen den kriselnden FC Carl Zeiss Jena. Dementsprechend offensiv legten die Sportfreunde auch los: Schon in der ersten Minute erspielte sich die Drube-Elf einen Eckball. Die Kugel landete bei Offensivmann Oesterhelweg, der direkt abzog – drüber (1.). Auf der anderen Seite versuchte es Tietz mit einem Distanzschuss – die Partie begann also munter (2.). In der Folge flachte die Partie etwas ab, bis Dominik Bock es einfach mal aus der Distanz versuchte – doch Lottes Torhüter Kroll war mit dem Fuß zur Stelle (23.). Dann ging es Schlag auf Schlag: Starke zog ab, wieder war Kroll da (28.). Auf der anderen Seite spielte Volkmer einen Rückpass viel zu kurz zu Torhüter Coppens zurück: Toni Jovic hatte den Braten gerochen und zog den Sprint an, doch der Keeper klärte gerade noch rechtzeitig (29.). Die Partie blieb insgesamt unruhig und zeichnete sich durch die eine oder andere Nickligkeit aus. Tore blieben vorerst jedoch Mangelware – mit 0:0 ging es in die Pause.

Die Teams kamen unverändert aus der Kabine, fanden dafür aber andere Verhältnisse vor: Regen und Wind hatten während des Spiels deutlich zugenommen. Das Spiel an sich veränderte sich vorerst allerdings wenig: Beide Mannschaften wollten dem Konkurrenten nicht zu viel Platz lassen und agierten verhalten nach vorne. Die Hausherren hatten die erste dicke Chance des zweiten Durchgangs: FCC-Kapitän Eckardt bekam den Ball von Starke perfekt im Sechzehner serviert, köpfte aber überhastet neben den Kasten von Kroll (54.). Besonders bitter für den Angreifer: Wenig später brachte er den Ball doch noch im Netz unter – allerdings im eigenen. Nach einem Eckball rutschte das Leder über den nassen Rasen direkt gegen das Schienbein des Kapitäns, der eigentlich klären möchte. Von dort sprang die Kugel genau in Richtung des Tores von Torhüter Jo Coppens, der völlig chancenlos war – 0:1 aus Sicht der Hausherren (71.). Die wollten nun den Deckel drauf machen: Der eingewechselte Tim Wendel feuerte den Ball aus der Distanz aufs FCC-Tor, erwischte aber nur das Lattenkreuz (74.). Darüber dürften sich die SFL ärgern, denn: Kurz vor Schluss kam Fabien Tchenkoua nach einer Ecke nochmal völlig frei zum Kopfball, konnte sich die Ecke quasi aussuchen und stellte auf 1:1 (88.). Nun war der FCC drauf und dran, sogar drei Punkte mitzunehmen und attackierte – am Ende blieb es aber bei der Punkteteilung.

Großaspach 2:3 Wiesbaden: Wilde zweite Hälfte sichert SVWW drei Punkte

Der SV Wehen Wiesbaden hat sich in der Tabelle zwar bis auf Rang vier vorgekämpft, blieb zuletzt allerdings dreimal sieglos. Logisch, dass gegen die – seit fünf Spielen allerdings ungeschlagene – SG Sonnenhof Großaspach endlich wieder drei Punkte her sollten. Die Gäste erwischten den besseren Start: Schwadorf und Kyereh verpassten noch den Abschluss (4.), wenig später jedoch zog Manuel Schäffler den Ball erstmals auf den Großaspacher Kasten (5.). Die Gastgeber hatten Probleme, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien, Wiesbaden drückte weiter. Nach einer knappen halben Stunde kämpfte sich der Dorfklub allerdings auf die Gegenseite, Choroba versuchte es aus der Distanz – aber deutlich vorbei (32.). Die Gäste machten unbeirrt weiter, vor allem Schwadorf setzte immer wieder Akzente nach vorne. Die Hausherren verteidigten allerdings mit viel Einsatz und stellten die SVWW-Offensive zumindest im letzten Drittel vor Probleme – und sicherten sich so den 0:0 Pausenstand.

Die erste Hälfte ließ nicht unbedingt auf eine Explosion, doch das Spiel veränderte sich mit dem Anpfiff der zweiten Halbzeit grundlegend. Denn nachdem der SVWW zuvor klar tonangebend war, lagen die Gäste plötzlich zurück: Mockenhaupt versuchte eine Baku-Flanke per Grätsche zu klären, brachte die Kugel allerdings im eigenen Tor unter (51.). Der Bann war gebrochen und plötzlich spielte der Dorfklub nach vorne – nur, um sich den Ausgleich zum 1:1 zu fangen: Mrowca fand den Lauf  Shipnoski, der sich aus 13 Metern gegen Broll durchsetzte (60.). Und die Gäste setzten noch einen oben drauf: Schäffler setzte Jules Schwadorf in Szene, der aus zwölf Metern zur Führung einschob (66.). Wiesbaden hatte nun endgültig Blut geleckt: Schäffler schickte Diawusie auf die Reise, der vom Strafraumeck abzog. Den Abschluss konnte Broll parieren, gegen den Nachschuss von Kyereh war der Torhüter aber machtlos (75.). Es stand nun 1:3, die Partie war aber immer noch nicht gelaufen: Alf Mintzel sah nach einem Foul die Rote Karte und verursachte einen Elfmeter gegen sein Team. Dessen nahm sich Zlatko Janjic an, der wieder auf 2:3 verkürzte (84.).  Nun war nochmal richtig Feuer drin, doch der SVWW hielt den Angriffen der Gastgeber stand: Die Partie endete mit 3:2 für den SVWW, der damit den Rückstand zum Halleschen FC auf zwei Punkte verkürzt. Großaspach steht derweil nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz über dem Strich.

   

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