Warum Fortuna Köln trotz starker Defensive im Tabellenkeller steckt
Groß war die Freude in Köln nach der Rückkehr der Fortuna in die 3. Liga. Mit der Niederlage gegen den VfB Stuttgart II und dem Absturz auf den vorletzten Rang zieht aber Ernüchterung ein in der Südstadt. Dabei präsentiert sich die Fortuna gar nicht schlecht, stellt eine herausragende Defensive, hat aber gerade am anderen Ende des Feldes auch ganz große Probleme.
Der Fortuna fehlen die Tore
Sein 250. Spiel auf der Trainerbank bei Fortuna Köln hatte sich Matthias Mink sicherlich anders vorgestellt, musste er von dort aus am vergangenen Freitag doch beobachten, wie seine Mannschaft mit 0:1 gegen den VfB Stuttgart II verlor und dadurch letztlich auf den vorletzten Rang in der 3. Liga abrutschte. Eine Szene nach rund einer Stunde war dabei bezeichnend für die noch nicht wirklich rund laufende Spielzeit des Aufsteigers. In einer Drangphase der Fortuna landete ein Kopfballaufsetzer von Enzo Wirtz an der Latte, den Abpraller köpfte David Haider über das leere Tor – eine Hunderprozentige!
Die Chancenauswertung ist ein generelles Manko der Kölner, mit gerade einmal acht Treffern haben sie die mit Abstand wenigsten Tore in der 3. Liga erzielt und konnten diesen zuletzt in drei aufeinanderfolgenden Drittliga-Partien keine hinzufügen. Den zweitharmlosesten Angriff der Liga stellt die Fortuna aus Düsseldorf, die durfte allerdings immerhin elfmal jubeln. "Tore schießen! Wir sind am 10. Spieltag. Wir haben acht Tore. Aber das ist auch das Schwierigste", weiß Mink natürlich selber um das größte Problem seiner Mannen. Mehr als den Torabschluss trainieren zu lassen und seinen Angreifern Mut zuzusprechen, kann der 59-Jährige aber auch nicht.
Chancenauswertung lässt zu wünschen übrig
An der Kreation von Torchancen hapert es nämlich nicht direkt, die Fortuna weiß sich durchaus vor dem gegnerischen Kasten in Szene zu setzen. "Ich glaube schon, dass wir vieles richtig gemacht haben. Das Resultat passt aber nicht", ließ Mink nach der Niederlage gegen Stuttgart II verlauten und sprach damit zwei Sätze aus, die sich ebenfalls auf die Saison beziehen lassen. 158 Torabschlüsse konnten die Kölner bislang insgesamt verzeichnen und lassen in dieser Statistik immerhin vier Vereine hinter sich – die Chancenverwertung von 5,1 Prozent wird im negativen Sinne aber nur noch von der SG Sonnenhof Großaspach übertroffen. Keine eigenen Tore und damit zu wenige geholte Punkte, so einfach ist die Rechnung.
Immerhin aber steht die Defensive auf der anderen Seite, denn mit nur elf Gegentreffern ist man auch hier der Primus der Liga und hat sogar ein Tor weniger kassiert als der Spitzenreiter aus Duisburg. Wurde in den vergangenen drei Jahren die Mannschaft mit der besten Defensive auch am Ende der Saison Meister, deutet bei der Fortuna gerade nur wenig darauf hin. Dafür müsste sie eben selbst wieder mehr Tore erzielen. Die dafür vorgesehenen Spieler Wirtz, Hamadi Al Ghaddioui und Timo Bornemann – in der Aufstiegssaison noch mit 14, zwölf beziehungsweise zehn Treffern – haben aber bislang ebensowenig in den Tritt gefunden (alle je ein Tor) wie der aus Kaiserslautern gekommene Stürmer Jannik Mause (ebenfalls ein Treffer). Minks Hoffnung von Spiel 251 als Fortuna-Coach an wird es also sein, dass der Knoten endlich platzt.