Alles, was ihr zum 11. Spieltag wissen müsst
Die 3. Liga ist die ausgeglichenste Liga des Landes? Zumindest spricht der derzeitigen Blick auf die Tabelle stark für diese These. Entsprechend viel Spannung verspricht auch der 11. Spieltag. Unter anderem kommt es zum Duell zweier wankender Schwergewichte. Unsere Vorschau liefert euch wie gewohnt den detaillierten Überblick.
Die Ausgangslage
Alexander Ende ist in Düsseldorf Geschichte. Nach der 1:3-Heimpleite gegen den 1. FC Saarbrücken war die Geduld der Verantwortlichen aufgebraucht. Nun soll es bis auf Weiteres der langjährige Spieler und bisherige U23-Coach Jens Langeneke richten. Ob es ihm gelingt, den auf den Ende-Fußball zugeschnittenen Kader wieder auf Kurs zu bringen? Zum Debüt wartet jedenfalls gleich ein echter Härtetest: Die auf Platz zehn liegende Fortuna reist zum zuletzt ebenfalls kriselnden F.C. Hansa Rostock. Wer entscheidet das Duell der beiden wankenden Schwergewichte am Samstagnachmittag für sich?
Eröffnet wird der 11. Spieltag mit der Partie zwischen Rot-Weiss Essen und Jahn Regensburg. Der zweitplatzierte FC Viktoria Köln bekommt es am Samstag mit dem SC Verl zu tun, während der Vierte aus Saarbrücken am Sonntag beim Schlusslicht TSV Havelse gastiert. Und Tabellenführer Duisburg? Die Zebras reisen am Samstag nach Ingolstadt und wollen ihre Spitzenposition weiter festigen. Während der MSV nach zehn Spieltagen bereits acht Punkte Vorsprung auf den Vierten aus Saarbrücken hat, liegen zwischen Platz vier und Platz 19 (Fortuna Köln) gerade einmal sieben Zähler. Noch enger geht es im breiten Tabellenmittelfeld zu: Zwischen Rang sieben und Platz 17 beträgt der Abstand lediglich drei Punkte!
Fünf Spiele im Fokus
Essen vs. Regensburg: Hält der Jahn-Aufschwung auch an der Hafenstraße?
Auf die Auftaktniederlage folgten acht ungeschlagene Partien in Serie, dank derer sich Rot-Weiss Essen in den Top 3 der Liga festsetzen konnte. Am vergangenen Wochenende fand diese Erfolgsserie allerdings ein Ende: Trotz zahlreicher Chancen musste sich RWE in Ingolstadt mit 0:1 geschlagen geben. Diesen Ausrutscher möchte die Koschinat-Elf nun schnellstmöglich vergessen machen – am besten mit einem Heimsieg unter Flutlicht vor eigenem Publikum. Die Gelegenheit dazu bietet sich am Freitagabend, wenn der SSV Jahn Regensburg an der Hafenstraße gastiert.
Der Jahn ist dabei so etwas wie der Lieblingsgegner der Essener: Vier der bisherigen fünf Duelle gingen an die Westdeutschen, die fünfte Begegnung endete unentschieden. Doch Vorsicht: Die Oberpfälzer reisen mit frischem Elan an, sind sie doch seit vier Partien ungeschlagen. Die Startschwierigkeiten scheinen allmählich überwunden, wenngleich die Ausbeute von lediglich zwei Siegen nach zehn Spieltagen weiterhin stark ausbaufähig ist. "Wir sind auf einem guten Weg", zeigt sich SSV-Coach Sascha Hildmann dennoch überzeugt. Immerhin präsentierten sich die zuvor defensiv anfälligen Regensburger zuletzt deutlich stabiler und hielten in zwei der vergangenen drei Partien die Null. Gelingt ihnen das auch am Freitagabend an der Hafenstraße?
Meppen vs. Würzburg: Geht der Meppener Chancenwucher weiter?
Es war wie verhext: Trotz 28 Torschüssen, darunter einige Hochkaräter, kam der SV Meppen im Heimspiel gegen den TSV Havelse nicht über einen Treffer hinaus und musste sich letztlich mit einem Remis begnügen. Und dennoch blicken die Emsländer auf eine positive Englische Woche zurück, in der immerhin fünf Punkte heraussprangen. In der Tabelle steht der SVM allerdings weiterhin knapp unter dem Strich – aufgrund einer um ein Tor schlechteren Tordifferenz gegenüber den Würzburger Kickers, die nun ausgerechnet der nächste Meppener Gegner sind.
Das Ziel für das Heimspiel gegen die Kickers ist damit klar: Mit einem Sieg möchte Meppen am direkten Konkurrenten vorbeiziehen und die Abstiegsplätze verlassen. Gegen Würzburg müsse seine Mannschaft "genauso auftreten wie heute", forderte Trainer Lucas Beniermann nach dem Havelse-Spiel. "Wenn wir uns genauso viele Chancen erspielen, würde es mich arg wundern, wenn wir nicht gewinnen", gab sich der Coach zuversichtlich. Allerdings reisen auch die Würzburger mit frischem Selbstvertrauen in den Nordwesten der Republik, nachdem die Mannschaft von Michael Schiele in der Vorwoche einen wichtigen 2:0-Heimsieg gegen Waldhof Mannheim einfahren konnte. Und auch die Bilanz spricht für die Kickers: Von acht bisherigen Duellen entschieden die Unterfranken fünf für sich, Meppen nur eines.
Rostock vs. Düsseldorf: Ist das Ende-Aus der Anfang der Aufholjagd?
Es ist das Duell der beiden vor der Saison als Top-Favoriten ausgemachten Vereine: Der ambitionierte Vorjahresfünfte Hansa Rostock empfängt den prominenten Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf. Der aktuelle Blick auf die Tabelle lässt allerdings kein Spitzenspiel vermuten, schließlich grüßt Hansa gerade nur von Platz sechs, während die Fortuna mit zwei Punkten weniger auf dem Konto sogar nur Zehnter ist. Und auch die Trainer sind bei beiden Vereinen nicht mehr dieselben wie noch zu Saisonbeginn: Beim FCH hat seit drei Spielen André Breitenreiter das Sagen. Auf einen Auftaktsieg folgten zuletzt zwei ernüchternde 0:2-Pleiten.
Bei den Rot-Weißen wird wiederum Jens Langeneke am Samstag sein Debüt feiern. Der langjährige Fortuna-Spieler folgt auf Alexander Ende, der am Sonntag von seinen Aufgaben entbunden wurde, nachdem seine Truppe am Samstag mit 1:3 gegen Saarbrücken verloren hatte. Stellt sich nun die Frage, wie der auf dem Papier exquisit besetzte Kader auf den Trainerwechsel reagiert. Auffällig ist, dass Düsseldorf trotz der vielen namhaften Spieler über erstaunlich wenig Drittliga-Erfahrung verfügt (715 Partien), während Hansa auf insgesamt 1834 Einsätze kommt. Ob das am Samstag das entscheidende Zünglein an der Waage wird?
Ingolstadt vs. Duisburg: FCI-Aufschwung wird vom Primus auf die Probe gestellt
Seit drei Spielen hat Achim Beierlorzer beim FC Ingolstadt das Sagen. Setzte es zum Auftakt noch eine Niederlage gegen Wiesbaden, macht sich der Trainerwechsel seitdem auch in den Ergebnissen bemerkbar: Sowohl gegen Waldhof Mannheim als auch gegen Rot-Weiss Essen feierten die Schanzer Zu-null-Siege. Nun stellt sich die Frage, ob der Aufschwung auch gegen den Essener Rivalen MSV Duisburg anhält, der bekanntlich als souveräner Tabellenführer in die Audistadt reist.
Die Zebras stehen nach zehn Spieltagen bei stolzen 25 Punkten und haben damit schon sieben Zähler Vorsprung auf den dritten Platz. Zuletzt musste sich der MSV im Spitzenspiel gegen Viktoria Köln allerdings mit einem 1:1 begnügen. In Ingolstadt soll nun möglichst wieder ein Dreier her, um die komfortable Tabellenführung weiter auszubauen. Allerdings spricht die direkte Bilanz leicht für die Schanzer: Von 22 bisherigen Duellen entschieden die Oberbayern neun für sich, während Duisburg sechsmal als Sieger vom Platz ging. Beim letzten Aufeinandertreffen im März dieses Jahres trennten sich beide Teams im Audi-Sportpark torlos. Gibt es diesmal einen Sieger?
Münster vs. Fortuna Köln: Wer überwindet im direkten Duell seine Krise?
Auf einen ordentlichen Saisonstart folgte bei Preußen Münster zuletzt eine Ergebniskrise. Seit fünf Spielen sind die Adlerträger mittlerweile sieglos. Besonders bitter: In der jüngsten Englischen Woche ging der SCP in allen drei Partien in Führung, zweimal sogar mit 2:0. Dennoch sprang am Ende lediglich ein Punkt heraus. Trainer Thomas Wörle sitze weiterhin fest im Sattel, ließen die Verantwortlichen zuletzt verlauten. Ein Heimsieg gegen Fortuna Köln würde dennoch sicherlich helfen, um die Gemüter wieder etwas aufzuhellen. Immerhin gelang unter der Woche im Landespokal gegen Wattenscheid ein Sieg – nach eigenem Rückstand.
Wenig zum Jubeln gab es zuletzt auch beim kommenden Gegner Fortuna Köln. Kurioserweise stellen die Südstädter mit nur elf Gegentoren die beste Defensive der Liga, rangieren aber trotzdem auf Platz 19. Grund dafür ist die schwache Offensive, die erst auf acht Treffer kommt – Ligatiefstwert. "Ich glaube schon, dass wir vieles richtig gemacht haben. Das Resultat passt aber nicht", haderte Trainer Matthias Mink nach der jüngsten Niederlage gegen Stuttgart II. Ob diesmal der Knoten platzt? Das letzte Duell im April 2023 gewann die Fortuna mit 3:1 in Münster. Die Gesamtbilanz spricht allerdings für die Preußen (21:12 Siege).