"In der Art noch nicht erlebt": Meppen irrwitziger Chancenwucher

Wie konnte der SV Meppen dieses Spiel nicht gewinnen? Diese Frage stellten sich am Sonntagabend nach dem 1:1 gegen Havelse alle, die es mit den Emsländern halten. Dass es trotz einer Vielzahl von Chancen nur zu einem Remis reichte, sorgte für großen Frust.

Nur ein Tor aus 28 Schüssen: "Splapstickmäßig"

Er war irrwitzig, der Chancenwucher des SV Meppen an diesem Sonntagabend. Ganze 28 (!) Torschüsse gab der Aufsteiger während der Partie ab, brachte den Ball aber nur in der 15. Minute im Tor unter. Ein weiterer Treffer in der 79. Minute zählte aufgrund eines Stürmerfouls nicht. Dabei wären locker drei bis vier weitere Treffer möglich gewesen. Die größte Chance vergab Luca Prasse in der 90. Minute, als er komplett frei vor dem Tor stand, den Ball aber aus kurzer Distanz über den Kasten zog. "Du musst das Spiel einfach gewinnen, eigentlich auch deutlich", war Trainer Lucas Beniermann im Interview mit "MagentaSport" niedergeschlagen. "Wir haben splapstickmäßig dermaßen viele Chancen liegengelassen, das ist kaum zu erklären und das habe ich in der Art auch noch nicht erlebt. Wenn einer reingeht, fällt vielleicht noch das zweite und dritte."

Einen Vorwurf machte er seinen Spielern aber nicht: "Die Haltung war die richtige. Wir kommen in die Situationen, das ist das schwierigste." Dass der Ball dennoch nicht über die Linie ging, erklärte Beniermann mit einem Kopfproblem. Zerfleischen werde sich die Mannschaft aber nicht, war sich der 36-Jährige sicher. "Wir haben junge Spieler, denen das sehr, sehr nahe geht. Die spielen mit Leib und Seele für den Verein und hätten sehr gerne das Siegtor geschossen." Allen voran natürlich Luca Prasse, den Beniermann gesondert in Schutz nahm: "Er hat die Qualität, fünf bis sieben Tore in einer Saison zu machen. Das hat er oft genug bewiesen." Bislang steht der Stürmer bei einem Treffer.

Englische Woche durchaus erfolgreich

Trotz des verpassten Siegs war die Englische Woche mit fünf Punkten aber durchaus erfolgreich, auch wenn es sich unmittelbar nach der Partie nun "beschissen" anfühle. "Aber in der letzten Englischen Woche haben wir keine Punkte geholt, da war Weltuntergangsstimmung. Wir müssen auch mal die Mitte finden, und nicht immer nur Schwarz und Weiß sehen", warb Meppens Trainer um Ruhe. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Emsländer wieder unter den Strich gerutscht sind – wenn auch nur aufgrund der um einen Treffer schlechteren Tordifferenz gegenüber den Würzburger Kickers.

Die Unterfranken werden am kommenden Samstag nun der nächste Gegner des SVM sein. "Dann müssen wir es schaffen, genauso auftreten wie heute. Wenn wir uns genauso viele Chance erspielen, würde es mich arg wundern, wenn wir nicht gewinnen", blieb Beniermann zuversichtlich. Auch Kapitän Jonas Fedl meinte: "Wir haben in der Englischen Woche einen Schritt nach vorne gemacht, müssen weitermachen und uns daran hochziehen."

   

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