"Wir sind auf einem guten Weg": Jahn-Serie hält trotz Nullnummer

Vier Ligaspiele ohne Niederlage, fünf Punkte aus der Englischen Woche: Der SSV Jahn Regensburg hat sich nach seinem schwierigen Saisonstart stabilisiert, beim 0:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden aber einen weiteren Heimsieg verpasst. Trainer Sascha Hildmann lobte die verbesserte defensive Balance, während Torhüter Hannes Hermann nach einer kuriosen Aktion für einen Schreckmoment sorgte.

"Wir wollten da nicht ins Messer laufen"

Nach dem 5:0 gegen den TSV Havelse und dem 2:2 beim SC Verl in der Englischen Woche blieb der Jahn diesmal ohne Gegentor. Hildmann zeigte sich gegenüber "MagentaSport" mit der defensiven Organisation zufrieden. "Wir wollten da nicht ins Messer laufen", erklärte der Coach mit Blick auf die Konterstärke der Wiesbadener. Seine Mannschaft habe nach Ballverlusten schnell die Räume geschlossen. "Wir werden immer kritisiert, weil wir aktuell so viele Gegentore bekommen. Das haben wir jetzt besser gemacht", betonte der Trainer.

Offensiv fehlte dagegen die letzte Konsequenz. Zwar habe Regensburg in den ersten 20 Minuten gute Möglichkeiten herausgespielt, gegen die kompakte Gästeabwehr sei jedoch zunehmend die Durchschlagskraft verloren gegangen. "Wir sind oft nicht durchgekommen, wie wir uns das gewünscht haben", räumte Hildmann ein. Mit dem torlosen Remis müsse seine Mannschaft nach der kräftezehrenden Woche leben.

"Das darf nicht passieren"

Für einen Schreckmoment sorgte allerdings Hermann. Nach einem Missverständnis beim Abstoß verursachte der Keeper einen indirekten Freistoß im eigenen Strafraum. Hildmann reagierte mit Galgenhumor und fragte seinen Schlussmann nach dem Ende der Partie scherzhaft, ob dieser wolle, dass er einen Herzinfarkt bekomme. "Das darf nicht passieren", stellte der Trainer klar, nahm Hermann aber zugleich in Schutz. "Das ist Fußball, das ist ein Fehlersport."

Hermann selbst erklärte gegenüber "MagentaSport", die Entscheidung der Schiedsrichterin nicht wahrgenommen zu haben und deshalb von einer normalen Spielsituation ausgegangen zu sein. "Ich glaube, wir haben es alle nicht so richtig verstanden“, schilderte der Torhüter. Umso erleichterter zeigte er sich über die Rettungsaktion seiner Mitspieler. "Wenn man zu null spielt als Mannschaft, kann man da erst mal nicht negativ drüber reden", betonte Hermann.

Am Freitag nach Essen

In der anschließenden Pressekonferenz richtete Hildmann den Blick auf die Entwicklung seiner Mannschaft. "Wir sind auf einem guten Weg", zeigte sich der Coach überzeugt. Dass am Ende die Kraft für den entscheidenden Treffer fehlte, führte er auch auf die hohe Belastung zurück. Erst am Donnerstagmorgen gegen fünf Uhr war der Jahn von seiner Auswärtsfahrt aus Verl zurückgekehrt. "Es haben auch echt die Körner dann vielleicht auch ein Stück weit gefehlt", räumte Hildmann ein. Zugleich verwies er auf die enge Tabellenkonstellation, in der bereits ein Sieg größere Sprünge ermöglichen könne.

Am kommenden Freitag wartet bei Rot-Weiss Essen die nächste Bewährungsprobe. Den Verein kennt Hildmann aus seiner Zeit als Trainer bei Preußen Münster bestens. Sechsmal traf er mit den Adlerträgern auf RWE, seine Bilanz: drei Siege und drei Niederlagen. "Die Hafenstraße ist immer eine Reise wert", freut sich der Coach auf die Rückkehr. Dort will der Jahn seine Ungeschlagen-Serie fortsetzen und den Sprung aus der Abstiegszone schaffen.

 

   

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