"Brutal bitter": Fehlstart beim SVWW spitzt sich weiter zu
Auch im fünften Anlauf gelang dem SV Wehen Wiesbaden nicht der erste Sieg in dieser Saison, stattdessen setzte es beim 0:1 gegen Mannheim eine erneute Niederlage, die Trainer Daniel Scherning als "brutal bitter" bezeichnete. Davon, dass der Druck angesichts des Fehlstarts größer wird, wollte er aber nichts wissen.
"In allen Phasen besser"
Er stand nach der Partie im wahrsten Sinne des Wortes im Regen, SVWW-Coach Daniel Scherning. Denn wie der 42-Jährige bei "MagentaSport" betonte, habe seine Mannschaft trotz der Niederlage "ein gutes Spiel gemacht" und "alles dafür getan, dieses Spiel zu gewinnen". Nach Auffassung Schernings seien die Wiesbadener "in allen Phasen besser" gewesen. "Wir haben drei bis vier ganz klare Möglichkeiten gehabt". Problem nur: der Ball wollte nicht über die Linie. "Wenn du kein Tor machst, kannst du kein Spiel gewinnen", bediente sich der Coach einer alten Fußball-Weisheit. "Und wenn du dann siehst, dass Mannheim mit einem Fallrückzieher-Tor die drei Punkte mitnimmt, dann ist das einfach brutal bitter."
Das Einzige, was er seiner Mannschaft vorwerfen könne, sei die Tatsache, "dass wir es nicht schaffen, aus dieser Überlegenheit, die wir über 90 Minuten komplett hatten, den Ball ins Tor zu bringen. Das ist aktuell das große Problem". So stehen nach fünf Spieltagen lediglich zwei Punkte und zwei Tore auf dem Konto. Einen dieser Zähler holte der SVWW zuhause beim 0:0 gegen Essen. "Das ist zu wenig für die Leistung, die wir in den drei Heimspielen hier abgeliefert haben."
"Hört mir auf mit Druck"
Angesichts des Fehlstarts steigt nun der Druck, auch auf Scherning persönlich. Doch davon wollte er nichts wissen: "Hört mir auf mit Druck. Ich habe ganz andere Vereine trainiert, wo richtig Druck auf dem Kessel ist." Gleichwohl räumte der 42-Jährige ein, "dass wir den Anspruch haben, deutlich besser in der Tabelle zu stehen, deutlich mehr Heimpunkte zu holen und deutlich mehr Tore zu machen. Und all das fehlt uns im Moment". Es gehe nun darum, "die Köpfe wieder hoch zu kriegen und am Mittwoch das Ding dann irgendwann mal dreckig über die Linie zu drücken", blickte Scherning auf das Auswärtsspiel bei Fortuna Köln am Mittwoch voraus.
Dass es in drei Tagen schon weitergeht, bewertete der Wiesbadener Coach als "Vorteil, weil wir es dann direkt besser machen können, es aber auch müssen. Da brauchen wir nicht drum herum reden. Du musst das Ding irgendwo ins Eckige kriegen. Ansonsten gewinnst du kein Fußballspiel". Auch Marcus Müller meinte: "Wir müssen daran arbeiten, dass wir die Chancen wegmachen, die wir bekommen." Ein Sieg ist Pflicht, will Wiesbaden die rote Laterne abgeben und den Kontakt zu den nach wie vor anvisierten Aufstiegsplätzen nicht völlig verlieren. Acht Punkte fehlen derzeit zu den Rängen drei und zwei.