"In Summe zu viel": Giannikis hadert mit Defensive und dem Schiri

Beim 2:4 im Topspiel gegen Hansa Rostock bekam der 1. FC Saarbrücken gnadenlos seine Schwächen aufgezeigt. Trainer Argirios Giannikis haderte nach Spielende mit der Anfälligkeit nach Standards, aber auch mit dem Schiedsrichter.

Drei Gegentore nach Standards

Als Seung-Joon Lee nur 70 Sekunden nach Wiederanpfiff das 1:1 erzielte, war der FCS wieder voll im Spiel und hatte noch reichlich Zeit, die Partie auf seine Seite zu ziehen. Doch anstatt das Spiel zu drehen, kassierten die Saarländer binnen 19 Minuten gleich drei Gegentore, die allesamt alle per Standards fielen. Beim 1:2 (55.) und 1:4 (74.) schlug die Kogge jeweils per Ecke zu, das 1:3 (60.) fiel nach einem Strafstoß. Trainer Argirios Giannikis war vom Abwehrverhalten seiner Mannschaft dabei alles andere als begeistert.

"Natürlich kann man nicht alles wegverteidigen. Aber wenn ich nicht zum Ball gehe, fehlt die Basis", sagte er am "MagentaSport"-Mikrofon. Namentlich sprach der Deutsch-Grieche zwar niemanden direkt an, doch die Worte gingen unter anderem in Richtung von Siemen Voet, der sich von sich aus selbstkritisch zeigte und Verantwortung dafür übernahm, dass die Hereingaben bei den Eckstößen nicht geklärt wurden. Der Kopf habe dabei keine Rolle gespielt, vielmehr fehlte der Fokus, so der 26-Jährige: "Vielleicht waren wir nicht wach genug."

"Ziemlich schnell" für Hansa gepfiffen

So stand für Giannikis am Ende eine "unnötige Niederlage, weil wir aus dem Spiel heraus die bessere Mannschaft waren, mehr Torchancen und mehr Ballbesitz hatten. Ich habe uns nicht zwei Tore schlechter gesehen". Letztlich habe sein Team im Hinblick auf die Standards "ein bisschen Lehrgeld bezahlt", befand der FCS-Coach. Positiv war aber, wie der FCS mit den Rückschlägen umgegangen war. Statt sich mit der Niederlage in der Schlussphase abzufinden, stemmten sich die Blau-Schwarzen dagegen und kamen immerhin noch zum 2:4 durch Pick (76.). "Wir haben schon in den ersten drei Pflichtspielen gezeigt, dass wir bis zur letzten Minute kämpfen", hob Voet hervor. "Wir hatten die Chancen und haben wieder zwei Tore gemacht, vielleicht kann ich auch noch ein drittes machen", zeigte sich der Belgier auch diesbezüglich selbstkritisch.

Unterdessen haderte Giannikis nicht nur mit Unzulänglichkeiten in der Defensive, sondern auch mit Schiedsrichter Michael Bacher. "Es gab ein paar Abseitssituationen, die schon grenzwertig waren", schimpfte er. Generell sei in vielen Szenen "ziemlich schnell" für Hansa gepfiffen worden. "Und wenn ich sehe, wie oft Nankishi am Trikot gezogen wurde und nicht geahndet wurde, während bei uns jeder Stupser gepfiffen wurde. In Summe war das dann zu viel." Co-Trainer Gaetan Krebs hatte sich nach 76 Minuten gar derart über eine Entscheidung von Bacher aufgeregt, dass er die rote Karte gesehen hatte. Nach der ersten Liga-Niederlage nach zuvor zwei Siegen sind die Saarländer in der Tabelle auf Platz 4 abgerutscht. Zurück in die Spur soll es nächsten Samstag in Meppen gehen. Bis dahin dürfte vor allem das Verteidigen von Standards auf dem Trainingsplan stehen.

   

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