Pokalheld Reule im Interview: "Das größte Spiel meiner Karriere"

Als einer von zwei Drittligisten zog die SG Sonnenhof Großaspach in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Der große Held beim 3:0 im Elfmeterschießen gegen Zweitligist Arminia Bielefeld: Keeper Maximilian Reule, der bei keinem einzigen Strafstoß hinter sich greifen musste. Im Interview mit liga3-online spricht Pokalheld Reule über den emotionalen Erfolg, unbeschreibliche Glücksgefühle, die "Dorfparty” danach und unzählige Pokal-Replays am Tag danach.

"Es ging bis tief in die Nacht weiter"

liga3-online.de: Die SG Sonnenhof Großaspach steht nach dem Erfolg gegen Arminia Bielefeld in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Wie fühlt sich das ein paar Tage danach an, Herr Reule?

Maximilian Reule: Immer noch großartig. So langsam hat man sich zwar wieder etwas beruhigt und der Alltag kehrt ein. Aber noch bis einschließlich Dienstag war das Bielefeld-Spiel unser Hauptgesprächsthema im Team. Es war ein Wahnsinns-Tag mit einem großen Sieg, den wir anschließend ausgiebig gefeiert haben.

Wo Sie die Party beim Dorfklub bereits selbst ansprechen: Was ging in Großaspach ab?

Es ist kein Geheimnis, dass wir es nach solchen Siegen gerne krachen lassen. Das sollte auch erlaubt sein, wenn danach schnell genug wieder der Schalter umgelegt und der Fokus auf den Liga-Alltag gerichtet wird. Im Hotel Sonnenhof ging es bis tief in die Nacht. Ich war aber – für meine Verhältnisse – früh zuhause (lacht).

Die Rückkehr in die 3. Liga, der 1:0-Auftaktsieg gegen Fortuna Köln und jetzt der Pokalerfolg gegen Bielefeld: Die letzten Monate in Großaspach hätten kaum besser laufen können, oder?

Absolut. Die Auftaktpartie gegen Fortuna Köln konnte sich auch sehen lassen, das Ergebnis hätte sogar noch etwas höher ausfallen können. Aber: Beim anschließenden 0:2 in Meppen haben wir dann aber gesehen, was es heißt, wieder zurück in der 3. Liga zu sein. Wir hätten durchaus etwas mitnehmen können, waren aber zu ineffizient, während Meppen die Chancen eiskalt genutzt hat. Aber auch solche Niederlagen gehören zum Lern-Prozess dazu.

 

"Noch nie glühte mein Handy so sehr"

Es folgte der Pokalerfolg gegen Bielefeld, bei dem Sie mit zwei Paraden im Elfmeterschießen zum Helden wurden. Ein Elferschießen ohne Gegentor erlebt man als Keeper auch nicht allzu oft!

Die meisten Torhüter werden das in ihrer Karriere vermutlich nie erleben. Es war das größte Spiel meiner Karriere. Zwar hatte ich zuvor schon mit Ulm gegen Schalke 04 und 2025 mit Großaspach gegen Bayer 04 Leverkusen im DFB-Pokal gespielt. Aber diese beiden Niederlagen sind nicht mit dem zu vergleichen, was am vergangenen Wochenende gegen Bielefeld abgegangen ist. Noch nie stand ich so im bundesweiten Rampenlicht – und noch nie glühte mein Handy so sehr.

Beschreiben Sie gern einmal den Moment des Weiterkommens. Was spielte sich in Ihrem Kopf ab?

Ich war so brutal im Tunnel, dass ich zunächst gar nicht realisiert habe, dass wir schon gewonnen haben. Es war schließlich erst der dritte Elfmeter der Arminia. Die TV-Bilder zeigen das sehr gut: Ich gehe auf die Knie, richte meine Faust zum Kopf, und denke nur: Wir sind nah dran an der Sensation. Ich stehe auf und auf einmal sehe ich, wie mein Team auf mich zurennt. Mit einer Kurzschlussreaktion sprinte ich los Richtung Fanblock. Es folgen Glücksgefühle, wie ich sie so zuvor noch nie erlebt habe.

Wie oft haben Sie sich diesen Moment danach angeschaut?

Um ehrlich zu sein: Der ganze Sonntag ging dafür drauf. (lacht) Es war einfach der perfekte Augenblick. Die Stimmung im Stadion war sensationell, das Wetter traumhaft. Dann das Weiterkommen zu bejubeln, auch noch mit unserem eigenen Andrea Berg-Song im Hintergrund, war unglaublich. Besser kann ein Pokalabend wirklich nicht sein.

 

Wunschlos? Karlsruher SC

Wen wünschen Sie sich jetzt in Runde 2?

Mein Ex-Klub Karlsruher SC wäre ein tolles Los. Aber am wichtigsten ist mir, dass wir wieder einen Traditionsverein empfangen, der die Hütte mit tausenden Fans vollmacht.

In der 3. Liga gab es bisher je einen Sieg und eine Niederlage, jetzt kommt der FC Ingolstadt. Was erwarten Sie am Samstag gegen den FCI für eine Partie?

Wir wollen die Euphorie aus dem DFB-Pokal mitnehmen – so lange, wie wir nur können. Der FC Ingolstadt ist ein Brett. Aber: Wir wissen, was wir können. Spielerisch sind wir bereits auf einem richtig guten Weg. Jetzt geht es darum, unsere Chancen noch besser zu nutzen und weiterhin fleißig Punkte zu sammeln für unser gemeinsames Ziel.

   

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