Schwere Ausschreitungen: Derby für 36 Minuten unterbrochen

Das mit Spannung erwartete Pokalderby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern (0:1, n.V.) ist am Freitagabend von schweren Ausschreitungen überschattet worden. Für 36 Minuten musste die Partie nach dem Ende der regulären Spielzeit unterbrochen werden. 

FCK-Fans schießen Raketen auf die Haupttribüne

Es lief die achte Minute der Nachspielzeit, als es nochmal eine Ecke für den 1. FC Kaiserslautern gab. Diese konnten die Buwe klären, direkt danach beendete Schiedsrichter Robert Schröder die reguläre Spielzeit. Im selben Augenblick verpasste Lauterns Kapitän Marlon Ritter seinem Gegenspieler Gonçalo Gregório einen Bodycheck, was eine massive und heftige Rudelbildung mit zahlreichen Spielern beider Seiten auslöste. Daraufhin entzündete sich die ohnehin schon aufgeheizte Atmosphäre auf den Rängen endgültig.

Von der Haupttribüne flogen Becher und andere Gegenstände in Richtung der Lautrer Spieler, was Teile der mitgereisten FCK-Fans mit dem Abschießen von Raketen auf das Spielfeld sowie der angrenzende Haupttribüne beantwortete. Auch die Mannheimer Fans feuerten Raketen auf den Platz und verfehlten Spieler des FCK teilweise nur knapp. Schröder schickte die Teams daraufhin in die Kabine.

Polizei stürmt den Rasen

Währenddessen stürmten einige Waldhof-Anhänger den Platz und wollten sich auf den Weg in Richtung Gästeblock machen, um sich für das Abschießen der Raketen auf die Haupttribüne zu rächen. Sie wurden aber von der Polizei, die unmittelbar mit mehreren Hundertschaften auf den Platz gestürmt war, aufgehalten. Zusammen mit Pferden und Hunden bildeten die Einsatzkräfte mehrere Ketten auf dem Feld, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Doch das Geschehen auf den Rängen beruhigte sich zunächst nicht, stattdessen flogen weitere Raketen auf den Platz.

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Als die Polizei die Waldhof-Fans unter dem Einsatz von Pfefferspray zurück in ihren Block drängen wollte, eskalierte es zudem erneut. Es kam zu Schlägereien zwischen Fans und der Polizei, die zudem mit Feuerwerkskörpern beworfen wurde. Auch ein Feuer wurde gezündet. Waldhof-Kapitän Lukas Klünter kam hinzu und versuchte auf die Fans einzuwirken – offenbar mit Erfolg. Nach und nach kühlten sich die Emotionen ab, auch die Polizei zog sich zurück. Vor der Otto-Siffling-Tribüne bot sich dabei ein Bild der Verwüstung: Zerstörte Werbebanden, demolierte Zäune und herausgerissene Sitze.

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Empfindliche Geldstrafen drohen

Etwa eine halbe Stunde nach Beginn der Ausschreitungen kamen die Mannschaften zurück auf den Platz, um 20:39 Uhr rollte der Ball nach einer etwa 36-minütigen Unterbrechung wieder. Verbunden mit der klaren Ansage des Stadionsprechers, dass die Partie bei einem weiteren Vorfall abgebrochen wird. Dazu kam es jedoch nicht, sodass das Spiel regulär zu Ende gebracht werden konnte. Wie Schröder nach der Partie sagte, habe die Partie allerdings "nah am Abbruch" gestanden.

Zu hören war nach Wiederanpfiff aber zunächst nur noch der mitgereiste Anhang aus Kaiserslautern. Die Mannheimer Fanszene schwieg – offenbar aus Protest gegen den Einsatz der Polizei, die mindestens einen Waldhof-Anhänger zudem in Gewahrsam genommen hatte. Beide Klubs müssen nun mit einer empfindlichen Geldstrafe des DFB rechnen, zumal die Buwe als Wiederholungstäter gelten und in der Vergangenheit bereits vom DFB angezählt wurden. Hinzukommt, dass die Partie bereits zu Beginn beider Halbzeiten nach dem Abbrennen von Pyrotechnik unterbrochen werden musste. Erst qualmte es im Block der Roten Teufel, dann beim Waldhof.

   

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