Ismaik-Aus bei 1860! Löwen kündigen Vertrag mit Investor

Einen Tag nach dem Zwangsabstieg in die Regionalliga folgte beim TSV 1860 München am Donnerstag der nächste Paukenschlag. Wie die Löwen bekanntgaben, wurde der Kooperationsvertrag mit Investor Hasan Ismaik mit sofortiger Wirkung gekündigt.

Kündigung aus "wichtigem Grund"

Damit endet nach 15 Jahren die Zusammenarbeit zwischen Ismaik und dem TSV 1860 München. Das vermeldeten die Löwen am Donnerstagabend in einer Pressemitteilung. Darin heißt es, der Verein habe "den am 30. Mai 2011 geschlossenen Kooperationsvertrag mit der HAM International Limited (Ismaiks Firma, d. Red.) aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung gekündigt".

Im Kooperationsvertrag ist unter anderem geregelt, dass Ismaik "die erforderlichen finanziellen Mittel für den Spielbetrieb zur Verfügung stellt, sofern die Eigenmittel der Gesellschaft dafür nicht ausreichen", wie es auf der Löwen-Homepage heißt. Weil der Jordanier am Mittwoch aber nicht die erforderlichen 2,7 Millionen Euro für die Drittliga-Zulassung bereitstellte, sieht der e.V. darin einen Verstoß gegen den Vertrag – und kündigte entsprechend. Ob der Jordanier gegen die Kündigung rechtlich vorgehen wird, ist bislang offen. In den letzten 15 Jahren investierte Ismaik rund 80 Millionen Euro in die Löwen.

Spielrecht liegt nun beim e.V.

Weiter heißt es, der TSV 1860 ergreife "mit Blick auf die Saison 2026/27 alle organisatorischen und formalrechtlich erforderlichen Maßnahmen". Für die Regionalliga Bayern liege dem e.V. bereits die Zulassung des Bayerischen Fußball-Verbandes vor. Zwar existiert die ausgegliederte KGaA, an der Ismaik 60 Prozent der Anteile hält, weiterhin. Durch die Kündigung des Vertrags mit der HAM International Limited hat sie jedoch ihr Spielrecht verloren. Dieses liegt nun wieder beim eingetragenen Verein, sodass die Löwen künftig wohl als TSV 1860 München e.V. antreten werden.

Wie die "Bild" berichtet, soll eine neue Spielbetriebsgesellschaft gegründet und neue Partner gewonnen werden. Zudem steht im Raum, dass Florian Niederlechner den Gang in die Regionalliga mit antreten wird. Auch Ex-Kapitän Jesper Verlaat, dessen auslaufender Vertrag ursprünglich nicht verlängert wurde, soll zurückkommen.

Ismaik hatte Darlehnsvertrag gekündigt

Die Chronologie des Chaos beim TSV 1860 begann am 21. Mai. Weil Ismaik einen Darlehnsvertrag überraschend und ohne Vorwarnung gekündigt hatte, fehlten den Löwen 2,7 Millionen Euro für die Lizenz. Als Begründung führte der Jordanier angebliche Verstöße der Geschäftsführung gegen Berichtspflichten an. "Leider sahen wir uns aufgrund der anhaltenden Verstöße gezwungen, diesen Schritt zu unternehmen", hieß es in einem Schreiben, das der "Süddeutschen Zeitung" vorlag.

Nach Ansicht des 48-Jährigen benötige der Verein deutlich mehr als nur frisches Kapital. Er forderte eine grundlegende Restrukturierung, ein klares Finanzkontrollsystem, mehr Compliance sowie ein Management nach "modernen institutionellen Standards", wie sie erfolgreiche Unternehmen und Vereine nutzen würden. Das legte Ismaik in einem Schreiben dar. Zwischenzeitlich machte der Jordanier noch Hoffnung auf eine Einigung. Diese blieb jedoch aus. Für den TSV 1860 München ist es unter der Ägide Ismaiks bereits der zweite Zwangsabstieg nach 2017. Durch den Zwangsabstieg droht der KGaA die Insolvenz, am Donnerstagnachmittag hatte Ismaik bereits angekündigt, die drohende Zahlungsunfähigkeit nicht abwenden zu wollen.

Am Abend hatte sich der Jordanier mit einem weiteren Statement zu Wort gemeldet. "Ich verlange von niemandem, mir zuzustimmen", schrieb er. Weiter hieß es: "Und ich verlange von niemandem, seine Meinung über mich zu ändern. Ich bitte nur um eines: Bevor wir eine einzelne Person für alles verantwortlich machen, was in den vergangenen Jahren geschehen ist, sollten wir uns eine einfache Frage stellen: Hatte diese Person tatsächlich die Entscheidungsbefugnis für die Entscheidung, für die wir sie verantwortlich machen? Eine ehrliche Frage, über die es sich nachzudenken lohnt." Das letzte Wort in der Angelegenheit scheint noch nicht gesprochen.

   

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