Top 5: Die besten Spiele der Saison 2025/2026
Spiel, Spaß und Spektakel – das sind drei Faktoren, die jede Fußballpartie besonders machen können. So auch in der 3. Liga, die auch in dieser Saison wieder Begegnungen gesehen hat, die außergewöhnlich waren. liga3-online.de hat eine Top 5 zusammengestellt.

Die Veilchen aus dem Erzgebirge kamen in dieser Saison ein ums andere Mal gehörig unter die Räder. Folgerichtig endete die Spielzeit mit dem erstmaligen Absturz in die Regionalliga – und doch sorgte Aue immer wieder für Lichtblicke, die das unvermeidbare Ende hinauszögerten. Und manchmal passierte das sogar innerhalb von zwei Halbzeiten, wie es auch beim desaströsen Auftritt gegen Hoffenheim II der Fall war. I
n der Anfangsviertelstunde ballerte die U23 gleich drei Treffer ins Tor, woraufhin Jamilu Collins auch noch die Rote Karte wegen einer Notbremse sah. Nach gerade einmal 18 Spielminuten drohte schon eines der größten Debakel der Drittliga-Geschichte, weil sich Aue praktisch wehrlos auslieferte. Hoffenheim II machte zwar den vierten Treffer, aber noch vor der Pause jubelten dann auch plötzlich die Veilchen. Nach einer Slapstick-Einlage zu Beginn der zweiten Hälfte antwortete Aue noch mit zwei weiteren Treffern, was zumindest für den Charakter der Mannschaft sprach. Allerdings wirkte es in Teilen schon so, dass sich das Erzgebirge bereits am 31. Spieltag aufgegeben hatte.

Was war das? Am 36. Spieltag hatte RWE die dicke Möglichkeit, um die Konkurrenten im Aufstiegskampf so richtig unter Druck zu setzen. Duisburg und Cottbus spielten gegeninander, weshalb Essen der große Gewinner des Spieltags werden konnte. Und dann präsentierte sich die Mannschaft von Uwe Koschinat jenseits von allen guten Geistern. Der VfB II überrollte völlig überforderte Gäste aus Essen mit einfachen Mitteln, nachdem RWE per Elfmeter zum Torreigen einlud.
Per Traumtor erhöhten die jungen Stuttgarter vor der Halbzeit und die Hoffnungen waren da, dass Essen nach dem Seitenwechsel noch eine Reaktion zeigt. Aber stattdessen ging RWE sang- und klanglos unter. Eine verheerende Niederlage, die den Revierklub beinahe alles gekostet hätte, was sich die Koschinat-Elf in den Wochen zuvor so fleißig erarbeitet hatte. Aber RWE fing sich wieder und rettete sich zumindest in die Relegation, was nach dem desaströsen Auftritt in Großaspach kaum noch zu erwarten war.

Unmittelbar nach dem Saisonstart wurde es bereits sehr emotional in der Partie zwischen Wehen Wiesbaden und Rot-Weiss Essen. Ein völlig verrückter Spielverlauf trug dazu bei, obwohl bis zur Halbzeitpause erst einmal alles einen normalen Weg ging. SVWW-Verteidiger Gillekens köpfte die Hausherren zur Pausenführung, woraufhin RWE umstellte – und aufdrehte: Zwischen der 55. und 71. Spielminute brachten sich die Gäste mit 3:1 in Führung und wähnten sich bereits auf der Erfolgsspur, aber Wiesbaden verkürzte schnell.
Und dann? Dann sorgte Agrafiotis kurz vor Schluss für Jubelstürme auf den Wiesbadener Tribünen, indem er per Kopf den Ausgleich erzielte (87.). Eine Punkteteilung bahnte sich an, aber RWE hatte noch einen Trumpf im Ärmel, denn tief in der Nachspielzeit schob Müsel noch einmal aus knapp 15 Metern ein – auf Seiten der Essener gab es im Anschluss kein Halten mehr.

Die Zebras waren mit drei Siegen in die Saison gestartet, darunter ein Last-Minute-Erfolg in Unterzahl gegen Ulm. Verl hingegen war nach drei Unentschieden noch in der Findungsphase – aber gegen den Meidericher Spielverein hielt der Sportclub alle Karten in der eigenen Hand. Taz wurde seinem Ruf als Unterschiedsspieler früh gerecht und hämmerte die Kugel zur Führung unter die Latte (20.), dann schenkte MSV-Keeper Braune den Verlern in der Schlussphase bei einem missglückten Abwurf den zweiten Treffer (77.).
Ein Nackenschlag, von dem sich viele Mannschaften zu dem Zeitpunkt wohl nicht mehr erholt hätten. Aber der euphorisierte Aufsteiger warf alles nach vorne – und innerhalb von drei Minuten erzielte der bis dato kaum gefährliche MSV den Doppelpack (81./84.). Aber es wurde noch verrückter, weil SCV-Kapitän Kijewski aus heiterem Himmel die Gelb-Rote-Karte sah (87.) und die Zebras ihre Chance witterten – und wahrnahmen. Denn in der Nachspielzeit fasste sich Noß aus dem Rückraum ein Herz, schoss zum 3:2-Siegtreffer ein, und ließ das Wunder von der Wedau weiter wirken.

Am 34. Spieltag sah im Topspiel zwischen Energie Cottbus und Rot-Weiss Essen, das mit sieben Siegen in Folge angereist war, zunächst alles nach einem weiteren Erfolg für den Revierklub aus. Safi (21.), Müsel (39.) und Jansen (53.) hatten eingenetzt und damit auch den zwischenzeitlichen Ausgleich der Lausitzer egalisiert. Sieben Punkte lag RWE zu diesem Zeitpunkt als Tabellenzweiter vor der Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz. Doch was dann passierte, ging in die Geschichtsbücher der 3. Liga ein.
Binnen neun Minuten drehte Energie die Partie durch einen lupenreinen Hattrick (73./78./82.) von Tolcay Cigerci und ließ das LEAG Energie Stadion damit explodieren, ehe Merveille Biankadi (90.+3) den Schlusspunkt setzte. Ein absolut irre Aufholjagd, die Energie ohne Frage den letzten Push im Aufstiegsrennen gab. Wollitz bezeichnete die Partie im Nachgang als "Jahrhundertspiel" und schrieb den Erfolg vor allem den Fans zu, die Energie mit ihrer Wucht getragen hätten. Das musste auch RWE-Coach Uwe Koschinat anerkennen, dessen Mannschaft anschließend noch zwei weitere Male verlor.