Lizenz in Gefahr? 1860 benötigt offenbar Millionen-Summe
Große finanzielle Sorgen beim TSV 1860 München: Nach Angaben der "Bild" müssen die Löwen dem DFB bis zum 3. Juni um 12 Uhr eine Summe von 2,7 Millionen Euro nachweisen, um die Lizenz für die 3. Liga zu erhalten.
Zahlt Ismaik?
Hintergrund seien unter anderem gestiegene Kaderkosten, nachdem der Etat in der abgelaufenen Saison bei 6,3 Millionen Euro lag, nun aber deutlich um 1,8 Millionen Euro reduziert werden soll. Das Defizit sei bereits im vergangenen Jahr bekannt gewesen und damals sowohl von Investor Hasan Ismaik als auch dem e.V. mitgetragen worden. In den vergangenen Spielzeiten hatte Ismaik finanzielle Fehlbeträge regelmäßig ausgeglichen.
Dem Bericht zufolge soll sich der Jordanier nach dem gescheiterten Verkauf seiner Anteile im vergangenen Sommer zuletzt jedoch zunehmend aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen haben. Demnach strebt Ismaik weiterhin einen Verkauf seiner Beteiligung an. Es stehen Summen von rund 20 Millionen Euro im Raum. Zuletzt soll Ismaik aber mehrere Angebote zur Übernahme seiner Anteile abgelehnt haben.
Verschiedene Möglichkeiten
Der Verein prüft offenbar verschiedene Möglichkeiten, um die geforderte Liquidität nachzuweisen. Denkbar wären demnach zusätzliche Investoren oder externe Kredite. Beide Varianten gelten allerdings als kompliziert. Ein möglicher Anteilsverkauf müsste von den Mitgliedern genehmigt werden. Für neue Darlehen wäre wiederum die Zustimmung Ismaiks erforderlich.
Zudem könnte sich dadurch die finanzielle Situation des Vereins langfristig weiter verschlechtern. Denn laut DFB-Statuten darf das Eigenkapital im Rahmen der im Herbst notwendigen Fortführungsprognose nicht weiter sinken – genau das würde durch zusätzliche Kredite jedoch passieren. Ein Punktabzug in der laufenden Saison wäre die Folge. Eine weitere Variante könnte indes der Verkauf von Spielern.
Zwangsabstieg droht
Sollte 1860 die Zulassung für die 3. Liga nicht erhalten, wäre dies gleichbedeutend mit dem Zwangsabstieg in die Regionalliga. In diesem Fall könnte sich auch die personelle Situation deutlich verändern. Mehrere Spieler besitzen offenbar keine Verträge für die vierte Liga, darunter Talente wie Sean Dulic.
Anstelle der Löwen würde dann der TSV Havelse als erster Absteiger in der 3. Liga verbleiben – sofern die Niedersachsen ihrerseits die Zulassung erhalten. Klar ist aber auch: Stellt Ismaik die notwendigen Gelder nicht zur Verfügung, dürfte es noch schwieriger werden, einen Käufer für seine Anteile (40 Prozent) zu finden. Zumal diese in der Regionalliga deutlich weniger wert wären.