Bestätigt! Fortuna trennt sich von Mislintat – Arabi übernimmt
Was am Samstag bereits durchgesickert war, ist nun offiziell: Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga gehen Fortuna Düsseldorf und Sportvorstand Sven Mislintat getrennte Wege. Wie die Rheinländer am Dienstag bekanntgaben, haben sich beide Seiten auf eine einvernehmliche Trennung verständigt. Neuer Sportchef ist Samir Arabi.
"Unterschiedliche Vorstellungen"
Trotz des Abstiegs hatte sich Mislintat zuletzt öffentlich zum Verein bekannt. Er habe sich "klar committet" und betont, nicht derjenige zu sein, "der beim Abstieg abhaut". Dennoch endet seine Zeit bei der Fortuna bereits nach rund einem halben Jahr. In einer Mitteilung des Vereins bezeichnet der 53-Jährige die Fortuna als "Herzensangelegenheit", erklärt aber, dass sich die Dinge nach dem Abstieg anders entwickelt hätten als erhofft. "Der Abstieg und seine Auswirkungen haben uns alle brutal getroffen. Das haben wir in den letzten Tagen intern aufgearbeitet und auch darüber diskutiert, welche Schlüsse wir daraus ziehen müssen."
In internen Gesprächen seien unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Ausrichtung des Vereins deutlich geworden. Deshalb habe man gemeinsam entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden. Den Fans dankt Mislintat ausdrücklich für die Unterstützung in den vergangenen Wochen und wünscht dem Verein "von Herzen wirklich nur das Beste“ sowie eine schnelle Rückkehr in die 2. Bundesliga.
Arabi ist der neue starke Mann
Nun soll Samir Arabi den Neuanfang in der 3. Liga einleiten. Trotz der aktuellen Situation sei die Fortuna "ein besonderer Verein mit viel Leidenschaft und großartigen Fans", hebt der 47-Jährige hervor. In den Gesprächen habe er schnell gespürt, dass bei den Verantwortlichen Klarheit über den künftigen Weg herrsche. Entscheidend sei für ihn gewesen, dass es nicht um kurzfristige Lösungen, sondern um einen gemeinsamen Neuanfang gehe. Die Aufgabe sei anspruchsvoll, daher gelte es, schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen und eine Mannschaft aufzubauen, die "Mentalität und Identifikation mit der Fortuna verkörpert". Die Menschen müssten spüren, "dass auf und neben dem Platz für diesen Verein gearbeitet und gekämpft wird. Dafür werde ich gemeinsam mit allen Beteiligten alles investieren", so Arabi.
Der 47-Jährige gehörte bereits im vergangenen Dezember zu den Kandidaten für den Vorstandsposten bei der Fortuna, damals erhielt jedoch Mislintat den Zuschlag. Nun zieht es den früheren Sport-Geschäftsführer von Arminia Bielefeld im zweiten Anlauf nach Düsseldorf. Arabi war von 2011 bis 2023 bei den Ostwestfalen tätig und führte den Klub dreimal zum Aufstieg in die 2. Liga. "Mit Samir Arabi haben wir uns bewusst für jemanden entschieden, der schwierige Situationen als auch die 3. Liga kennt und Spieler und Mannschaften entwickeln kann", sagt Aufsichtsratsvorsitzender Björn Borgerding. In den Gesprächen habe es ein gemeinsames Verständnis darüber gegeben, wie Fortuna Düsseldorf künftig aufgestellt werden soll. Nach dem Abstieg gehe es nun darum, dem Verein wieder eine klare Richtung zu geben und eine Mannschaft aufzubauen, "mit der sich die Menschen identifizieren können".
Vertrag mit Vorstandschef Jobst verlängert
Klarheit herrscht indes auch um Vorstandschef Alexander Jobst, dessen Vertrag vorzeitig und ligaunabhängig verlängert wurde. Den Beschluss hatte der Aufsichtsrat bereits vor dem Abstieg einstimmig gefasst, um Führung und Handlungsfähigkeit zu gewährleisten. Borgerding bezeichnet Jobst als "entscheidenden Eckpfeiler für unseren Weg nach vorne". Er habe zuletzt bewiesen, "wie wichtig verlässliche Führung für diesen Verein ist". Das zeige sich auch daran, dass das Szenario 3. Liga frühzeitig vorbereitet worden sei. "Das war möglich, weil Alexander Jobst in den vergangenen Jahren viel Vertrauen bei Partnern, Sponsoren und innerhalb der Stadt aufgebaut hat. Dieses Vertrauen zahlt sich jetzt aus und bildet ein wichtiges Fundament für die kommenden Aufgaben", so Borgerding.
Jobst selbst betont, er habe dem Aufsichtsrat signalisiert, auch nach dem Abstieg in der 3. Liga Verantwortung übernehmen zu wollen. Nun gehe es darum, schnell Entscheidungen zu treffen und den Neustart gemeinsam anzugehen. Zudem hebt Jobst hervor, welche Kraft Verein und Stadt zuletzt entfaltet hätten, wenn alle zusammenstünden. Ziel sei es, Fortuna Düsseldorf möglichst schnell wieder "nach oben zu führen".