Nach "Woche der Aufarbeitung": RWE gegen Verl unter großem Druck
Erst die beiden Niederlagen gegen Cottbus und Saarbrücken, dann das 1:6-Debakel gegen Stuttgart II: Rot-Weiss Essen befindet sich zur Unzeit in einer Krise – und steht vor dem Heimspiel gegen den SC Verl nun unter großem Druck. Trainer Uwe Koschinat ist zwar zuversichtlich, muss aber auf drei wichtige Spieler verzichten.
"Extreme Vorfreude" auf die Partie
Nein, es war keine einfache Woche für RWE. "Wir sind mit einer gewissen Schwere in die Woche gegangen. Jeder kann sich denken, dass die Woche nicht unter dem Spaßfaktor stand", berichtete Trainer Uwe Koschinat bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag und sprach von einer "Woche der Aufarbeitung". Es sei darum gegangen, der Mannschaft wieder Mechanismen an die Hand zu geben, wie sie in die Spur zurückfinden kann. Ob das gelingen wird? Der 60-Jährige zeigte sich zuversichtlich: "Wir haben eine sehr intelligente, fokussierte und leistungsstarke Mannschaft. Die Spieler lechzen nach Lösungen und Erfolg." Nach Koschinats Einschätzungen habe das Team eine "extreme Vorfreude" auf die Partie. Gerade in den letzten Tagen habe er das gespürt.
Damit diese auch auf dem Platz sichtbar wird, "wollen wir versuchen, von der ersten Minute an dieses sehr, sehr schlechte Bild gegen Stuttgart zu revidieren und den Restfunken aufrecht zu erhalten". Gegen spielstarke Ostwestfalen, die Koschinat als "große Herausforderung" sieht, dürfte dieses Unterfangen jedoch alles andere als leicht werden. Doch Koschinat zeigte sich optimistisch – und hat einen Plan: "Wir müssen Verl zielstrebig bekämpfen." Außerdem brauche es in der Offensive "mehr Akzente", um zu mehr Torchancen zu kommen. "Wir haben schon oft gezeigt, dass wir das können." Darauf hoffen auch die Fans, die das Team nach der 1:6-Klatsche beim VfB wieder aufgebaut hatten. "Es war beruhigend, von den Anhängern positiv verabschiedet zu werden. Mit dem Anstoß gegen Verl wollen wir diese Unterstützung wieder in positive Energie umwandeln." Mit 19.000 Zuschauern ist die Hafenstraße ausverkauft.
Gjasula, Bouebari und Abiama fallen aus
Während Ramien Safi nach Gelb-Sperre in den Kader zurückkehrt, werden Klaus Gjasula (Sprunggelenksverletzung), Franci Bouebari und Dickson Abiama (muskuläre Probleme) erneut ausfallen. "Bei Dickson war das Risiko einfach zu groß. Wir wollen keine schwere Verletzung riskieren", sagte Koschinat. Die Optionen sind durch die Ausfälle zwar begrenzt, dennoch kündigte Essens Coach Veränderungen an. So habe ihm das Stuttgart-Spiel "eine ganz klare Aufgabe“ mitgegeben. "Es ist nicht die Konsequenz, jeden auszutauschen. Aber selbstverständlich werden wir Veränderungen vornehmen können."
Denn nur mit einem Sieg darf sich RWE weiter berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen. Im Falle einer erneuten Pleite könnte der Traum dagegen bereits endgültig geplatzt sein. Selbst die Pokal-Qualifikation wäre dann in Gefahr, da Verl mit einem Sieg vorbeiziehen würde. Es steht also eine Menge auf dem Spiel.