Holtz über Lohkemper-Aus: "Keiner ist größer als der Verein"

Die Freistellung von Felix Lohkemper, der den SV Waldhof Mannheim im Sommer zum SV Sandhausen verlassen will, hat unter der Woche für Aufsehen gesorgt. Bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag äußerte sich auch Trainer Luc Holtz zu der Thematik – und fand klare Worte.

Kritik an Aussagen: "Grenzwertig"

Auch wenn die Freistellung final am Mittwoch erfolgte: Hinter den Kulissen waren die Wechselabsichten von Lohkemper schon länger ein Thema, wie Holtz berichtete: "Felix hat uns vor ungefähr zehn Tagen informiert." Im Rahmen der Gespräche habe der Waldhof-Coach eine "gewisse Enttäuschung und Unzufriedenheit" beim Angreifer festgestellt, die sich in den Tagen danach noch verstärkte. Daher sei der gemeinsame Entschluss gefasst worden, ihn für die restlichen Spiele vom Trainings- und Spielbetrieb zu befreien.

Doch nicht nur intern gab es Anzeichen, dass Lohkemper mit der aktuellen Situation nicht zufrieden ist. So hatte der 31-Jährige Ende April nach dem 2:2 gegen Schweinfurt interne Unstimmigkeiten angedeutet ("Nach außen hin ist Ruhe, aber intern haben wir schon Probleme. Darauf gehe ich jetzt nicht ein, aber da ist nicht alles so, wie es vielleicht scheint") und zudem indirekt Kritik an Holtz und dessen Taktik geübt: "Wir stehen dann zu tief und lassen den Gegner über eigene Ballpassagen wieder ins Spiel kommen, anstatt ihn früher unter Druck zu setzen." Aussagen, die Mannheims Trainer nun als "grenzwertig" bezeichnete. Zudem stellte der Luxemburger klar: "Niemand ist größer als der Verein. Weder Felix, noch ich oder irgendein anderer."

Waldhof will "anderes Gesicht zeigen"

Die Äußerungen des Stürmers sind das eine, sein Fehlen auf dem Platz in den verbleibenden beiden Ligaspielen sowie dem Pokalfinale das andere. Schließlich ist Lohkemper mit 16 Toren der beste Torjäger der Mannheimer. Dass er nun nicht mehr dabei ist, stellt somit schon eine Schwächung dar. Holtz wollte diese Tatsache aber nicht zu hoch hängen, sondern verwies darauf, mit Terrence Boyd und Masca noch zwei gute Stürmer zur Verfügung stehen würden. "Es wird schon so sein, dass wir noch Tore machen werden." Dass den Kurpfälzer zuletzt in Saarbrücken die Torgefahr abgegangen war, machte Holtz zudem auch an einigen Ausfällen im offensiven Mittelfeld fest. Zuletzt standen mit Adama Diakhaby, Arianit Ferati, Vincent Thill und Kushtrim Asallari gleich vier Spieler für diese Position nicht zur Verfügung. "Das ist schon eine gewisse Qualität, die da fehlt."

Die gute Nachricht aber: Ferati und Thill konnten unter der Woche schon wieder Teile des Trainings absolvieren, sodass Holtz hofft, dass sie im Endspurt – wenn auch vermutlich nicht schon am Samstag gegen Regensburg – nochmal zum Einsatz kommen werden. Doch auch unabhängig davon wollen die Buwe nach dem enttäuschenden Auftritt im Derby "ein anderes Gesicht zeigen" – nicht zuletzt deswegen, um die Spannung vor dem Pokalfinale in zwei Wochen hochzuhalten. Möglich zudem, dass in den letzten beiden Ligaspielen "der einen oder anderen jungen Spieler die Möglichkeit erhält, sich zu zeigen", wie Holtz durchblicken ließ.

   

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