Duell zwischen Essen und Verl: Was für wen spricht
An der Hafenstraße kommt es am Samstag zum Verfolgerduell zwischen Rot-Weiss Essen (4.) und dem SC Verl (5.). Im Vorfeld analysiert liga3-online.de, was für wen spricht.

Jetzt-erst-recht-Mentalität: Sie hat gesessen, die 1:6-Klatsche beim VfB Stuttgart II. Zumal es die dritte Niederlage in Folge war und RWE dadurch den Aufstieg nicht mehr in eigener Hand hat. Doch wenn es der Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat nun gelingt, aus dem Frust eine Jetzt-erst-recht-Mentalität zu entwickeln, kann die Wende gelingen. Profifußball-Direktor Marcus Steegmann hatte sich zuletzt überzeugt davon gezeigt, "dass wir zurückkommen, eine ganz starke Reaktion zeigen und nächsten Samstag ein ganz anderes Gesicht von Rot-Weiss Essen sehen werden".
Fans: Dabei kann RWE auch auf seine Fans setzen. Nicht nur, dass der Heimbereich – inklusive Gästestehplatz-Block – mit 19.100 Zuschauern restlos ausverkauft ist. Die Anhänger stehen trotz der aktuellen Negativserie weiter voll hinter ihrem Team. Das machte die Reaktion auf die 1:6-Pleite am letzten Samstag, als der Mannschaft mit Gesängen Mut zugesprochen wurde, mehr als deutlich. Am Samstag wollen sich die Anhänger bereits im Vorfeld der Partie einsingen und dann gemeinsam zum Stadion ziehen.
Joker: Doch nicht nur auf die Fans können sich die Essener verlassen, sondern auch auf ihre Joker. Schon 33 Mal waren die von Trainer Uwe Koschinat eingewechselten Spieler an Toren beteiligt – Liga-Spitze. Allein Marek Janssen erzielte vier Tore als Joker, auch Jaka Cuber Potocnik war dreimal erfolgreich – darunter auch beim 1:6 gegen Stuttgart II, als er in der Nachspielzeit den Ehrentreffer erzielte. Dass selbst bei einem derartigen Debakel die Joker (zumindest teilweise) funktionieren, spricht für sich.

Gute Erinnerungen: Schon 44 Mal standen sich beide Klubs laut "transfermarkt.de" gegenüber. Während RWE dabei 14 Mal als Sieger vom Platz ging, konnte der Sportclub 16 Spiele für sich entscheiden. Doch nicht nur das: Derzeit sind die Ostwestfalen seit 13 (!) Partien gegen RWE ungeschlagen, die letzte Niederlage gab es im September 2016. Das Hinspiel endete 0:0, davor schenkte Verl den Essenern zweimal drei Tore ein. Unvergessen ist auch die 5:0-Gala im Oktober 2023.
Chancenverwertung: Zwar gab RWE in der laufenden Saison mehr Torschüsse ab als die Verler (878 zu 758) und liegt in dieser Statistik sogar ligaweit an der Spitze, brachte den Ball aber "nur" 74 mal über die Linie. Das entspricht somit einer Quote von 8,4 Prozent. Damit rangiert RWE im Ligavergleich nur auf Platz 9. Verl hingegen kommt auf eine Quote von 10,4 Prozent, die nur noch von Alemannia Aachen (10,5 Prozent) knapp übertroffen wird. 79 Tore sind gar der Spitzenwert.
RWE angeschlagen: Drei Niederlagen in Folge und 13 Gegentore: Bei Rot-Weiss Essen läuft es derzeit alles andere als rund, binnen kürzester Zeit hat die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat eine exzellente Ausgangsposition im Aufstiegsrennen verspielt, ist von Rang 2 auf den vierten Platz abgerutscht und hat die 2. Liga damit nicht mehr in eigener Hand. Entsprechend groß ist der Druck vor dem Spiel am Samstag – gerade auch nach dem 1:6-Debakel beim VfB II. Verl hingegen kann vergleichsweise befreit aufspielen.