"Unglaublich": VfL-Fans feiern Meisterschaft mit Platzsturm

Erst der Aufstieg im Bus, dann die Meisterschaft beim Aufwärmen: Gleich zweimal profitierte der VfL Osnabrück an diesem Wochenende von Niederlagen der Konkurrenz, hätte sowohl den Aufstieg als auch die Meisterschaft durch den Last-Minute-Sieg in Wiesbaden aber auch aus eigener Kraft perfekt gemacht. Nach der Partie gab es kein Halten mehr, große Teile der über 5.000 mitgereisten Fans stürmten auf den Platz.

Einige Fans schon vor Spielende auf dem Platz

Sie war ein Spiegelbild der Saison, die Partie beim SVWW. Denn auch von Rückschlägen wie dem 0:1 und dem 2:2 ließen sich die Lila-Weißen nicht stoppen und drehten die Partie zweimal. Der Siegtreffer fiel dabei in der zweiten Minute der Nachspielzeit, was alle Dämme brechen ließ. Die komplette Bank lief über den halben Platz auf Tesche zu, der genau richtig stand und den Ball über die Linie drückte.

Auch einige Fans schlossen sich der Jubeltraube an und stürmten den Platz, was einen Polizeieinsatz zur Folge hatte. In zwei Ketten bauten sich die Einsatzkräfte auf dem Feld auf und drängten die Anhänger zurück in die Blöcke, was auch schnell gelang. Nach einer kurzen Unterbrechung gab Schiedsrichter Ben Henry Uhrig die Partie wieder frei, pfiff dann aber bereits vor dem Ende der angezeigten Nachspielzeit von vier Minuten ab.

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Polizei lässt Fans mit kurzer Verzögerung den Rasen stürmen

Zunächst versuchten Ordner und Polizei einen Platzsturm zu verhindern, was zu kleineren Auseinandersetzungen führte, doch letztlich gaben die Einsatzkräfte nach, zogen sich zurück und ließen die zu jederzeit friedlichen Anhänger auf den Platz. Dort feierten sie zusammen mit ihren Aufstiegshelden und sicherten sich das eine oder andere Souvenir, wie etwa Teile des Tornetzes.

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Immer wieder stimmten die Anhänger "Wer hat das lila-weiße Licht angemacht, wir steigen auf" und "Nie mehr 3. Liga" an. Für den VfL ist es bereits der achte Aufstieg in die 2. Liga – Rekord! Zudem sicherten sich die Lila-Weißen zum dritten Mal die Meisterschaft in der 3. Liga, was ebenfalls einen Rekord darstellt. "Das hätten wir uns vor der Saison nicht erträumt", sagte Trainer Timo Schultz.

Profifußball-Direktor Joe Enochs sprach bei "MagentaSport" von einem "unglaublichen Gefühl" und betonte, dass eine "riesen Last" abgefallen sei. Dass die Spieler trotz der bereits im Vorfeld feststehenden Meisterschaft nochmal alles reingeworfen hätten, "zeige den Charakter der Mannschaft", so Enochs. Den Aufstieg habe er vor der Saison zwar nicht kommen sehen, "denn es konnte niemand wissen, dass wir so eine Rückrunde spielen". Nach 17 Spielen stehen nun 44 Punkte zu Buche – Vereinsrekord! Dennoch sei er früh zu der Einschätzung gekommen, "dass wir die beste Mannschaft haben".

2. Liga als "Mammutaufgabe"

Die 2. Liga werde nun zur "Mammutaufgabe", so der US-Amerikaner. "Wir haben eine Menge Arbeit vor uns und müssen gut planen." Schließlich soll es anders als nach dem letzten Aufstieg 2023 nicht wieder direkt runtergehen. Um den Klassenerhalt schaffen zu können, "müssen wir ein bisschen was verändern", blickte Enochs voraus. Das Gesicht der Mannschaft soll aber dasselbe bleiben. "Dann bin ich mir sicher, dass wir die 2. Liga rocken werden."

Doch erstmal soll jetzt gefeiert werden. Nachdem am Samstag diesbezüglich noch "gesittet" gefeiert wurde, wie Schultz berichtete, "wird es jetzt ein bisschen ausgelassener werden", sagte Niklas Wiemann, der bereits zum zweiten Mal mit dem VfL aufstieg. Es dürften feucht-fröhliche Tage werden, wie sich nach dem Spiel auch in der Kabine zeigte. Trainiert wird erst wieder am Mittwochnachmittag.

   

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