"Maximal naiv und dumm": SVWW muss Aufstiegsträume begraben

Nach dem vierten sieglosen Spiel und der dritten Pleite hintereinander muss der SV Wehen Wiesbaden seine Aufstiegsträume angesichts von zwölf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz endgültig begraben. Die Reaktionen auf die 1:4-Pleite gegen den TSV Havelse, der zuvor erst ein Auswärtsspiel gewonnen hatte, fielen deutlich aus.

"So kannst du kein Spiel gewinnen"

Eigentlich wäre das Duell mit dem TSV Havelse für Sascha Mockenhaupt ein Grund zum Feiern gewesen, schließlich absolvierte er gegen den Aufsteiger sein 250. Spiel für die Hessen. Doch gefeiert werden konnte nach der 1:4-Pleite nicht wirklich. "Das ist ja dann top, dass das dann so ein Drecksspiel ist", merkte der 34-Jährige bei "MagentaSport" ironisch an. "Ich kann mich noch an mein 200. Spiel erinnern. Da musste ich mich hier auch nach einer Niederlage erklären. Ich hoffe, ich habe kein Jubiläum mehr, denn anscheinend liegt ein Fluch darauf."

Dass die Hessen zum dritten Mal in Folge als Verlierer vom Platz gingen, machte Mockenhaupt aber nicht an einem Fluch fest, sondern verwies darauf, dass "jeder seine eigene Idee" gehabt habe. "Es gab keine Struktur und keine Abläufe. Wir wollten relativ einfachen Fußball spielen, haben uns das maximal schwer gemacht und waren am Ende viel zu offen. Das war maximal naiv und dumm", nahm der 34-Jährige kein Blatt vor den Mund, nachdem seine Mannschaft in der Schlussphase binnen drei Minuten gleich zwei Gegentore kassiert hatte. "Fakt ist: Es war zu wenig. So kannst du kein Spiel gewinnen, sondern verlierst die letzten Spiele allesamt." Jeder müsse sich nun an die eigene Nase fassen.

"Nicht alles wegschmeißen"

Auch Trainer Daniel Scherning sprach davon, dass seine Mannschaft in einigen Momenten "sehr, sehr naiv" gespielt habe. Gerade hinten raus sei es "viel zu einfach" für Havelse gewesen, Tore zu erzielen. "Da haben Gegenwehr und Struktur gefehlt." Zudem haderte er mit der Chancenverwertung: "Nach dem 1:2 müssen wir das 2:2 machen. Wir hatten das schon gegen Rostock, dass wir aus tausendprozentigen Chancen nichts machen. Wir lassen es liegen und verschenken es fast sogar." Lediglich Kaya brachte den Ball nach 18 Minuten zum zwischenzeitlichen 1:1 über die Linie.

Zwar ist der Aufstiegszug angesichts von zwölf Punkten Rückstand auf Platz 3 nun abgefahren, dennoch müsse die Mannschaft aufpassen, "dass wir nicht alles wegschmeißen, was uns in den letzten Wochen und Monaten ausgezeichnet hat", warnte Scherning. Es gehe noch um viel, unter anderem den Sieg im Landespokal und die damit verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal. Abschenken wollen die Wehener die Saison keinesfalls, daher will Scherning nun diejenigen Spieler auswählen, die bereit sind, nochmal alles zu geben – allerdings ohne "Wild West" zu spielen. "Aber ich erwarte einfach von den Führungsspielern, die sich vielleicht in einer höheren Liga sehen, deutlich mehr." Ob die Negativserie am Samstag beim Auswärtsspiel in Köln gestoppt werden kann?

   

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