"Müssen nicht mehr darüber reden": Löwen haken Aufstieg ab

Das war es sehr wahrscheinlich für den TSV 1860 München im Aufstiegskampf. Nach dem 0:3 in Cottbus liegen die Löwen vor den letzten sechs Spieltagen bereits zehn Punkte hinter dem Relegationsplatz, was realistisch gesehen nicht mehr einzuholen ist. Schon gar nicht mit einer derart schwachen Leistung wie am Abend, zu der die Beteiligten ein vernichtendes Urteil fällten.

"In allen Belangen unterlegen"

Direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Volland die große Chance, auf 1:2 zu verkürzen und die Löwen wieder ins Spiel zu bringen. Vielleicht wären die Löwen zumindest noch zu einem Punkt gekommen, hätte Manu den Ball nicht kurz vor der Linie geklärt. Doch ein Remis wäre nach dem Auftritt im ersten Durchgang nicht verdient gewesen. "Wir haben überhaupt kein Mittel gefunden, haben das Tempo nicht mitgehen können, waren nicht präsent, in den Zweikämpfen nicht hart genug und einfach in allen Belangen unterlegen", zählte Trainer Markus Kauczinski bei "MagentaSport" eine lange Mängelliste zur Leistung vor der Pause auf.

Zudem vermisste er die Bereitschaft: "Wenn es schon spielerisch nicht reicht, dann wenigstens körperlich. Allerdings haben wir zu viele gehabt, die nicht in der Lage waren, sich zu wehren." Ähnlich deutliche Worte fand auch Kapitän Thore Jacobsen, der davon sprach, dass 1860 "nicht bereit" gewesen sei für das Spiel. "Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und wurden in der ersten Halbzeit quasi überrannt." Der 28-Jährige zeigte sich ob der schwachen Darbietung seiner Mannschaft "fassungslos", auch im Hinblick auf die Körpersprache: "Wir sind aufgetreten wie Geister."

Zehn Punkte hinter Platz 3

Letztlich sei Energie "zu stark" für die Löwen gewesen, wie Kauczinski einräumen musste. "Wir haben unsere Grenzen gesehen. Daher war es ein hochverdienter Sieg für Cottbus." Eine Erklärung für den mutlosen Auftritt seiner Mannschaft hatte der 56-Jährige nicht: "Wir haben schon immer das Thema mit dem Spieltempo. Zuletzt konnten wir das kaschieren, heute leider nicht." Die Folge war das vierte sieglose Spiel in Folge, wodurch 1860 vor den letzten sechs Spieltagen bereits zehn Punkte hinter dem Relegationsplatz liegt.

Das dürfte es in Sachen Aufstieg gewesen sein. "Ja, ich glaube schon", gab auch Kauczinski zu, der bis zuletzt an die Chance geglaubt hatte. "Wenn man jetzt die anderen Ergebnisse betrachtet und sieht, dass wir in solchen Spielen nicht da sind, müssen wir nicht mehr darüber reden." Das sah auch Jacobsen so: "Wenn wir so spielen, haben wir oben auf jeden Fall nicht mitzureden." Selbst Platz 4 ist bereits sieben Punkte entfernt. Und so wird eine weitere Saison mit einer Enttäuschung für die Löwen enden, die als Top-Favorit in die Spielzeit gegangen waren. Statt nach neun Jahren in die 2. Liga zurückzukehren, wird es aller Voraussicht nach in die neunte Drittliga-Spielzeit am Stück gehen. Damit ist der TSV der unfreiwillige Dino der 3. Liga.

   

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