"Wer hat damit gerechnet…?" MSV zwischen Hoffnung und Realität

Am Dienstag wartet auf den MSV Duisburg das nächste Topspiel: Es gastiert der Tabellenführer in der Schauinsland-Reisen-Arena. Trotz der klaren Vorzeichen sieht Duisburgs Cheftrainer Dietmar Hirsch Chancen – und will im Vorfeld vor allem die Köpfe seiner Spieler freibekommen.

Zwei klare Aufträge

Diese Englische Woche hat es für den MSV Duisburg in sich. Zuerst stand am Samstag das Derby gegen Rot-Weiss Essen an, am Dienstag gastiert der VfL Osnabrück in der Schauinsland-Reisen-Arena. Zwei Serien stehen dabei im Fokus: Der MSV ist in dieser Spielzeit zu Hause noch ungeschlagen, während die Niedersachsen seit zwölf Spielen ohne Niederlage sind und die letzten sieben Partien allesamt gewonnen haben. Für den MSV ist das Ziel klar: "Wir wollen unsere Heimserie ausbauen und ihre Siegesserie stoppen", sagte Cheftrainer Dietmar Hirsch im Mediengespräch vor der Partie.

Aufgrund dieser Konstellation klingt es nach einem Duell auf Augenhöhe, doch die aktuelle Form spricht eine andere Sprache. Die Zebras punkten inkonstant: Aus den letzten fünf Partien konnten sie zwei gewinnen, ein Unentschieden erzielen und verloren zwei – darunter das Derby gegen RWE. MSV-Trainer Dietmar Hirsch will die Niederlage aber nicht weiter thematisieren: "Wir haben es intern angesprochen." Positiv sieht er, dass die Vorbereitung auf das Duell mit dem Ligaprimus kurz ausfällt: "Deutlich schlimmer wäre es, eine Woche lang mit der Derby-Niederlage herumzulaufen."

"Das Team soll frei spielen"

Lange Zeit Tabellenführer, ist von diesen Tagen nur noch selten etwas zu spüren. Dennoch will Hirsch keinen Druck auf seine Mannschaft ausüben: "Wir sind Aufsteiger. Ich nehme jeglichen Druck von der Mannschaft. Das Team soll frei spielen, sich auf die Partie gegen den Tabellenführer und den Aufstiegskampf freuen." Über 23.000 Zuschauer werden am Dienstagabend dabei sein.

Im Vergleich zum Hinspiel erwartet Hirsch mehr Qualität und Selbstbewusstsein vom Gegner. Osnabrück wisse genau, was zu tun ist, "sie überlassen auch gern mal dem Gegner den Ball. Wo sie sich verbessert haben, ist in der Offensive." Doch das bedeutet nicht, dass die Zebras chancenlos sind. Hirsch verweist auf Überraschungen der Liga: "Wer hat am Sonntag damit gerechnet, dass Ulm gegen Verl gewinnt?"

Hirsch nimmt Casar in Schutz

Verzichten muss der MSV muss auf Aljaz Casar, der nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah. Zu dieser hatte Hirsch noch Redebedarf: "Wir haben uns die Bilder noch einmal angeschaut. Da muss man nicht unbedingt Rot geben. Der Essener hat es clever gemacht. Wenn das Schubsen ist, verstehe ich die Welt nicht mehr. Wenn da ein erwachsener Mann umfallen muss, fallen die Spieler aber in jedem Spiel um, wie die Fliegen." Das Strafmaß für Casar, den Hirsch unmittelbar nach der Partie noch kritisiert hatte, steht noch aus. Kapitän Alexander Hahn fällt ebenfalls aus, er laboriert weiterhin an einer hartnäckigen Wadenzerrung. "Mit Blick auf das Mannheim-Spiel sind die Chancen vielleicht 50:50. In der darauffolgenden Woche wird er wieder zur Verfügung stehen."

Resthoffnung gibt es bei Jan-Simon Symalla: "Er hat am Sonntag individuell trainiert. Kann er ohne Probleme ins Mannschaftstraining einsteigen, steht er im Kader. Ansonsten gehen wir kein Risiko ein, damit er gegen Mannheim zu 100 Prozent einsatzfähig ist." Jakob Bookjans könnte "mit großer Wahrscheinlichkeit" zurückkehren. "Er hatte ein Ödem am Fuß, das aber so weit ausgestanden ist. Ein komplettes Spiel über volle Distanz wird nach der schweren Verletzung noch nicht möglich sein, aber er trainiert gut und holt Defizite auf. Man darf seine Verletzung nicht vergessen."

   

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