Landespokal: 1860 wirft Jahn raus – MSV mit Mühe, Trio souverän
Am Samstag waren sechs Drittligisten im Landespokal gefordert. Den Anfang machte der F.C. Hansa Rostock, der ein 5:1 in Neubrandenburg einfuhr und damit das Halbfinale erreichte. In einer weiteren Partie setzte sich der TSV 1860 München im Drittliga-Duell gegen den SSV Jahn Regensburg mit einem glücklichen 1:0-Sieg durch. Auch Energie Cottbus (5:0 gegen den BSC Preußen) und Waldhof Mannheim (4:1 in Bruchsal) gaben sich keine Blöße. Der MSV Duisburg musste hingegen in die Verlängerung gegen Bocholt, was für die Zebras aber noch einmal gut ausging.
Bocholt 0:2 Duisburg
MSV-Coach Dietmar Hirsch kehrte in Bocholt an alte Wirkungsstätte zurück. Dort konnte der Cheftrainer die erste Chance der Partie beobachten – und zwar von den Hausherren. Ein Abschluss aus 20 Metern von Ex-Zebra Frey flatterte knapp am Tor vorbei (11.). Auf dem Weg nach vorne tat sich der Drittligist wiederum schwer, obwohl die Bocholter Abwehrreihe nicht sattelfest agierte. Zu viele Ungenauigkeiten verhinderten jedoch bessere Möglichkeiten für die Zebras.
Auch im zweiten Abschnitt begegneten sich die Teams auf Augenhöhe und es dauerte lange, bis sich der MSV die erste echte Torchance erspielte. Jessens abgefälschte Hereingabe erreichte dann Viet, dessen Kopfball nicht hinter der Linie landete – und Casar jagte die Kugel aus elf Metern über das Tor (67.). Die Zebras drängten auf die Führung, doch Präzision und Durchschlagskraft fehlte der Hirsch-Elf in der Offensive über die gesamte Spieldauer. So war es nicht verwunderlich, dass die Partie in die Verlängerung ging. Und dann die Erlösung für den MSV: Jessen profitierte bei einem Konter von einem Abwehrfehler und zog auch an Bocholt-Keeper Grave vorbei, um das 1:0 für die Zebras zu markieren (104.). Autatmen bei den Duisburgern, denn kurz vor Schluss schnürte Jessen nach einem weiteren Konter den Doppelpack (120.). Somit treffen die Zebras nun im Finale auf Oberligist SC St. Tönis.
BSC Preußen 0:5 Cottbus
In der Partie um den Final-Einzug im Landespokal Brandenburg waren die Lausitzer der Favorit beim Sechstligisten. Diesen Status stellte die Mannschaft von Claus-Dieter Wollitz auch schnell unter Beweis. Boziaris brachte einen Eckball in die Gefahrenzone, wo Tattermusch einen Stellungsfehler vom Torwart zur frühen Führung ausnutzte (14.). Wenig später war es wieder ein Standard, bei dem die Lausitzer ein weiteres Mal aus dem Gewühl heraus trafen – und wieder war es Tattermusch, der dadurch den Doppelpack schnürte (26.). Noch vor der Pause machte Cottbus das Ergebnis gegen den Außenseiter eindeutig, weil Engelhardt per Abstauber zum dritten Mal traf (45.).
Nach dem Seitenwechsel machte Cottbus munter weiter, Boziaris nutzte die nächste Gelegenheit prompt zum 4:0 (49.). Die Partie war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden, sodass die Lausitzer die Zeit herunterspielen konnten. Nach einem Trikotzupfer an Moustfa gab es jedoch noch Elfmeter für die Wollitz-Elf, weshalb sich auch Biankadi noch vom Punkt in die Torschützenliste eintrug (71.). Damit zog Energie ungefährdet ins Endspiel ein.
Bruchsal 1:4 Mannheim
Das Spiel zwischen Verbandsligist Bruchsal und dem Drittliga-Favoriten aus Mannheim lockte die Zuschauer an, sodass sich die Kurpfälzer anfangs mit einer 15-minütigen Verspätung beim Anpfiff gedulden mussten. Dann ging es ganz schnell – zumindest fast! Nach nur 55 Sekunden traf Boyd ins Netz, aber aufgrund einer Abseitsstellung zählte das Tor nicht (1.). Bruchsal lauerte auf die Fehler des Favoriten, doch der Waldhof wurde seiner Rolle gerecht: Lohkemper köpfte auf den Kasten, Boyd staubte zur Führung ab (20.). Thalhammer hätte beinahe erhöht, aber Bruchsal-Keeper Seitz kratzte die Kugel noch von der Linie (27.). Erst kurz vor der Pause sorgte Mannheim für relativ klare Verhältnisse, indem Ba ein Zuspiel von Michel verwertete (45.).
War das Spiel damit schon erledigt? Nein, denn zunächst schlenzte Marton die Kugel wunderbar für Bruchsal in die Maschen (52.). Die Freude über den Anschlusstreffer hielt jedoch nicht lange, weil Lohkemper eine Flanke auf Boyd verlängerte und der erfahrene Stürmer per Bogenlampe den alten Abstand wieder herstellte (54.). Lohkemper hätte das Ergebnis im Anschluss noch in die Höhe schrauben können, aber scheiterte freistehend (69.). Als Vorbereiter glänzte Lohkemper weiter, denn auch einen vierten Treffer für Mannheim – abermals durch Boyd – legte der Stürmer auf (74.). Das Mannheimer Stadt-Pokalfinale mit dem VfR Mannheim war somit gebucht.
Regensburg 0:1 1860 München
Im Halbfinale des bayerischen Landespokals kam es zum Duell der Drittligisten. Zwischen Jahn Regensburg und 1860 München entwickelte sich eine überraschend einseitige Partie, denn im eigenen Stadion hatte die Jahnelf soweit alles unter Kontrolle – bis auf die Chancenverwertung. Nach einer anfänglichen Chance durch Hobsch, der in letzter Sekunde durch Strauss vom Ball getrennt wurde (5.), erspielte sich die Regensburger ein deutliches Chancenplus. Fein (15.), Hottmann (20.) und Saller (24.) konnten die anfänglichen Möglichkeiten aber nicht verwerten. Besonders bei einem weiteren Abschluss von Mittelfeldmann Fein musste sich 1860-Keeper Dähne strecken, um mit den Fingerspitzen einen Einschlag zu verhindern (31.). Auch gegen Karbstein zeichnete sich der Münchner Keeper noch vor der Pause aus (40.).
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild unverändert – und Dähne verhinderte, dass ein Klärungsversuch von Voet, der Rheintaler im eigenen Sechzehner anschoss, im eigenen Tor landete (47.). Aber dann drehten die Münchner den Spielverlauf auf den Kopf. Haugen schüttelte Strauss bei einem Tiefenlauf ab und blieb auch vor SSV-Keeper Wechsel cool – Sechzig führte (54.)! Diesen Schock musste die Jahnelf erst einmal verdauen. 1860 dann im Pech: Danhof probierte es mit einem Chipball über den Torwart hinweg, doch das Spielgerät landete am Querbalken (72.). Rächte sich am Ende die Regensburger Chancenverwertung? In Überzahlsituation wollte Hottmann den freistehenden Eichinger in Szene setzen, aber das Zuspiel trudelte ins Toraus (87.) – fast schon symbolisch für den Spielverlauf der Jahnelf. So zogen am Ende die Löwen etwas glücklich ins Finale ein.
Neubrandenburg 1:5 Rostock
Andreas Voglsammer führte seine Mannschaft als Kapitän auf den Rasen. Beim 1. FC Neubrandenburg war die Ausgangslage eindeutig, denn gegen den Sechstligisten war die Hansa-Kogge der klare Favorit. Entsprechend traten die Ostseestädter auf – und gingen früh durch den besagten Kapitän in Führung. Harenbrock ging über die linke Seite nach vorne und bediente Voglsammer mustergültig (7.). Die Partie nahm schnell ruppige Züge an, aber Harenbrock blieb der Ausgangspunkt für die erfolgreiche Offensive. Ein Freistoß des Rostockers wurde nach vorne abgewehrt, wo Wallner per Abstauber zum zweiten Mal ins Netz traf (29.). Im Jahnsportpark hatte die Kogge zur Pause alles unter Kontrolle.
Allerdings wurde es unmittelbar nach der Halbzeit wieder spannend, weil Rostock die Gastgeber einlud. Verteidiger Nawotke, der gleichzeitig Spielertrainer der Neubrandenburger war, kam nach einem Missverständnis der Kogge frei vor dem Tor zum Schuss und netzte zum 1:2 ein (49.). Lange ließ sich Rostock jedoch nicht verunsichern und stellte den alten Abstand durch den Doppelpack von Voglsammer wieder her (66.). Wenig später erhöhte Krauß (72.) noch für den Drittligisten, der sich somit klar auf Kurs zum Halbfinale bewegte. In der Schlussminute sorgte Holten für den 5:1-Endstand aus Rostocker Sicht (90.).