Showdown um den Aufstieg: Das sind die entscheidende Duelle

Noch acht Spieltage, noch 24 Punkte! Für acht Teams geht es um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Doch das Saisonfinale hat nicht nur jede Menge Spannung im Gepäck, sondern auch puren Nervenkitzel: liga3-online wirft einen Blick auf jene Duelle, die vorentscheidenden Charakter haben können.

31. Spieltag: Rot-Weiss Essen – MSV Duisburg

Muss zu dieser Paarung überhaupt noch etwas gesagt werden? Das Derby vom Niederrhein bräuchte die zusätzliche tabellarische Würzung doch gar nicht mehr. Nun werden die Tickets unter der Hand zu exorbitanten Preisen vermittelt – 19.300 Fans dürfen an der Hafenstraße dabei sein, es hätten problemlos doppelt so viele Menschen sein können. Für RWE ist dieses Heimspiel eine große Chance, den Rivalen zu distanzieren. Auch weil der MSV mehr denn je von seiner unzerstörbaren Heimstärke lebt, auswärts aber mehrfach ganz schwache Auftritte zeigte. Mit Uwe Koschinat und Dietmar Hirsch treffen noch dazu zwei alte Trainerfüchse aufeinander – von der Bedeutung dieses Derbys dürfte kein Spieler überrascht werden.

32. Spieltag: MSV Duisburg – VfL Osnabrück

Genau drei Tage später gehen die Wochen der Wahrheit für den MSV bereits weiter, während der VfL Osnabrück nach jetzigem Stand sogar recht entspannt an den Niederrhein fahren kann: Solange Lila-Weiß seine direkten Duelle nicht verliert, kann es sich auf dem erarbeiteten Punktepolster ausruhen. Das Gästekontingent von knapp 2.700 Plätzen war binnen Minuten verkauft – aus Sorge vor einer Osnabrücker Invasion verkaufen die Zebras Online-Tickets derzeit nur an Mitglieder und weitere ihm bekannte Fans. Wenn der Respekt auf dem Rasen genauso groß ist wie auf den Rängen, wird auch die nahezu perfekte Heimbilanz der Meidericher auf eine harte Probe gestellt…

32. Spieltag: SC Verl – Hansa Rostock

Die stärkste Offensive tritt auf die beste Defensive, und das Ganze nur einen Steinwurf entfernt von der langjährigen Heimat des Gästetrainers Daniel Brinkmann: Verl gegen Rostock – das wird Spaß machen! Im Hinspiel sorgten die Klubs mit interessanten Strategien für Aufsehen, als der Sportclub teilweise minutenlang im Spielaufbau den Ball halten durfte, ohne attackiert zu werden. Letztlich holte der FCH mit dem 2:2 in der siebten Minute der Nachspielzeit einen Punkt der Moral. Und auch wenn der SC Verl irgendwie noch überholt werden muss: So sicher, wie der SCV den Ball in seinem kleinen Stadion zirkulieren lässt, würde Hansa auf dem Weg in die 2. Liga hier wohl erneut ein Remis unterschreiben.

33. Spieltag: VfL Osnabrück – Energie Cottbus

Gelingt dem VfL am 33. Spieltag schon eine Vorentscheidung? Energie Cottbus schwächelte zuletzt unter anderem deshalb, weil Ex-Osnabrücker Erik Engelhardt sieben Spiele lang das Tor nicht traf und auch Topstar Tolcay Cigerci die Leichtigkeit abhandengekommen ist. Für Trainer Claus-Dieter Wollitz ist die Rückkehr an die Bremer Brücke immer etwas Besonderes, hier aber gibt es keine Geschenke mehr zu verteilen: Energie muss Ausrufezeichen setzen, um sich im Aufstiegsrennen zurückzumelden.

34. Spieltag: Energie Cottbus – Rot-Weiss Essen

Weiter geht es mit den wöchentlichen Showdowns eine Woche drauf, und wieder wird Energie Cottbus beteiligt sein. Die Lausitzer haben nominell einen den schwierigsten Spielpläne im Endspurt, wozu das Treffen mit RWE seinen Teil beiträgt. Die Westdeutschen haben in der gesamten Saison jedoch enorme Probleme mit den besten Teams der 3. Liga, kommen hier gerade einmal auf gut einen Punkt pro Partie. Was auch am Hinspiel lag: Energie zeigte sich total abgezockt und siegte knapp mit 3:2.

35. Spieltag: VfL Osnabrück – SC Verl

Macht der VfL Osnabrück im gleichen Tempo weiter wie in den vergangenen Wochen, wo er sechs Siege aneinanderreihte, so könnte dieser 35. Spieltag ihn schon über die Ziellinie führen. Irgendwie wäre es ja bezeichnend, wenn der Aufstieg gegen den SC Verl gelänge. Jener Gegner, der am 38. Spieltag der Vorsaison ein ganz merkwürdiges Jahr der Lila-Weißen mit einer 0:3-Pleite aus VfL-Sicht beendete – und die damals noch längst nicht so gefestigten Elf von Trainer-Glücksgriff Timo Schultz auch in dieser Hinrunde mit 4:1 abfertigte. Es gibt kaum eine schwerere Aufgabe für die Niedersachsen. Es gibt allerdings auch kaum eine bessere Reifeprüfung.

36. Spieltag: MSV Duisburg – Energie Cottbus

Duisburg und Cottbus sind mit Stand vom 30. Spieltag die Wackelkandidaten in den Top 6, weil sie das enorme Tempo der Konkurrenz nur noch teilweise mitgehen können. Es ist durchaus denkbar, dass es am 36. Spieltag nur noch für eine der Mannschaften um etwas geht. Sollte dies der MSV Duisburg sein, braucht dieser eine weitere Sternstunde, wie es sie auf heimischem Rasen in dieser Spielzeit schon beängstigend oft gab. Neutrale hätten nichts gegen eine Wiederholung des Hinspiels, das in der Nachspielzeit noch zwei Wendungen erfuhr – Cottbus siegte mit 3:2.

37. Spieltag: Rot-Weiss Essen – SC Verl

Auch wenn wir uns noch in der Länderspielpause befinden: Macht es nicht schon beim Lesen Spaß, auf dieses Saisonfinale hinzufiebern? Dass es an so gut wie jedem der verbleibenden Spieltage mindestens ein direktes Duell der Aufstiegskandidaten gibt, ist ein alles andere als alltäglicher Glücksfall. Die Paarung von RWE und SCV hat dazu noch Nachholbedarf, endete sie doch im Spätherbst torlos – was beim Aufeinandertreffen der zwei besten Drittliga-Angriffsreihen (sowie zwei nicht restlos sattelfester Defensivreihen) erstaunlich war. Die zwei spielstärksten Aufstiegsanwärter haben jedenfalls gute Chancen, am vorletzten Spieltag vielleicht sogar schon den Aufstieg klarzumachen. Für Verl wäre die 2. Bundesliga ein absolutes Novum, in Essen wird immerhin 19 Jahre lang auf die Rückkehr gewartet.

   

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