Danhof im Interview: "Wäre falsch, bereits das Rechnen anzufangen"
Der TSV 1860 München hat sich im Aufstiegsrennen der 3. Liga zurückgemeldet und klopft nach zwischenzeitlich fünf Siegen in Folge oben an. Mit liga3-online.de spricht Leistungsträger Tim Danhof über die starke Form der Münchner, die Ausgangslage vor dem Saisonendspurt, seine besondere Einsatz-Statistik und das anstehende Top-Spiel beim MSV Duisburg am Sonntag.
"Haben uns die starke Ausgangslage als Verfolger erarbeitet"
liga3-online: Beim 0:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden endete zuletzt eine Siegesserie von fünf Partien. Was fehlte für den sechsten Sieg in Folge, Herr Danhof?
Tim Danhof: Das war – denke ich – ein für die 3. Liga typischer Abnutzungskampf. Wir haben hinten zwar wenig zugelassen, aber es vorne eben auch nicht geschafft, das Tor zu machen.
Durch die vielen Zähler in den letzten Wochen mischt der TSV 1860 oben wieder ordentlich mit. Nur fünf Punkte sind es bis auf den drittplatzierten FC Energie Cottbus. Wie bewerten Sie die Tabellensituation vor dem anstehenden Saisonendspurt?
Wir haben uns die starke Ausgangslage als Verfolger erarbeitet und uns heran gepirscht. Es sind noch neun Partien zu absolvieren und wir wissen alle, wie eng diese Liga ist. Daher gilt es ruhig zu bleiben und jedes Spiel fokussiert anzugehen.
Mit Blick auf Ihre Einsatzzeiten in dieser Saison fällt auf: Wenn Sie in der Startelf standen, hat 1860 München nicht eine einzige Partie verloren. So einfach lässt sich das Erfolgsgeheimnis lüften!
Das ist sicher eine schöne Statistik, die mich freut. Aber: Von Statistiken kann man sich bekanntlich nichts kaufen! (lacht)
Spaß beiseite: Gibt Ihnen eine solche Statistik einen Push des Selbstvertrauens – weil sie auch Ihren Impact auf dem Platz beweist?
Absolut. Sie zeigt, dass ich der Mannschaft auf dem Platz helfen und eine wichtige Rolle einnehmen kann. Ich gebe mein Bestes, damit es so bleibt.
"Eine Kampfansage wird es von mir nicht geben"
Gegen drei Teams aus der Top 5 treten Sie noch direkt an. Angefangen mit der Auswärtspartie beim MSV Duisburg am Sonntag. Man spricht in diesem Kontext gern von “Sechs-Punkte-Spielen”. Nur eine Floskel oder ist da aus Ihrer Sicht etwas dran?
Es folgt die nächste Floskel (lacht) – die aber nun einmal wahr ist: Jedes Spiel ist am Ende gleich wichtig und wir müssen uns in jeder Begegnung aufs Neue beweisen. Klar ist, dass uns beim MSV Duisburg ein schweres Spiel erwartet und wir dennoch mit dem klaren Ziel dorthin reisen, um den nächsten Dreier einzufahren.
Der MSV schwächelte zuletzt, gewann nur eines der vergangenen vier Spiele und rutschte auf Rang fünf ab. Wie schätzen Sie Duisburg als Gegner derzeit ein?
Jeder, der schon einmal in Duisburg gespielt hat, weiß, dass das Stadion eine gewisse Wucht entwickeln kann. Ich bin mir aber sicher, dass wir gemeinsam mit unseren mitreisenden Fans die Stimmung und auch den Spielverlauf auf unsere Seite ziehen werden.
Es geht in der 3. Liga traditionell eng zu – noch mindestens acht Mannschaften sind im Aufstiegsrennen dabei. Wie viele Punkte müssen es aus Ihrer Sicht am Ende sein, um sich durchzusetzen?
Bei noch neun ausstehenden Spielen wäre es falsch, jetzt bereits das Rechnen anzufangen. Entscheidend ist, dass wir weiter bei uns bleiben und an die letzten Wochen anknüpfen.
Ihre Chance für eine Kampfansage an die Konkurrenz: Warum hat der TSV 1860 den längeren Atem – und steht am Saisonende auf einem Aufstiegsplatz oder zumindest auf Relegationsrang drei?
Eine Kampfansage wird es von mir nicht geben. Aber: Wir sind ein eingeschworener Haufen und wissen um unsere Qualität. Es steht außer Frage, dass wir alles reinlegen werden, um am Saisonende so viele Punkte wie möglich auf dem Konto zu haben. Und dann werden wir sehen, ob es gereicht hat.