Cottbus nur Remis gegen Ulm – Später Nackenschlag für Aue
Im Kampf um den Aufstieg musste sich Energie Cottbus am Samstag mit einem 1:1 gegen Ulm zufrieden geben, dennoch sind die Lausitzer wieder Zweiter. Bitterer verlief der Nachmittag für Erzgebirge Aue. Die Veilchen führten erst in Mannheim, kassierten dann den Ausgleich und kurz vor Schluss den Nackenschlag. Bitter: Der Ball war wohl nicht hinter der Linie. Außerdem bezwang Alemannia Aachen den FC Ingolstadt mit 2:1, der FC Schweinfurt besiegte den VfB Stuttgart II mit 3:1 und der SSV Jahn Regensburg schickte den TSV Havelse mit 5:2 nach Hause.
Cottbus 1:1 Ulm: Cottbus wacht zu spät auf
Aufstiegshoffnung gegen Abstiegsangst: Im Duell der Gegensätze erwischte der Favorit den besseren Start. Nach zwei Minuten kam Butler aus spitzem Winkel zum Abschluss, doch der Ball strich weit am Tor vorbei. Die Spatzen stabilisierten sich defensiv und kamen selbst zu Chancen: Aus der Distanz zog Röser ab, Funk parierte spektakulär per Flugabwehr (19.). Wenig später gingen die Gäste in Führung: Dajaku und Röser kombinierten sich nach vorne, Röser steckte im Strafraum in den Fünfmeterraum durch, wo Dajaku den Ball über die Linie spitzelte (21.). Viel Spielfluss kam nicht auf, Cottbus hatte aber zwei Chancen zum Ausgleich: Butler luchste Pepic die Kugel ab und versuchte es aus der Distanz. Der Ball ging aber weit über den Kasten (34.). Kurz vor der Pause hätte Vukancic beinahe seinen eigenen Torhüter überwunden. Eine scharfe Hereingabe klärte der Verteidiger per Grätsche vor dem lauernden Engelhardt. Drei Meter vor der Linie schaffte es Vukancic, den Ball irgendwie über das Tor zu klären (40.).
Auch im zweiten Durchgang war Cottbus bemüht, tat sich gegen das Bollwerk der Ulmer jedoch schwer. Hochkarätige Chancen blieben zunächst aus – bis die Lausitzer in der Schlussviertelstunde aus dem Nichts zurückkamen: Biankadi flankte aus dem rechten Halbfeld auf Engelhardt, der völlig unbedrängt war. Der Stürmer traf den Ball zwar eher mit der Schulter, doch der Ball landete im Tor (77.). Es entwickelte sich eine offene Partie: Engelhardt setzte den Ball per Kopf weit über das Tor (80.), während Röser eine gute Konterchance verpasste, indem er nicht präzise auf Dajaku querlegte (82.). Gibt es wie im Hinspiel einen späten Siegtreffer? Borgmann fand mit seiner Flanke am zweiten Pfosten Manu, der köpfte auch auf das Tor, setzte die Kugel aber neben den Pfosten (90.+5). Mit dem Remis – es ist das dritte sieglose Spiel in Folge – ist Energie vorerst zurück auf Platz 2. Ulm überholt zwar Aue, der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt nach dem achten sieglosen Spiel in Serie aber noch acht Punkte.
Mannheim 2:1 Aue: Boyds Siegtreffer wohl nicht hinter der Linie
In Mannheim war der FC Erzgebirge Aue schon zum Siegen gezwungen. Zu Beginn war bei den Veilchen noch die Verunsicherung der vergangenen Wochen zu spüren, doch mit zunehmender Spieldauer kam die Mannschaft besser ins Spiel. Allen voran Bär hatte mehrfach die Chance auf die Führung: In der 19. Minute setzte er eine Direktabnahme über das Tor, eine Minute später tauchte er frei vor Nijhuis auf, wurde aber vom Mannheimer Keeper nach außen geleitet – sein Hacken-Abschluss war letztlich ungefährlich. Drei Minuten später köpfte Bär knapp am Pfosten vorbei. Aue gab jedoch nicht auf und belohnte sich: Eine Ecke klärten die Buwe nicht konsequent, Stefaniak zog aus der zweiten Reihe ab und traf den unteren Winkel – das 1:0 (44.).
Mannheim kam mit Wut im Bauch aus der Kabine. Erst schoss Boyd aus kurzer Distanz über das Tor (46.), dann setzte Lohkemper unbedrängt einen Abschluss weit drüber (49.). Wenig später belohnten sich die Mannheimer für einen starken Start in die zweite Halbzeit: Bierschenk nahm eine Flanke von Uhlmann direkt per Volley und traf traumhaft in den Winkel (50.). Die Kurpfälzer blieben dran, hatten aber auch Glück: Nach einer Ehlers-Flanke an den zweiten Pfosten bugsierte Bär den Ball in die Maschen – doch die Fahne ging hoch, Abseits (64.), eine knappe Entscheidung. Kurz darauf hatten erneut die Buwe Chancen: Boyd zog aus 14 Metern ab, der Ball rauschte vorbei (67.). Nur eine Minute später verlängerte er einen Freistoß zu Lohkemper, doch Männel reagierte blitzschnell und blockte den Kopfball des Angreifers (68.). Den Lucky Punch setzten schließlich die Kurpfälzer: Aus spitzem Winkel zog Boyd mit voller Kraft ab, traf die Unterkante der Latte, von wo aus der Ball laut TV-Bildern wohl auf der Linie aufprallte, aber vermutlich nicht mit vollem Umfang hinter der Linie war. Die Unparteiischen entschieden auf Tor (90.). Aue fällt durch die sechste Pleite in Serie auf Rang 18 zurück – der Rückstand auf den 1. FC Saarbrücken beträgt neun Punkte. Die Saarländer könnten diesen später gegen den SC Verl weiter ausbauen. Mannheim bleibt trotz des vierten Heimsiegs in Folge auf Rang neun.
Ingolstadt 1:2 Aachen: Schroers mit Traumtor zur Entscheidung
Zwei Teams der Rückrunde trafen aufeinander: Geht es nach diesem Ranking, spielte der Sechste gegen den Dritten. Der leichte Favorit hatte mehr vom Spiel und bereits in der Anfangsphase das 1:0 auf dem Fuß. In der 9. Minute zwang Schroers Eisele aus elf Metern zu einer starken Parade. Zwei Minuten später war Nadjombe aus sechs Metern bereit zum Einschieben, wurde aber von Lorenz geblockt. Danach ebbte das Spiel etwas ab, ehe Schroers vom Fünfmetereck abzog, der Ball wurde jedoch abgefälscht (39.). Kurz darauf fiel das 1:0: Eisele wollte eine Flanke, die nahe des kurzen Pfostens ins Aus gegangen wäre, auffangen, konnte den Ball aber nicht festhalten, Ademi nutzte den Fehler (40.). Doch die Freude währte kurz: Nach einer Hereingabe kam der Ball im Strafraum zu Kügel, der auf Costly querlegte. Ingolstadts Mittelfeldspieler schob aus halbrechter Position links unten ein (43.).
Ingolstadt wollte den Schwung des späten Ausgleiches in die zweite Halbzeit mitnehmen – und wäre beinahe in Führung gegangen. Der eingewechselte Drakulic prüfte Riemann aus elf Metern, doch der Routinier parierte souverän (50.). Kurz darauf nutzte Schroers im Spielaufbau einen Ballverlust der Schanzer und zog aus rund 25 Metern ab. Der Ball schlug im oberen Toreck ein (55.). Danach nahm das Spiel erneut eine kleine Verschnaufpause, ehe Aachen wieder gefährlich wurde: Nadjombe wurde von Castelle geschickt, doch Lorenz hinderte ihn mittels Grätsche im letzten Moment am Abschluss (74.). Kurz darauf parierte Eisele einen Abschluss von Oehmichen glänzend, während Costly für Ingolstadt nach schöner Kombination per Kopf den Ausgleich verpasste (78.). Die Entscheidung hatte Castelle auf dem Fuß: Dessen abgefälschter Schuss parierte Eisele jedoch stark (83.). Nach dem vierten Sieg in Folge bleibt Aachen weiterhin Zehnter, Ingolstadt liegt einen Platz dahinter.
Regensburg 5:2 Havelse: SSV Jahn erst eiskalt, dann sorglos
Abstiegsangst auch in Regensburg. Der SSV Jahn wollte sich dieser entledigen, während Havelse noch einmal zur Aufholjagd ansetzen möchte. Die Gastgeber wollten vom Anpfiff weg jedoch keine Hoffnung bei den Niedersachsen aufkommen lassen. Hottmann zog von der Außenbahn in den Strafraum und schlenzte den Ball aus spitzem Winkel ins lange Eck – 1:0 (3.). Während Bauer, dessen Schuss aus kürzester Distanz geblockt wurde, das 2:0 verpasste (24.), köpfte Boujellab nach einer Ecke knapp neben das Tor (29.). In der Nachspielzeit erhöhte Regensburg: Eine Freistoßflanke von Fein wurde möglicherweise minimal abgefälscht und landete im langen Eck (45.+3). Für Havelses Quindt unangenehm, da vor ihm viel Betrieb im Strafraum herrschte.
Wie schon in den ersten Durchgang, kam auch in der 2. Halbzeit Regensburg besser in die Partie. Kühlwetter steckte sehenswert auf Hottmann durch, der vor Quindt souverän blieb (56.). Für Havelse entwickelte sich ein rabenschwarzer Nachmittag, denn der SSV Jahn ließ nicht locker. Strauss wurde nach einer Ecke von Havelse nicht vom Ball getrennt, dann kam Wurm an den Ball und haute das Leder kompromisslos in die Maschen (66.). Mit dem 4:0 schalteten die Regensburger jedoch ab und brachten Havelse wieder zurück: Düker legte auf Boujellab quer, der locker ins lange Eck einschob (70.). Sechs Minuten später hebelte Düker mit einem langen Pass die Abwehr der Oberpfälzer aus. Schepp schob mit dem Außenrist ein. Der SSV Jahn fing sich wieder und sorgte in der Nachspielzeit für die endgültige Entscheidung. Dietz vollendete einen Konter. Die Gastgeber haben nun 39 Punkte und sind damit dem Klassenerhalt sehr nahe (12.). Havelse verharrt auf Platz 19.
Schweinfurt 3:1 Stuttgart II: Nächster Sieg für Jones
Für den 1. FC Schweinfurt geht es vor allem darum, den Negativrekord in der 3. Liga zu verhindern. Im Duell mit dem VfB Stuttgart II ging es von Beginn an zur Sache: Ouro-Togbas Abschluss rollte knapp am Tor vorbei (2.), während Drljaca auf der anderen Seite einen Versuch von Krätschmer aus kurzer Distanz parierte (2.). Die Partie blieb geprägt von schnellen Gegenzügen: Erst war Drljaca nach einem abgefälschten Schuss gefordert (17.), dann scheiterte Diehl aus kurzer Distanz (18.). Kurz vor der Pause wäre der VfB beinahe in Führung gegangen: eine Hereingabe flog fast ins lange Eck – Ouro-Tagba verpasste nur knapp den Ball (43.).
Auch der Start in die zweite Halbzeit war fulminant. Krätschmer zirkelte einen Freistoß in die kurze Ecke, doch Drljaca war zur Stelle (48.). Eine Zeigerumdrehung später war er jedoch machtlos: Wieder war Krätschmer beteiligt, der den Ball per Kopf auf Celebi verlängerte. Der frühere Essener vollendete am zweiten Pfosten (49.). Schweinfurt antwortete prompt: Darvich erhielt an der Strafraumkante den Ball und schlenzte ihn in den oberen Winkel (58.). Die Gäste blieben dran, doch Schweinfurt hatte direkt die Chance zur erneuten Führung – Böhnleins Kopfball aus kurzer Distanz parierte Drljaca. Kurz vor Schluss folgte der Doppelschlag: Zuerst verwandelte Geis einen Freistoß sehenswert ins lange Eck (87.), dann vollendete Wintzheimer nach Hereingabe von Trslic (89.). Mit nun 17 Punkten bleibt Schweinfurt Letzter, während der VfB II auf Platz 14 abrutscht.