"Bezeichnend für die Situation": Aues Hoffnung schwindet weiter
Wieder gut gespielt, aber wieder verloren: Beim 2:4 in Essen ging Erzgebirge Aue zum fünften Mal in Folge als Verlierer vom Platz, was nicht nur die Krise verschärfte, sondern auch die Hoffnung auf den Klassenerhalt weiter schwinden ließ.
"Es ist bitter…"
Am Ende standen die Spieler des FC Erzgebirge Aue wieder mit langen Gesichtern da. Im Fanblock befanden sich nur noch wenige Anhänger, die das Gespräch mit den Profis suchten. Angesichts der immer größer werdenden Realität eines möglichen ersten Abstiegs in die Regionalliga fiel die Unterstützung verhaltener aus als sonst – zumindest aus Sicht der Zuschauer. Cheftrainer Christoph Dabrowski nahm das jedoch anders wahr: "Es war generell so laut, da habe ich nicht mitbekommen, wer wie lautstark unterstützt wird", sagte er bei "MagentaSport." Für all jene, die frustriert sind, hat er "natürlich Verständnis": "Das sind Leute, die eine lange Fahrt auf sich genommen haben."
Dabei machten die Veilchen an der Hafenstraße kein schlechtes Auswärtsspiel, kassierten jedoch binnen neun Minuten drei Traumtore (28./32./37.). Das sei zwar "bezeichnend für die derzeitige Situation", dennoch wollte Dabrowski das nicht einfach so abtun: "Die Gegentore fallen zu einfach. Wir kassieren zunächst den Treffer per Hacke, und bei den anderen legen wir im Zentrum den Ball zu leichtfertig vor. Da komme ich mir vor wie bei 'Täglich grüßt das Murmeltier', weil das in einer Häufigkeit passiert."
Abstand auf das rettende Ufer wird größer
Noch vor der Pause erzielten die Veilchen durch Jannic Ehlers den Ehrentreffer (45.+2), nach knapp einer Stunde gelang Marcel Bär der Anschluss (61.). Chancen zum Ausgleich gab es, doch sie blieben ungenutzt – etwa in Form eines Pfostentreffers durch Günther-Schmidt (73.). Rot-Weiss Essen bestrafte das schließlich mit dem 4:2 durch Kaito Mizuta. "Die Mannschaft zeigt immer wieder, dass sie zurückkommen kann. Aber die Hypothek aus drei Gegentoren ist einfach schwierig zu egalisieren. Es ist bitter, dass wir die Chancen hatten, es aber nicht geschafft haben", analysierte Dabrowski.
Durch das Remis des 1. FC Saarbrücken gegen den SSV Jahn Regensburg wuchs der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf neun Punkte an. Hinzukommt das um 16 Treffer schlechtere Torverhältnis gegenüber den Saarländern. Der SSV Ulm 1846 könnte die Veilchen am Sonntag mit einem Unentschieden gegen den 1. FC Schweinfurt 05 sogar überholen. Neun Spieltage bleiben Aue noch, um den Absturz zu verhindern und das Wunder zu schaffen. Dafür braucht es allerdings dringend Punkte. Die nächste Gelegenheit bietet sich am kommenden Samstag beim SV Waldhof Mannheim. Nicht mit dabei sein wird Jamilu Collins, der wegen Meckerns die fünfte gelbe Karte sah. "Weitermachen, aufgeben ist keine Option", rief Dabrowski seiner Mannschaft zu.