Nach Böller-Skandal in Essen: Polizei und DFB ermitteln

Einen Tag nach dem Böller-Skandal beim Spiel zwischen Rot-Weiss Essen und dem SV Waldhof Mannheim haben Polizei und DFB am Donnerstag ihre Ermittlungen aufgenommen.

Täter konnte identifiziert werden

Im ersten Schritt sind beide Vereine vom DFB-Kontrollausschuss zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert worden, wie der Verband auf Anfrage von liga3-online.de mitteilte. "Nach Eingang der Stellungnahmen wird über den weiteren Fortgang des Verfahrens entschieden", heißt es. Die Buwe müssen mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen, zumal der Waldhof nach elf Sportgerichts-Urteilen allein in der Saison 2024/25 vom DFB als Wiederholungstäter eingestuft wurde. Bereits im vergangenen Herbst hatte der Verband die Mannheimer dazu angehalten, "endlich zu veranlassen, alle zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um Zuschauerausschreitungen in Zukunft zu verhindern". In der laufenden Saison musste der SVW bislang 103.400 Euro an den DFB zahlen und belegt damit den zweiten Platz der Strafentabelle.

Die zu erwartende Geldstrafe für den Böller-Skandal in Essen wird der Klub womöglich auf den Täter umlegen. Dieser konnte bereits unmittelbar nach dem Vorfall identifiziert werden. Wie die Polizei Essen gegenüber dem "SWR "mitteilte, handelt es sich dabei um einen 50-jährigen aus Ludwigshafen am Rhein. Durch eine Videobeobachtung hätten Einsatzkräfte den Mann unmittelbar nach der Tat identifiziert, ihn anschließend – wohl auch durch die Mithilfe der Waldhof-Fans – außerhalb des Stadions gefunden und auf eine Polizeiwache gebracht. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Festgenommen wurde der 50-Jährige aber nicht, da keine Flucht-, Verdunklungs oder Wiederholungsgefahr vorliege.

Waldhof verurteilt Vorfall

Am Donnerstagnachmittag veröffentlichte der Waldhof zudem eine Stellungnahme zu dem Vorfall. In dieser wünscht der Klub zunächst Torhüter Felix Wienand eine "gute und schnelle Genesung" und stellt klar: "Böller-Detonationen haben im Fußballstadion keinen Platz." Nach Angaben der Mannheimer sei es während der gesamten 90 Minuten im Stadionbereich zu mehreren Vorfällen gekommen. Demnach habe es "Pyrotechnik, Feuerwerk und Detonationen“ gegeben. Die Spieler beider Mannschaften hätten während der gesamten Spielzeit "unter dem ständigen Einfluss jener Aktionen" gestanden.

Zur Szene, die in der 55. Minute zu einer Spielunterbrechung führte, äußerte sich der Klub ebenfalls. Nach Sichtung der Bilder habe es sich um "eine einzige Böllerzündung in der letzten Reihe der Gästetribüne" gehandelt. Entgegen mehreren Berichten sei dabei "kein Böller auf das Spielfeld geworfen" worden. Zudem betont der SV Waldhof, dass es sich um "das einzige Fehlverhalten aus dem Gastbereich an diesem Mittwochabend" gehandelt habe.

Unabhängig davon verurteilt der Klub "jede Form von unsachgemäßem Umgang mit Pyrotechnik und insbesondere Böllern ausdrücklich". Solche Aktionen gefährdeten Menschen, schadeten dem Fußball und widersprächen den Werten des Vereins. Die Ereignisse sollen nun gemeinsam mit den zuständigen Behörden und dem Veranstalter weiter aufgearbeitet werden. Ziel sei es, dass Fußballspiele für Spieler, Offizielle und Zuschauer "sicher und ohne derartige Vorfälle stattfinden können".

 

   

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