"Nicht mehr lustig": Holtz ärgert sich über erneuten Platzverweis
Der SV Waldhof Mannheim entführt einen Zähler aus Cottbus. Am Ende war es Torhüter Thijmen Nijhuis, der mit zwei unfassbaren Paraden in der Nachspielzeit den Punkt festhielt – obwohl die letzte Aktion des Spiels nicht vollständig auflösbar war. Cheftrainer Luc Holtz ärgerte sich sogar, dass die Kurpfälzer nicht noch mehr aus der Lausitz mitnahmen.
Wilde Szenen nach letzter Aktion
Die ursprünglich vierminütige Nachspielzeit dauerte geschlagene acht Minuten, weil am Ende einfach so viel los war. Zuerst war es Janne Sietan in der ersten Minute der Nachspielzeit, der kurz vor dem eigenen Strafraum wiederholt zu spät in den Zweikampf kam – und wieder einmal gab es den Platzverweis gegen Mannheim in Form einer gelb-roten Karte. "Das ist irgendwann nicht mehr lustig", erklärte Waldhof-Coach Luc Holtz bei "Magenta Sport" mit versteinerter Miene, denn es war schon der sechste Feldverweis für die Kurpfälzer in dieser Saison. Ein Spitzenwert in der Liga. "Irgendwann müssen wir auch mal ein Spiel zu Elft beenden. Im Training sind die Jungs oft zu nett. Da muss man sich schon fragen, wie das immer sein kann." Die turbulenten Minuten kamen aber erst noch.
Denn der aufgerückte Energie-Verteidiger King Manu kam freistehend aus kurzer Distanz zum Abschluss, aber Waldhof-Torhüter Thijmen Nijhuis warf sich vor der Linie in den Ball und parierte sensationell. Und dann? Die letzte Ecke des Spiels segelte in den Strafraum, wo Tolcay Cigerci und Sanoussy Ba im Gewühl beide irgendwie zum Ball kamen – das Spielgerät ging auf das Tor, das Netz wackelte. Aber wieder stand Nijhuis dazwischen, sodass Schiedsrichter Ben Henry Uhrig einen vermeintlichen Treffer nicht anerkannte. Die richtige Entscheidung? Darüber wurden sich die Beteiligten nach Spielende nicht einig, denn anhand der TV-Bilder war die Szene nicht zweifelsfrei aufzulösen.
"Hätten den Sieg mehr verdient gehabt"
So holte Mannheim einen Punkt in der Lausitz, der durchaus verdient war. Denn in einem hochklassigen Spiel glich der Waldhof die frühe Cottbuser Führung aus und erarbeitete sich weitere Chancen. "Nach Tormöglichkeiten hätten wir den Sieg mehr verdient gehabt, als der Gegner", fand Holtz. Zudem sei die Leistung über 90 Minuten "sehr, sehr gut" gewesen, sodass er sich "sehr zufrieden" zeigte. Und dennoch war der Punktgewinn am Ende vielleicht auch glücklich aufgrund der letzten Aktionen in der Nachspielzeit.
Durch die dritte Partie in Folge ohne Niederlage sind die Buwe nun Neunter. Weiter klettern kann der Waldhof nächsten Freitag im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Neben Sietan werden dann allerdings auch Terrence Boyd und Lukas Klünter fehlen, die beide zum fünften Mal Gelb gesehen haben. Ob Mannheim dann mal ohne Platzverweis aus einer Partie geht?