"Mir ist es auch ein Rätsel": Holtz hadert mit Platzverweisen
Zunächst bekam Mannheim im neuen Jahr die Hütte voll, doch dank einer verbesserten Defensivleistung konnte der SV Waldhof wieder zwei Siege in Folge einfahren. Cheftrainer Luc Holtz schaut in der Tabelle aber weiter vorsichtig nach unten, denn ein ums andere Mal schwächten sich die Kurpfälzer schon per Platzverweis selbst. Eine knifflige Situation vor dem Topspiel gegen Energie Cottbus (Sonntag, 13:30 Uhr).
"Wir reden sehr oft über Emotionen"
In der Fairnesstabelle führt der SV Waldhof Mannheim eigentlich nur das Mittelfeld der Tabelle an. Was jedoch auffällt, ist die Tatsache, dass die Kurpfälzer in dieser Saison die meisten Platzverweise aller Drittligisten kassierten. Besonders die Rote Karte von Niklas Hoffmann im letzten Spiel gegen Ulm sorgte für Aufsehen, soll er Gegenspieler Mamba doch beleidigt haben. "Ich habe mir schon gedacht, dass eine Frage in diese Richtung kommt", gestand Waldhof-Coach Luc Holtz auf der Spieltags-Pressekonferenz. Vier Mal Gelb-Rot, ein Mal glatt Rot – das ist die Bilanz, die der Luxemburger zu erklären versuchte. "Mir ist es auch ein Rätsel", so Holtz.
"Natürlich mache ich mir auch meine Gedanken, wie das möglich ist, dass wir so oft Spiele mit zehn Mann beenden", führte der Cheftrainer seine Gedanken weiter aus, die er auch mit dem Trainerteam teilte. "Wir reden sehr oft über Emotionen und würden uns sogar öfters mehr Emotionen bei unseren Spielern wünschen. Auch im Training. Dass wir so oft Platzverweise bekommen, ist mir wirklich ein Rätsel, weil die Jungs mir oft zu ruhig sind." Dass die Rote Karte mit einer Beleidung seitens Hoffmann einhergegangen sein soll, relativierte der Cheftrainer schon ein bisschen, wenngleich er nichts entschuldigen wollte. "Das ist natürlich nicht gut, obwohl ich denke, dass solche Wortwechsel sehr oft zustande kommen", so Holtz. Disziplinlosigkeit konnte er hingegen nicht bei seinem Team erkennen.
"Sehr schlechte Erinnerungen an Cottbus"
So blieb der Fokus auf der anstehenden Partie gegen Spitzenreiter Cottbus bestehen. "Ich lese hier gerade, dass wir gute Erinnerungen an Cottbus haben, weil hier ein 4:2-Sieg aus der letzten Saison steht", betonte Holtz. "Aber ich muss sagen, dass ich sehr schlechte Erinnerungen an Cottbus habe, weil wir das Hinspiel hier 0:3 verloren haben und überhaupt keine Chance gegen diesen Gegner hatten." Wohlgemerkt auch deshalb, weil Mannheim in besagter Partie am 5. Spieltag auch länger als 60 Minuten in Unterzahl agierte. Aber nicht nur daran lag es: "Ich brauche keinem zu erklären, welche Qualität Cottbus hat", so Holtz. Besser als im Hinspiel will es der Waldhof dennoch machen.
Denn der luxemburgische Coach blickt in der Tabelle weiter nach unten, obwohl der Abstand zur Gefahrenzone schon zwölf Punkte beträgt. "Wir haben ja gesehen, welche Qualität auch Ulm hatte. Und auch alle anderen Mannschaften haben sich nochmal verstärkt und werden in den kommenden Wochen noch Punkte sammeln. Wir haben jetzt auch schwierige Gegner und dann kommst du irgendwann wieder in eine Stresssituation, wenn du nicht punktest", erklärte Holtz. Zuversicht bereitete dem 56-Jährigen natürlich sein Team: "Ich denke, dass wir noch nicht an unserem Leistungslimit sind. Ich glaube schon, dass wir uns noch weiterentwickeln können und werden." Um dann auch dem Tabellenführer Paroli zu bieten – bestenfalls nicht in Unterzahl.