"Alles anders vorgestellt": Jahn kämpft gegen den Absturz
Im Endspurt der Hinrunde sorgte der SSV Jahn Regensburg für lächelnde Gesichter, dann spielte die Mannschaft von Michael Wimmer eine gute Winter-Vorbereitung. Doch im Liga-Alltag kehren die Sorgen zurück, weil die Jahnelf zwei klare Niederlagen erlitten. Im Duell mit dem 1. FC Schweinfurt (Samstag, 16:30 Uhr) müssen Punkte her, um die Nerven zu beruhigen.
"Das ist natürlich absolut enttäuschend"
Die WSG Tirol (2:0) und die SpVgg Greuther Fürth (2:0) wurden im Rahmen der Winter-Vorbereitung geschlagen. Obwohl die Jahnelf gerade einmal drei Punkte vor der Abstiegszone stand, hatte alles den Anschein, als würde Regensburg endlich Fahrt aufnehmen. "Wir haben uns das alles anders vorgestellt", resümierte Cheftrainer Michael Wimmer allerdings nach zwei Auftritten in der Rückrunde. Die bittere Wahrheit ist, dass Regensburg gegen Ingolstadt (0:3) und Duisburg (0:2) nahezu chancenlos war. Die Sorgen beim Jahn wachsen wieder. "Wir haben es nicht geschafft, den Schwung aus der Endphase der Hinrunde und der Vorbereitung mit in die Liga zu nehmen", hielt auch Wimmer fest. "Von daher ist das natürlich absolut enttäuschend."
Wichtig sei, dass die Mannschaft nun die Ist-Situation annimmt und Punkte sammelt. "Darum geht es, um den Ligaerhalt zu sichern, damit der Jahn nächstes Jahr in der 3. Liga ist", betonte der Cheftrainer in aller Deutlichkeit. "Da muss man ehrlich sein und dementsprechend müssen wir anders auftreten." Denn der Vorsprung vor Platz 17 ist auf zwei Zähler geschrumpft. Jetzt geht es auch noch nach Schweinfurt – ein Kellerduell, das die Jahnelf nicht verlieren darf. Obwohl der Gegner abgeschlagen auf dem letzten Rang steht, warnte Wimmer eindringlich: "Sie an der Tabellensituation zu messen, oder zu denken, jetzt kommt bloß das, was sie an Punkte haben, wäre der größte Fehler, den man machen kann."
"Es geht darum, diesen Trend zu stoppen"
Entsprechend wird der 45-Jährige seine Mannschaft auf einen heißen Tanz einstellen. "Es wird ein Spiel, das eine Herausforderung werden wird. Eventuell wird es aufgrund der Platzverhältnisse extrem ekelig, ein extremer Abnutzungskampf", stellte sich Wimmer auf die Gegebenheiten ein. "Im Endeffekt steht für beide Mannschaften viel auf dem Spiel, und wir wissen, dass wir gerade einen Trend haben, der absolut in die falsche Richtung geht. Es geht darum, diesen Trend zu stoppen." Tugenden wie Einsatzwille und Bereitschaft werden gefordert, die Taktik oder Formation sei dann zweitrangig.
Aber auch personell ist die Jahnelf gebeutelt. Neben Julian Pollersbeck (Rückenprobleme) und Robin Ziegele (Zehenbruch) werden Lucas Hermes (Kopfverletzung), Jakob Seibold (Schulterverletzung), Florian Dietz (Grippe) und wahrscheinlich auch Christian Kühlwetter (Blessur) ausfallen. Winter-Neuzugang Malte Karbstein könnte hingegen schon ein Kandidat für die Startelf sein. Wimmer legte sich derweil fest: "Wir brauchen Siege, um jetzt unten herauszukommen. Es ist auch egal, ob der Gegner Schweinfurt heißt oder ob er anders heißen würde." Eine Nicht-Leistung wie bei den letzten beiden Auftritten im neuen Jahr kann sich der Jahn jedenfalls nicht mehr erlauben. Ansonsten könnte es auch für Wimmer eng werden.