"99-prozentige Wahrscheinlichkeit": Havelse vor Drittliga-Verbleib
Nach dem Zwangsabstieg des TSV 1860 München spricht inzwischen alles dafür, dass der TSV Havelse anstelle der Löwen in der 3. Liga verbleiben wird.
Bedingungen wohl erfüllt
Bereits am Mittwochabend hatten die Niedersachsen bekanntgegeben, alle notwendigen Unterlagen fristgerecht beim DFB eingereicht zu haben. Ein freiwilliger Verzicht auf die 3. Liga, über den wegen Stadionproblemen und zu hoher Kosten für den Drittliga-Spielbetrieb zwischenzeitlich spekuliert worden war, ist damit vom Tisch. Noch muss der DFB zwar grünes Licht geben, doch das scheint nur noch Formsache zu sein. Darauf lassen zumindest die Aussagen von Ralph-Uwe Schaffert schließen. Der 70-Jährige ist nicht nur der Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes, sondern auch Vorsitzender des elfköpfigen Zulassungs-Beschwerdeausschusses, der am 11. Juni die endgültige Entscheidung im Zulassungsverfahren treffen wird.
Wie er der "Neuen Presse" sagte, habe der TSV "Stand jetzt die Bedingungen in wirtschaftlicher und technisch-organisatorischer Hinsicht erfüllt". Zwar werde er darüber nicht alleine entscheiden, "aber es sieht gut aus", so der 70-Jährige, der die Wahrscheinlichkeit auf einen Verbleib des TSV Havelse in der 3. Liga auf 99 Prozent beziffert. Die größte Hürde war bislang das Stadion. Weil das heimische Wilhelm-Langrehr-Stadion nicht drittligatauglich ist, war der TSV in der zurückliegenden Saison in das Eilenriedestadion von Hannover 96 ausgewichen. Die dort errichteten Stahlrohrtribünen waren zuletzt zwar abgebaut worden, doch nach Informationen von liga3-online.de war das ohnehin geplant.
Stahlrohrtribünen sollen wieder aufgebaut werden
Sobald der DFB grünes Licht gibt, sollen die Stahlrohrtribünen wieder aufgebaut werden, sodass die Spielstätte den Anforderungen für die 3. Liga entspricht. Für Risikospiele können die Niedersachsen wie bisher auch in die Heinz von Heiden Arena ausweichen. Die entsprechenden Verträge sollen laut der "Bild" am Mittwoch bereits unterschrieben worden sein. Auch die Kostenfrage für den Spielbetrieb ist kein Thema, sodass davon auszugehen ist, dass der DFB grünes Licht geben wird.
Für den FC Erzgebirge Aue, der sich zwischenzeitlich Hoffnung gemacht hatte, wäre die Tür damit endgültig zu. Bitter: Am Ende fehlte den Sachsen nur ein Punkt, um am Grünen Tisch in der 3. Liga zu bleiben. Für Lok Leipzig hatte sich die Tür auf einen Aufstieg dagegen erst gar nicht geöffnet. Zwar hatten sich das viele Fans und sogar Alemannia-Sportchef Rachid Azzouzi gewünscht, doch dass ein Regionalligist für einen Absteiger aus der 3. Liga nachrückt, geben die Regularien nicht her. Und so darf sich nun aller Voraussicht nach der TSV Havelse auf eine unverhoffte zweite Chance freuen.