8. Spieltag: Derby in Erfurt – Dynamo in Köln – Böger-Debüt

Gleich mehrere Teams steigen nach einer länderspielbedingten zweiwöchigen Spielpause zum kommenden Wochenende wieder in den Wettbewerb ein: So ist unter anderem der 1. FC Magdeburg gleich am Freitagabend bei den Stuttgarter Kickers gefordert, während der VfL Osnabrück wie der Hallesche FC vor lösbaren, aber nicht zu unterschätzenden Heimspielen stehen. Die Teams der Stunde bilden derweil Dynamo Dresden und Preußen Münster: Während die Schwarz-Gelben um Uwe Neuhaus einsam an der Spitze ihre Kreise ziehen, möchten sich die Adlerträger nach zwei Siegen in Folge endgültig in der Spitzengruppe etablieren.

Energie gegen Hansa, die Lausitzer reisen an die Ostsee: Dieses Duell klingt mindestens nach zweiter Bundesliga – doch beide Mannschaften sind längst im tristen Alltag der Dritten Liga angekommen. Während Hansa einen holprigen, aber unter dem Strich akzeptablen Saisonstart hinter sich hat, läuten bei der Krämer-Elf längst die Alarmglocken: Ein mickriger Punkt wurde in den vergangenen fünf Partien gesammelt, gegen den VfR Aalen glich der Auftritt der Energie-Elf einem Himmelfahrtskommando. Hoffnung macht lediglich, dass die Hansa-Kogge von ihren drei Heimspielen bisher zwei verloren hat und Neuzugang Richard Sukuta-Pasu im FCE-Sturm vielversprechende Ansätze zeigte. Dagegen haben die Rostocker mit Soufian Benyamina und Maik Lukowicz personell gleich doppelt nachgelegt. Welcher Stürmer sorgt im Ostseestadion für die entscheidenden Tore?

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Dass der Fußballclub Magdeburg einen Spieltag am Freitagabend eröffnet, mutiert mehr und mehr zum Treppenwitz der ersten Drittliga-Wochen. Langsam aber sicher stoßen die weiten Auswärtsreisen nach Bremen, Köln und jetzt Stuttgart den reisefreudigen Anhängern aber übel auf – an Werktagen ist die Anreise für Berufstätige bekanntermaßen schwer. Dabei benötigt der FCM bei zuletzt starken Stuttgarter Kickers mehr denn je die Unterstützung aller Blau-Weißen, fehlen doch zahlreiche Spieler verletzungsbedingt. Die Kickers punkteten vergangenes Wochenende dreifach bei Holstein Kiel und haben sich bereits im Verfolgerfeld der Spitze eingenistet. Weiterhin werden sie von vielen Experten zum Favoritenkreis gezählt, und gehen daher mit dieser Rolle auch in die Begegnung.

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In Begegnungen, in denen der FC Erzgebirge Aue beteiligt war, fielen bisher in sieben Anläufen lediglich neun Tore – der zweitniedrigste Wert nach den Würzburger Kickers. Doch die spartanischen Werte zahlen sich auf dem Punktekonto aus: Elf Punkte besitzen die Veilchen bereits, während RWE trotz einer Serie von zuletzt vier ungeschlagenen Spielen erst derer sieben aufweist. "Die zweite Halbzeit hat mir nicht gefallen“, gab Trainer Christian Preußer zuletzt sein Unbehagen über die Partie in Würzburg preis. Aus 50-minütiger Überzahl wurde kein Tor kreiert. Das soll sich gegen Pavel Dotchev und Co. ändern, um sich endgültig ins Tabellenmittelfeld vorzuarbeiten. Die Gäste aus Sachsen könnten sich derweil mit einem Sieg in die obersten Tabellenregionen katapultieren. Grund genug, auf ein spektakuläres Spiel zu hoffen.

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Viele Trainer hatten sich bereits vor der Saison festgelegt: An Dynamo Dresden führt kein Weg vorbei. Und tatsächlich lieferte der Spitzenreiter einen würdigen Saisonstart ab, hat sich gleich ein Polster auf die Nichtaufstiegsränge erarbeitet. Grund genug, entspannt die Reise gen Nordrhein-Westfalen anzutreten? Mitnichten! Fortuna Köln ist längst als Favoriten-Schreck etabliert, holte bereits Arminia Bielefeld in der letzten Spielzeit kurzzeitig vom Thron und leitete vor kurzem erst die andauernde Pleitenserie von Energie Cottbus ein. Das Geheimnis lautet: Spielerisch begrenzte Mittel durch ein Plus an Willen, Einsatz und Moral ausgleichen. Gelingen tut dies Uwe Koschinat und Co. freilich gut, acht Punkte aus sechs Spielen dürften die Ansprüche der Kölner bisher zufriedenstellen.

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Der Sechste empfängt den Dritten – da kann der Topspiel-Begriff durchaus angewendet werden! Speziell die Preußen um Trainer Ralf Loose konnten zuletzt auftrumpfen und zwei Siege in Serie einfahren. Trotz zuvor enttäuschender Leistungen finden sich die Adlerträger auf Rang 3 wieder – ein Tabellenplatz, der die Qualität des Teams angemessen widerspiegelt? Dies wird der Chemnitzer FC mitentscheiden dürfen: Die Elf von Karsten Heine ist ebenfalls souverän in die Saison gestartet, haderte zuletzt aber mit knappen Auswärtsniederlagen in Magdeburg und Dresden. Zuhause sieht die Bilanz derweil gut aus, zuletzt wurde gegen Holstein Kiel und den SV Wehen Wiesbaden gewonnen. Fehlen wird jedoch Stammkeeper Kevin Kunz nach einer überflüssigen Tätlichkeit im letzten Spiel bei Dynamo Dresden.

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Wer hätte das gedacht? Der VfL Osnabrück ist längst wieder in der Spur, unter der Leitung von Joe Enochs konnten zahlreiche Fans die elend lange zweiwöchige Pause kaum abwarten. Nun soll gegen den SV Wehen Wiesbaden weiter Boden gutgemacht und das Starterfeld von hinten aufgerollt werden. Die Gäste sind dabei wahrlich keine Kirmestruppe, aber zeigten zuletzt auswärts immer wieder ihre schwache Seite. Die Konsequenz: Als einziges Team der Dritten Liga hat die Elf von Sven Demandt noch kein einziges Auswärtstor erzielt. Genau wie die Lila-Weißen will der SVWW nach mäßigem Saisonstart den Anschluss nach oben wiederherstellen. Nur ein Team kann jedoch den Aufwärtstrend bestätigen.

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Eine Ära endet, eine neue beginnt: Sven Köhlers achtjährige Amtszeit beim Halleschen FC ging nach der 1:3-Niederlage gegen Preußen Münster zu Ende. Mit Stefan Böger übernimmt ein Kollege den vakanten Posten, der die 3. Liga bestens kennt. So wird er seine Spieler auch auf das Duell gegen den ebenfalls kriselnden VfB Stuttgart II optimal vorbereiten – beide Mannschaften haben erst drei Punkte auf dem Konto, damit begrüßt der Vorletzte den Letzten im Erdgas-Sportpark. Beide Mannschaften hatten zuletzt spielfrei und gehen somit ausgeruht in den Schlagabtausch, in dem beide zum Siegen verdammt sind. Denn: Wer auch immer gewinnt, wird dennoch weiterhin unter dem Strich stehen. So viel ist sicher.

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Fußball-Gourmets sollten an diesem Wochenende den Mainzer Bruchweg meiden, denn die Würzburger Kickers gastieren bei der Reserve von Mainz 05. Diese beanspruchen momentan den zweiten Tabellenrang für sich, und haben sich überraschend gut in der dritten Liga akklimatisiert. Nüchtern betrachtet haben die Mainzer sich jeden einzelnen Punkt absolut verdient – und dabei schon einige Favoriten ins Straucheln gebraucht. Mit den Würzburger Kickers kommt nun jedoch eine Mannschaft, die ihre komplette Stärke in der Defensivarbeit besitzt: Robert Wulnikowski und Royal-Dominique Fennell lieferten jüngst gegen Erfurt überragende Leistungen ab, überhaupt hat der FWK erst zwei Gegentore kassiert. Das dürfte ein echtes Geduldsspiel für Spieler wie Zuschauer werden.

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Nein, leicht wird die Saison für Werder Bremens Reserve mit Sicherheit nicht. Nach dem Auftaktsieg bei Hansa Rostock ergatterte die Elf von Alexander Nouri nur noch einen Punkt aus sechs Spielen. Jüngst verloren die Grün-Weißen bei Preußen Münster mit 1:3, schwächten sich zudem durch einen Platzverweis von Marcel Hilßner selbst. Kreativspieler Hilßner wird Werder gegen die SG Sonnenhof Großaspach fehlen, die zuletzt vor zwei Wochen gegen den Ball traten und beim FSV Mainz 05 II mit 1:2 unterlagen. Dennoch ist der Saisonstart im Fautenhau akzeptabel verlaufen, mit acht Punkten aus sechs Spielen grüßen Rüdiger Rehm und seine Mannen vom zwölften Tabellenrang.

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Das einzige Sonntagsspiel dieser Woche ist zugleich ein hochinteressantes: Vor den letzten Wochen wäre sicherlich Holstein Kiel eher die Favoritenrolle zugeordnet worden, doch Karsten Neitzels Team wackelte zuletzt besonders in der Defensive sehr bedenklich. Der VfR Aalen um Trainer Peter Vollmann sieht dort eher wenig Handlungsbedarf, haben die Schwarz-Weißen doch bisher zwölf (!) Gegentreffer weniger kassiert als die Kieler Störche. Zuletzt wurde Energie Cottbus eindrucksvoll vom Platz gefegt. Fakt ist: Das Momentum liegt eindeutig auf Seiten der Baden-Württemberger. Holstein Kiel läuft der Topform vergangener Tage bisher weit hinterher und wird auch einen Punkt in Aalen nicht verschmähen.

 

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