Fünf Ereignisse, die in der Winterpause überrascht haben

Exakt 34 Tage nach dem letzten Spiel 2019 erwacht die 3. Liga an diesem Freitag aus dem Winterschlaf. Ob sich trotz der spielfreien Zeit jedoch von Kollektivschlaf bei den 20 Klubs sprechen lässt, liegt wiederum im Auge des Betrachters. Allen voran mit diesen fünf Ereignissen hatten wohl auch einige Insider nicht gerechnet:

1. Trainerwechsel in Magdeburg

Dass die Mehrheit der abgestiegenen Zweitligisten im ersten Jahr dem personellen Umbruch im Kader Tribut zollt, ist in der 3. Liga keine Seltenheit. Eher Normalzustand. Von Rang zwölf zur Winterpause zeigte sich der 1. FC Magdeburg jedoch sehr wohl überrascht. Daraufhin folgte kurz vor dem Weihnachtsfest der Paukenschlag: Claus-Dieter Wollitz wird nur wenige Tage nach seiner Vertragsauflösung beim Regionalliga Nordost-Tabellenführer Energie Cottbus als neuer FCM-Trainer vorgestellt. Vielen Fans vermuteten ein abgekartetes Spiel.

Der Ex-Profi löste Stefan Krämer ab, der den Klub im Sommer übernommen und 27 Punkte geholt hatte. Was ihm zum Verhängnis wurde? Neun Unentschieden in 20 Partien scheinen die einzig plausible Erklärung. Hätte der Remis-König der 3. Liga nur zwei dieser Partien gewonnen, wäre das Team auf Schlagdistanz zu den Top 3 gewesen.

2. Braunschweig holt amtierenden Torschützenkönig

Erst vor wenigen Tagen vermeldete Eintracht Braunschweig einen Neuzugang, der den meisten Abwehrspielern schon vor seinem Debüt das Fürchten lehrt. Die Rede ist von Marvin Pourié. Mit 22 Treffern schoss der ehemalige Junioren-Nationalspieler den Karlsruher SC im Vorjahr zum Aufstieg und sicherte sich außerdem die Torjägerkrone.

In der 2. Bundesliga konnte Pourié zwar nicht an diese Tor-Quote anknüpfen, gehörte aber über weite Teile der Hinrunde zum Stammpersonal. Unter diesen Vorzeichen ist Aufstiegsanwärter Braunschweig der vielleicht größte Transfer-Coup (Ausleihe mit Kaufoption) der Winterpause gelungen.

3. Cornflakes zählen in Münster?

"Wenn das ein Schiri ist, ich weiß nicht, Digga, soll der Cornflakes zählen gehen." Eine Wutrede, die auf immer und ewig mit Jan Löhmannsröben verbunden bleibt und den damaligen Mittelfeldspieler des 1. FC Kaiserslautern in den sozialen Netzwerken zu einer Art Kultfigur der 3. Liga gemacht hat. Umso trauriger waren viele Fans, als der 28-Jährige zum FSV Wacker Nordhausen in die Regionalliga Nordost wechselte.

Aber siehe da: Nur ein halbes Jahr später meldet sich der "Cornflakes-Man" schon wieder zurück – diesmal beim SC Preußen Münster. "Ich bin, wer ich bin und werde mich nie verstellen. Trotzdem will ich natürlich eher mit guten Leistungen und Siegesserien als mit amüsanten Interviews auffallen", kündigte Löhmannsröben im liga3-online.de-Interview an.

4. Wüstenfuchs Dadashov

Transferstreik gibt es nur bei den Stars? Von wegen! Der Abschied von Rufat Dadashov beim SC Preußen Münster war mit einigen Nebengeräuschen verbunden. Nachdem der Nationalstürmer Aserbaidschans mehrmals erklärt hatte, trotz eines bis Juli 2020 laufenden Vertrags nicht mehr für den abstiegsbedrohten SCP auflaufen zu wollen, gaben die Verantwortlichen um Malte Metzelder schließlich nach.

Mit Dadashov verlieren die abstiegsbedrohten Münsteraner ihren treffsichersten Stürmer der Hinrunde (sechs Tore) an den Phoenix Rising FC. Ob der Wechsel aus der 3. Liga in die zweitklassige amerikanische USL Championship eine große sportliche Verbesserung ist und er im Wüstenstaat Arizona glücklich wird, bleibt abzuwarten.

5. Der verlorene Sohn von Großaspach

Matthias Morys und die SG Sonnenhof Großaspach – eine Art Never Ending Story! Die beiden brennenden Fragen im dritten Kapitel: Arbeitet sich der von Austria Lustenau (Österreich) nach Deutschland zurückgekehrte Stürmer in die Top 10 der Drittliga-Rekordtorschützen vor und wie lange wird er diesmal das SGS-Trikot tragen? Schon von Juli 2011 bis Januar 2013 und von Januar 2015 bis Juni 2015 (Ausleihe von RB Leipzig) ging er für die Schwaben auf Torejagd.

In der 3. Liga netzt Morys im Schnitt in fast jedem vierten Spiel ein. Insgesamt 48 Treffer (für Großaspach, Aalen, Offenbach und Leipzig) bedeuten Rang 19 in der ewigen Torschützenliste. "Es fühlt sich absolut richtig an, wieder hier zu sein", sagt der 32-Jährige, der mit weiteren neun Treffern zu Marc Schnatterer (Rang zehn in der ewigen Torschützenliste) aufschließen könnte.

   
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